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München - Wenn sich der Hamburger SV am Sonntag anschickt, das Tabellenende der Bundesliga zu verlassen, schaut einer ganz genau hin. Nicht an der Seitenlinie, sondern vor dem Fernseher eines Hamburger Hotels wird Trainer Thorsten Fink den Auftritt seines neuen Teams beim SC Freiburg erleben (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Erst am Montag stößt Fink zur Mannschaft. Dann aber mit voller Wucht. Und mit klaren Ansagen."Wir sind viel stärker als viele Clubs in der Bundesliga", sagt der ehemalige Bayern-Profi. "Ich mache mir keine Sorgen, dass wir absteigen."

"Natürlich wollen wir jetzt nicht sofort Meister werden"

Fink strotzt vor seiner Ankunft beim Bundesliga-Schlusslicht vor Selbstbewusstein und Tatendrang. "Natürlich wollen wir jetzt nicht sofort Meister werden", sagt Fink, "aber die Mannschaft hat großes Potenzial für die Zukunft." Erste Priorität sei es jedoch, "so schnell wie möglich aus dem Tabellenkeller rauszukommen."

Beim möglichen ersten Schritt zum Klassenerhalt ist Fink allerdings zum Zuschauen verdammt. Während der HSV sein erstes Abstiegsendspiel in Freiburg bestreitet, wird Fink in einem Hamburger Hotel die Daumen drücken. Einen Stadion-Besuch schloss er aus. "Ich möchte nicht für unnötige Unruhe sorgen", sagte Fink.

Beim Auswärtsspiel in Freiburg wird allerdings Frank Arnesen zum ersten und einzigen Mal auf der Bank des Liga-Schlusslichts sitzen. "Wir sollten nicht so viel über unseren Tabellenplatz nachdenken, sondern an die Leistungen aus den letzten Spielen anknüpfen", sagte Arnesen, der sich Montag wieder ganz auf seine Rolle als Sportdirektor konzentrieren wird.

Von Ilicevic überrascht

Abgesehen von dem angeschlagenen Michael Mancienne, über dessen möglichen Einsatz nach Absprache mit den Ärzten entschieden wird, stehen Arnesen sämtliche Spieler zur Verfügung. "Diese Situation ist für den Verein immer gut, etwas, was man braucht. Ich erwarte von jedem Spieler, dass er beim Training alles gibt und dem Trainer die Entscheidung so schwer wie möglich macht", erklärte der 55-Jährige.

Auch Ivo Ilicevic könnte nach seinem Wechsel vom FCK erstmals für den HSV ins Geschehen eingreifen. "Er hat mich positiv überrascht. Ivo war für vier Spiele gesperrt und hatte leichte Probleme mit den Adduktoren. Am Montag konnte er wieder mit der Mannschaft trainieren und ich war überrascht. Ich habe einen sehr guten Ilicevic gesehen", berichtete Arnesen.

Hinkel vor Debüt

Den SC Freiburg ereilte am Mittwoch eine Hiobsbotschaft: Mensur Mujdza zog sich im EM-Qualifikationsspiel mit Bosnien-Herzegowina in Frankreich einen Mittelfußbruch zu. Das Verletzungspech von Mujdza wird wohl dazu führen, dass der in der Länderspielpause verpflichtete SC-Neuzugang Andreas Hinkel den Platz auf der rechten Abwehrseite übernimmt.

"Wenn im letzten Training am Samstag nichts mehr passiert, wird er spielen", kündigte Marcus Sorg an. Auch die Langzeitverletzten Stefan Reisiger und Heiko Butscher sind wieder fit und werden am Sonntag im Kader stehen.