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Freiburg - Der SC Freiburg hofft nach der Heimniederlage gegen Werder Bremen (Spielbericht) auf eine schnelle Rückkehr der Verletzten. Und darauf, dass die Spieler, die gegen Werder zurückkehrten, bald wieder völlig fit sind. Gegen Bremen reichte es nur zu einem engagierten, aber ideenlosen Auftritt

Freiburgs Torwart Roman Bürki ärgerte sich nach dem Schlusspfiff über das Tor des Tages: "Bei dem Schuss von Franco Di Santo stehen wir zu weit weg, das ist ärgerlich." Zumal das Offensivspiel seiner Mannen weder vor noch nach dem Kunstschuss des Argentiniers Zählbares einbrachte, so dass dessen 12. Saisontreffer (35.) das Spiel entschied.

Kein Mittel gegen die Werder-Defensive

Während Bremen sich langsam aber sicher in den sicheren Gefilden der Tabelle festsetzt, bleibt der SC also auf dem vorletzten Tabellenplatz und steht nur noch zwei Zähler vor dem VfB Stuttgart (Tabelle). Ganze elf Punkte trennen die Südbadener nun sogar schon von Werder, das die SC-Offiziellen vor der Saison als eines der Teams ausgemacht hatte, das man hinter sich lassen könnte. "Wir haben gefühlt hundert Bälle in den Strafraum geschlagen, aber es hat mal wieder nicht gereicht", stöhnte Mike Frantz, der vor ein paar Tagen noch hohes Fieber hatte und in der Schlussphase eingewechselt wurde.

Wenn am Samstag statt des fest eingeplanten Dreiers eine Heimniederlage zu Buche stand, lag das vor allem an der Glanzleistung von Franco Di Santo, der nach einem Zuspiel von Uwe-Seeler-Enkel Levan Öztunali den Ball annahm und kurzentschlossen aus dem Stand in hohem Bogen in den Winkel zirkelte. "Das war kein Glücksschuss", bestätigte auch SC-Coach Christian Streich. "das hat nur gezeigt, was für eine Qualität er hat." Kurz darauf hätte Fin Bartels fast auf 2:0 erhöht, Freiburgs Verteidiger Oliver Sorg hatte sich also verzählt, als er sagte, dass "die Bremer aus einer Chance ein Tor gemacht haben." Im zweiten Durchgang beschränkte sich Werder völlig auf die Defensive.

"Zu viele lange Bälle"

Doch das reichte für drei Punkte. Denn egal, welcher Spieler sich auch entschloss, nun mal energischer in Richtung Bremer Tor zu agieren, er schlug die Bälle hoch und weit in Richtung Elfmeterpunkt. Doch dort warteten mit Jannik Vestergaard (1,99 Meter) und Sebastian Prödl (1,94 Meter) zwei Hünen, die die Freiburger Offensiven um Längen überragen.

"Wir haben zu viel mit langen Bällen gespielt", fand dann auch Keeper Bürki, der sich schon darauf freut, dass in den kommenden Tagen der Rasen im Freiburger Stadion ausgetauscht wird. "So wie er jetzt ist, kann man auch keinen Kombinationsfußball drauf spielen."

Schon zum nächsten Heimspiel gegen den FC Augsburg soll also wieder ein dichter grüner Teppich gehobene Spielkultur ermöglichen. Aus Freiburger Sicht wäre es allerdings wohl noch wichtiger, dass sich die Personalsituation in den kommenden Tagen weiter verbessert. Noch immer laborieren Spieler wie Marc-Oliver Kempf, Admir Mehmedi oder Mike Frantz an den Folgen von Erkrankungen und Verletzungen, mit Nils Petersen fehlt ausgerechnet der Stürmer seit Wochen, der vor seiner Verletzung blendend in Formen war. Es ist eher unwahrscheinlich, dass der ehemalige Bremer schon am kommenden Samstag in Wolfsburg wieder im Kader steht, eine Woche später, gegen Augsburg, könnte er aber wieder fit sein.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf