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Arne Friedrich ist nach seiner Verletzungspause wieder in den Kader der deutschen Nationalmannschaft zurückgekehrt. Der Verteidiger steht vor seinem ersten Einsatz in der Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika.

Vor dem Spiel gegen Russland (Sa., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) in Dortmund stand der Kapitän von Hertha BSC Rede und Antwort.

Arne Friedrich berichtete, wie sich die Verletzung von Torwart Robert Enke auf die Mannschaft auswirkt und worauf es im Duell mit dem EURO-Halbfinalisten ankommt.

Frage: Bundestrainer Joachim Löw hat keinem Spieler mehr eine Einsatzgarantie versprochen und die Spieler aufgefordert, mit voller Konzentration zu Werke zu gehen. Wie macht sich das im Training bemerkbar?

Arne Friedrich: Die Trainingseinheiten sind sehr intensiv und die Trainer achten darauf, dass wir wirklich mit voller Konzentration dabei sind. Das hat sich auch im öffentlichen Training gezeigt. Es war kein Showtraining, wir haben sehr konzentriert gearbeitet, obwohl sehr viele Zuschauer da waren. Wir haben ja nur ein paar Tage Zeit, um uns auf das Spiel vorzubereiten. Es ist eines der wichtigsten Spiele in der WM-Qualifikation. Dementsprechend gehen wir engagiert und konzentriert zur Sache.

Frage: Es wird gerne darüber diskutiert, ob Sie in der Innenverteidigung oder auf der rechten Außenposition zum Einsatz kommen sollten. Wo sehen Sie Ihren Platz?

Friedrich: Ich habe schon des Öfteren betont, dass es für mich keine Rolle spielt, ob ich rechts oder innen verteidige. Ich spiele dort, wo mich der Bundestrainer aufstellt. Was geplant ist, weiß ich noch nicht. Der Trainer hält sich bedeckt.

Frage: Zwar steht die deutsche Nationalmannschaft auf Platz 1 der WM-Qualifikationsgruppe 4, doch zuletzt ließ das Team in Finnland beim 3:3 überraschend Federn. Wie groß ist der Druck vor dem Heimspiel gegen Russland in Dortmund?

Friedrich: Druck ist in jedem Spiel vorhanden. Aber es stimmt, vor dieser Partie ist der Druck besonders gegeben, weil sich ja nur der Erstplatzierte für die WM qualifiziert. Und die Heimspiele müssen wir gewinnen. Die Russen sind schon eine sehr starke Mannschaft, sie haben Qualitäten, die wir bekämpfen müssen. Es wird keine leichte Aufgabe für uns, dennoch sind wir alle optimistisch, dass wir dieses Spiel gewinnen.

Frage: Wie schätzen Sie die russische Nationalmannschaft ein?

Friedrich: Die Russen haben einige Spieler, die sehr viel Potenzial haben. Yuri Zhirkov beispielsweise, der als Linksverteidiger sehr gefährlich ist, weil er immer wieder mit nach vorne marschiert. Oder Andrei Arshavin, der eine ungeheuerliche Qualität hat. Wir haben in den letzten Tagen versucht, uns darauf einzustellen, wie wir das Offensivspiel des Gegners erfolgreich stören. Über unsere Spielweise will ich aber nichts verraten.

Frage: Robert Enke hat sich verletzt und muss gegen Russland passen. Wie bewerten Sie den Ausfall?

Friedrich: Für uns alle war es überraschend. Ich kann mich noch gut an die Szene im Training erinnern: Philipp Lahm schießt, sein Ball war nicht wirklich fest geschossen, aber Robert Enke hat ihn unglücklich abgekommen. Wir dachten, dass es nichts Schlimmes ist, aber heute haben wir ja von der Diagnose erfahren. Das ist sehr unglücklich für ihn und für uns als Mannschaft. Robert war auf einem guten Weg. Ich habe aber absolutes Vertrauen in die Torhüter, die jetzt noch zur Verfügung stehen. Tim Wiese und Rene Adler sind zwei hervorragende Torhüter.