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Der 9. November 1989 ist der Tag des historischen Mauerfalls in Berlin: Die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin stand mehr als 28 Jahre nach Baubeginn der Mauer im August 1961 wieder offen.

bundesliga.de fragt seine User: Was verbinden Sie in sportlicher Hinsicht mit dem Mauerfall? Sind Sie als ehemaliger DDR-Bürger sofort zum nächsten Bundesliga-Spiel gefahren? Oder haben Sie sich als West-Berliner mal ein Spiel der DDR-Oberliga angeschaut?

Preise für Ihre Geschichten

Dann erzählen Sie uns davon und schicken Sie uns Ihre Fotos. Lassen Sie uns an Ihrer Fußballgeschichte rund um den 9. November 1989 teilhaben.

Unter allen Einsendungen verlost bundesliga.de 20 Bundesliga-Jahreskalender 2010.

Senden Sie Ihre Geschichte/Bilder bitte an die Mail-Adresse info@bundesliga.de.

Einsendeschluss der 10. November

Alle Mails müssen die vollständige Adresse und Telefonnummer des Teilnehmers oder der Teilnehmerin beinhalten. Nur Mails mit der Adresse und Telefonnummer können berücksichtigt werden. Weiterhin geben Sie sich mit Einsendung Ihrer Geschichte einverstanden damit, dass bundesliga.de Ihre Story veröffentlicht.

Einsendeschluss ist Dienstag, der 10. November 2009. Wie immer gilt: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

So erlebte es Hertha BSC Berlin:
Hertha BSC Berlin, das damals in der 2. Bundesliga spielte, erlebte die emotionalen Tage hautnah mit. Spieler, Fans und Offizielle der Berliner erinnern sich 20 Jahre nach dem Mauerfall im Stadionmagazin "Wir Herthaner" an die unvergesslichen Tage des Novembers 1989.

Ex-Hertha-Profi Sven Kretschmer "mittendrin"

Wie Sven Kretschmer, der seinerzeit als 18-Jähriger zum Hertha-Kader gehörte, und noch genau weiß, wie und wo er vom Fall der Berliner Mauer erfahren hat:

"Ich war bei meinen Eltern in Reinickendorf, als wir die Nachricht hörten. Wir sind dann gleich losgefahren zur Bornholmer Straße. Das war ja nicht weit." Dort angekommen, erlebte Kretschmer unbeschreibliche Szenen. Jubelnde, glückliche Menschen, wo kurz vorher die Grenze noch unüberwindlich war.

50.000 Zuschauer gegen Wattenscheid

"Das war unglaublich. Einfach Wahnsinn!" Und der Wahnsinn ging weiter! Nur zwei Tage nach dem Mauerfall: Spitzenspiel der 2. Bundesliga im Berliner Olympiastadion – Hertha BSC gegen Wattenscheid 09. Im Stadion mehr als 50.000 Zuschauer! Viel, viel mehr als sonst. DDR-Bürger hatten gegen Vorlage ihres Ausweises freien Eintritt.

Sven Kretschmer und seine Hertha-Teamkollegen bekamen zunächst nicht allzu viel von der Euphorie rund um die Partie mit: "Wir haben uns auf das Spiel konzentriert. Der Weg zum Stadion hat wegen des dichten Verkehrs schon länger gedauert. Dennoch war die Überraschung groß, als wir das Olympiastadion betraten und da mehr als 50.000 Leute saßen."

"Das Tor war Glück"

Das Spiel lief zunächst allerdings nicht besonders gut. Sowohl für Hertha BSC (0:1-Pausenrückstand) als auch für Sven Kretschmer. Der schmorte die erste Hälfte nämlich auf der Bank. "Da war ich schon enttäuscht", sagt Kretschmer, "aber als mich Trainer Werner Fuchs dann zur zweiten Hälfte brachte, war ich umso motivierter."

In der 64. Minute erzielte Kretschmer das 1:1 – der erste Hertha-Treffer nach dem Mauerfall war perfekt! "Das Tor war Glück", beschreibt Kretschmer heute seinen historischen Ausgleich. "Nach einer Ecke ließ der Wattenscheider Keeper einen Halvorsen-Kopfball abprallen. Und ich stand halt goldrichtig und staubte ab."

Mauerfall-Video mit Kretschmers Tor

Wie berühmt sein Tor einmal sein würde, war Sven Kretschmer da noch nicht klar: "Das haben wir damals noch nicht so realisiert. Das Spiel endete 1:1 und ehrlich gesagt waren wir eher enttäuscht, dass wir den vielen Fans im Stadion keinen Sieg schenken konnten. Aber mit dem Aufstieg am Ende der Saison haben wir das Geschenk ja nachgeholt."

Ein schöner Zufall verdeutlichte Sven Kretschmer später, welchen hohen Stellenwert sein Treffer besitzt. Vater Kretschmer bekam einmal zu Weihnachten den Film "Ein Volk sprengt seine Mauern" geschenkt. Eine Szene des Films: Das Tor seines Sohnes gegen Wattenscheid. "Wenn man diese Szene in diesem Zusammenhang sieht, ist es doch ein besonderes Gefühl", so Kretschmer.

Kretschmer heute Hertha-Scout

Der Fall der Berliner Mauer: Ein freudiges Ereignis für ganz Deutschland. Sven Kretschmer hat er auch beruflich etwas gebracht. Als Mitglied von Herthas Scouting-Abteilung ist er ständig auf der Suche nach neuen Talenten. Früher hätte er sich dabei auf den Westteil der Stadt und Westdeutschland beschränken müssen.

"Durch die Vereinigung haben wir ein riesiges Einzugsgebiet, auch bis weit nach Nordostdeutschland rein. Bevor die Talente von dort irgendwohin abwandern, sollen sie lieber zu Hertha kommen. Und: Durch den Aufstieg von Union Berlin haben wir jetzt auch einen Zweitliga-Klub direkt vor der Tür. Das ist eine tolle Sache."