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München - Gleich sechs Partien des 13. Bundesliga-Spieltags stehen am Samstagnachmittag auf dem Programm. Im Fokus steht vor allem das Duell der beiden Champions-League-Teilnehmer aus Schalke und Bremen, die in der Liga dringend punkten müssen (alle Samstagsspiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

FC Schalke 04 - SV Werder Bremen

Dass Schalke und Bremen die Bundesliga derzeit in der Champions League vertreten, haben sie sich durch gute Leistungen in der vergangenen Saison erarbeitet. Aktuell hinken jedoch beide den eigenen Ansprüchen weit hinterher. "Werder einzuschätzen ist nicht einfach", sagt S04-Coach Felix Magath vor dem Kräftemessen mit den Hanseaten: "Bremen hat nach wie vor eine der besten Mannschaften der Liga, die jedoch nicht konstant spielt. Ich hoffe, dass Werder bei uns keinen Sahnetag erwischt."

In der Veltins-Arena verlangt Magath von seiner Elf, dass sie vom Anpfiff an das Heft in die Hand nimmt. "Wir wollen die Mannschaft sein, die das Spiel bestimmt", erklärt der 57-Jährige. Zweifel daran, dass "Königsblau" dazu imstande sei, hat der Coach nicht. "Wir haben im bisherigen Saisonverlauf gezeigt, dass wir guten Fußball spielen können", sagt Magath, "leider gelingt uns das aber häufig nur 45 oder 60 Minuten. Gegen Werder wünsche ich mir, dass wir unsere Leistung die gesamte Partie abrufen." Magath hofft zudem auf eine ähnlich gute Stimmung auf den Rängen. Dass einige Anhänger in Wolfsburg zuletzt kurzzeitig ihren Unmut über das Auftreten der "Knappen" geäußert hatten, kann der Fußballlehrer verstehen. "Als wir beim VfL dann die Kurve bekommen haben, war die Unterstützung aber wieder da. Die Mannschaft braucht die Unterstützung", erklärt er. Personell kann "Königsblau" nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Nicolas Plestan (grippaler Infekt) fällt aus.

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf erwartet trotz der Probleme auf Schalke keinen entspannten Gang ins Revier. "Wir müssen mit einem starken Gegner rechnen", bekräftigt Schaaf. Allein, "wenn es über die zentrale Offensive geht, die für Tore und gute Werte steht" und sich in den Top-Könnern Huntelaar, Raul, Farfan oder Edu personalisiert, "da müssen wir viele Dinge wieder richtig machen, um dem standzuhalten." Dazu gehört sicherlich ein fitter Innenverteidiger wie Per Mertesacker, der beim Testländerspiel in Schweden geschont wurde und gegen Schalke auflaufen kann. Auch Clemens Fritz kehrt nach überstandener Verletzung wieder in den Kader zurück. Marko Arnautovic fällt hingegen wegen Adduktorenproblemen aus. Mikael Silvestre droht wegen Rückenproblemen ebenfalls auszufallen. Weiterhin passen müssen Claudio Pizarro, Tim Borowski, Naldo, Sebastian Boenisch und Christian Vander.




Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim

"Die Wahrheit liegt auf dem Platz", sagt Hoffenheims Stürmer Peniel Mlapa vor dem Auswärtsspiel in Frankfurt. Die Wahrheit auf dem Platz hat in den vergangenen Wochen aber auch gezeigt, dass die Hoffenheimer zum Ende einer Partie des Öfteren die nötige Konzentration vermissen ließen. Gegen den SC Freiburg war es bereits das dritte Mal in dieser Saison, dass 1899 in der Nachspielzeit ein Spiel aus den Händen gegeben hat. Erst gegen die Bayern, dann in Dortmund und zuletzt eben gegen die Breisgauer. In Hamburg verlor man zusätzlich in der 86. Minute. Die Anflüge von Unkonzentriertheiten seiner Elf sind auch Coach Ralf Rangnick ein Dorn im Auge: "Wenn einem während des Spiels zu viele Gedanken wegen des Ergebnisses durch den Kopf gehen, riskiert man in den letzten zehn Minuten, das ein oder andere Mal unkonzentriert zu sein."

