ANZEIGE

Die Verteilung der TV-Gelder, eine Klage gegen das Kartellamt und die "50+1"-Regel - Ligaverbands-Präsident Dr. Reinhard Rauball spricht über die nächsten Aufgaben der DFL.

bundesliga.de: Der Neujahrsempfang ist zum zweiten Mal durchgeführt worden. Welche Bedeutung hat solch ein Treffen zu Jahresbeginn mit Offiziellen aus Clubs, Medien, Verbänden und Wirtschaft?

Dr. Reinhard Rauball: An so einem Tag schaut man zurück und denkt darüber nach, was in dem vergangenen Jahr passiert ist. Man guckt, was gut und was schlecht war. Daraus resultiert dann auch einiges an Tagesarbeit, die man in das neue Jahr mit herübernimmt. Nachdem die TV-Verträge mit einem vorzeigbaren Ergebnis von der Geschäftsführung der DFL in trockene Tücher gebracht worden sind, müssen wir jetzt die Verteilung vornehmen. Das ist das eine. Das zweite ist, dass der Grundlagenvertrag mit dem DFB zum 30. Juni ausläuft. Wenn er nicht fortgesetzt werden soll, müssen wir ihn zum 31. März kündigen. Bis dahin müssen wir also auch einen Beschluss haben, wie es in diesem Bereich weitergehen soll und die ersten Gespräche dazu sind bereits in der vergangenen Woche gelaufen.

bundesliga.de: Welche Punkte stehen noch auf der Agenda?

Dr. Rauball: Wahrscheinlich wird es innerhalb der ersten Jahreshälfte eine Entscheidung in der Angelegenheit "50+1" geben. Das heißt also: Lassen wir stimmberechtigte Investoren, die mehr als 50 Prozent Stimmanteil haben, in die Bundesligavereine einziehen oder machen wir es nicht? Dazu bedarf es einer Zwei-Drittel-Mehrheit der gesamten Liga, also der 36 Vereine. Aber auch ein Beschluss des Bundestages des DFB ist dafür notwendig, da diese Regelung in der Satzung des DFB verankert ist und geändert werden müsste. Das Informationsmaterial werden wir den Vereinen kurzfristig zukommen lassen, damit sie sehen können, was dafür und was dagegen spricht.

bundesliga.de: Am Montag wurde zudem vermeldet, dass eine Klage gegen das Kartellamt bevorstehe.

Dr. Rauball: Wir haben eine bestimmte Zeit gebraucht, um dieses Thema juristisch in den Griff zu bekommen. Es gibt nämlich eine Besonderheit im Gegensatz zu anderen Verfahren, da wir keinen Bescheid des Bundeskartellamts haben, sondern lediglich eine in einer Pressekonferenz geäußerte Rechtsmeinung. Das ist nach normalem rechtlichen Verständnis nicht justitiabel, aber wir glauben, einen Weg gefunden zu haben, dies beim Oberlandesgericht Düsseldorf platzieren zu können. Wir wollen das auch sehr zeitnah angehen, maximal noch zwei, drei Wochen. Wir müssen für die Zukunft klären, ob es festgeschrieben ist, dass die Highlight-Berichterstattung vor 20:15 Uhr zu erfolgen hat, denn das hat uns in dem jetzigen Fernsehvertrag Einnahmen in der Größenordnung von 400 Millionen Euro gekostet.