Die unglückliche Niederlage gegen Freiburg soll vor der schweren Partie gegen Frankfurt aber kein Thema mehr sein. Deshalb ist Rangnick auch froh, dass es im Fußballgeschäft schnell wieder weitergeht und man eine andere Richtung einschlagen kann. Dabei erwartet den Tabellenachten aus dem Kraichgau mit der Eintracht ein Gegner, der mehr auf das Positionsspiel zurückgreift und nicht, wie Freiburg, überwiegend ballorientiert verteidigt - ein Vorteil, denn für Hoffenheim ergeben sich dadurch mehr Freiräume bei eigenem Ballbesitz. Das System der Frankfurter hat bisher aber gut gegriffen. Die Hessen stehen auf dem 5. Platz, haben 20 Punkte und in der Spitze Theofanis Gekas. Der Grieche "ist immer für ein Tor gut und braucht nicht viele Chancen", wie Mlapa weiß. Elf Treffer in zwölf Spielen, damit aktuell Toptorjäger der Liga, belegen diese Aussage.

Auch Eintracht-Coach Michael Skibbe hat lobende Worte für den Kontrahenten übrig: "Das ist eine spielstarke und schnelle Mannschaft. Bei den schnellen Spitzen Demba Ba und Mlapa müssen wir hellwach sein, wenn sie kontern." Doch das Vertrauen in die eigene Leistungsstärke ist nach sieben Ligaspielen ohne Niederlage groß. Bei den Frankfurtern ist lediglich der Einsatz von Alexander Meier offen. Auf Hoffenheimer Seite steht hinter dem Einsatz von Gylfi Sigurdsson noch ein Fragezeichen. Weiterhin fehlen werden Chinedu Obasi, Tom Starke und Josip Simunic.




Borussia Mönchengladbach - 1. FSV Mainz 05

Das Aufeinandertreffen zwischen Mainz und Gladbach könnte kaum spannungsgeladener sein. Während die Borussia gerade mit einem 4:0-Derbysieg gegen Köln die ganz große Krise abgewendet und sich eine breite Brust angespielt hat, warten die 05er nach fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen darauf, dass der Knoten in der Vorwärtsbewegung wieder platzt. "Wir gehen unseren Weg weiter", erklärt der Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der immer gemahnt hat, dass es ein steiniger werden könnte, "nicht alles, was vorher richtig war, ist jetzt elementar schlecht, nur weil wir nicht gewonnen haben. Wir hätten die verlorenen Spiele alle auch knapp gewinnen können, besonders die 0:1-Niederlagen." Als nächstes müsse man sich der nächsten Aufgabe mit aller Konsequenz stellen, und die wird keine leichte werden.

Denn Gladbach-Coach Michael Frontzeck will nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen mit seiner Mannschaft nachlegen und in der Tabelle Boden gut machen: "Wir wollen mit aller Macht gewinnen, aber wir müssen in diesem richtig schweren Spiel die Kontrolle behalten und dürfen die Geduld nicht verlieren." Doch auch die Borussia ist trotz breiter Brust nicht ohne Sorgen, denn das Derby hatte auch negative Spätfolgen. Patrick Herrmann plagt sich mit Sprunggelenksproblemen herum und mit Roel Brouwers (Muskelfaserriss) und Dante (Teilriss des Innenbandes) fällt das etatmäßige Innenverteidiger-Duo wegen Verletzungen wochenlang aus. Die Not in der Abwehr ist groß, daher zählt seit Monaten erstmals auch wieder Jan-Ingwer Callsen-Bracker zum Kader. Wieder spielberechtigt ist auch Juan Arango, der seine Rotsperre abgesessen hat.

Kämpfen wollen die Mainzer auch, und zwar für das Ende der Niederlagenserie. "Vielleicht ist es an der Zeit für weniger taktische Tiefe, vielleicht sollten wir mehr handeln und machen", sagt Tuchel. Dem Mainzer Fußballlehrer stehen für diese Aufgabe fast alle Akteure zur Verfügung. Eugen Polanski, Marco Caligiuri und Sami Allagui sind nach überstandenden Blessuren alle wieder ins Training eingestiegen. Außerdem will der 05-Trainer frische Leute bringen. Auf dem Zettel ganz oben steht Malik Fathi. Der Linksverteidiger komme in Gladbach definitiv zum Zug.




Hannover 96 - Hamburger SV

Für das Team von Mirko Slomka gibt es nach dem jüngsten 1:0-Auswärtssieg in Mainz keinen Grund sich zu verstecken: Die "Roten" stehen mit 19 Punkten auf dem 7.Tabellenplatz und sind damit derzeit die erfolgreichste norddeutsche Mannschaft - vor Bremen, Wolfsburg und eben dem HSV, der sich nach dem 0:2 gegen Dortmund auf dem 9. Platz im Mittelfeld der Liga wiederfindet. Ein Prestigeduell wie das gegen den HSV habe eine spezielle Bedeutung und müsse hochkonzentriert angegangen werden, fordert der 96-Coach, der neben Leon Andreasen, Carlitos (beide Aufbautraining), Karim Haggui (Rot-Sperre), Steven Cherundolo (Gelb-Rot-Sperre), Mikael Forssell (grippaler Infekt) und Moritz Stoppelkamp (Bänderriss) auch weiterhin auf Mohammed Abdellaoue (Muskelfaserriss) verzichten muss. "Das Derby ist für uns und die Fans etwas Besonderes. Wir wollen auch weiterhin die Nummer eins im Norden bleiben und uns im oberen Tabellendrittel festsetzen", sagte Slomka.

Größere Verletztensorgen haben die Hanseaten: Neben Torwart Frank Rost (Außenbandanriss), Romeo Castelen (Aufbautraining), Marcell Jansen (Zehenbruch), Gojko Kacar (Bänderriss), Dennis Aogo (Schambein), Dennis Diekmeier (Fersen-OP) und Collin Benjamin (Faserriss) musste nun auch Abwehrspieler Joris Matthijsen einen "gelben Schein" einreichen: Der Holländer zog sich beim Freundschaftsspiel gegen die Türkei einen doppelten Bänderriss im rechten Sprunggelenk zu und steht Veh für acht Wochen nicht zur Verfügung. Außerdem kehrte Guy Demel mit Achillessehnenproblemen von der Länderspielreise zurück. Somit rückt das Startelfdebüt von Youngster Muhamed Besic näher. In der Offensive kann Veh weiter auf die Rückkehr von Ruud van Nistelrooy und Eljero Elia hoffen.

Die Zeichen der Zeit hat Heiko Westermann erkannt. "Jetzt sind wir wieder an dem Punkt angelangt, an dem wir zum Siegen verdammt sind. Wir müssen gegen Hannover unter allen Umständen gewinnen, um wieder etwas näher an die oberen Plätze heranzukommen", fordert der HSV-Kapitän im Interview mit bundesliga.de.




1. FC Nürnberg - 1. FC Kaiserslautern

Gegen Kaiserlautern will der "Club" wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten einfahren. Daher hat FCN-Trainer Dieter Hecking das Etappenziel klar ausgegeben: "Wir wollen möglichst früh die zwanzig Punkte knacken!" Am besten schon Samstag gegen die "Roten Teufel". Die Chancen auf einen Heimsieg gegen die Pfälzer stehen nicht schlecht. Während der FCK vor den eigenen Fans auf dem Betzenberg bereits acht Punkte einfahren konnte, haben die Lauterer seit dem 1. Spieltag nicht mehr in der Fremde gewinnen können. Beim "Club" hingegen gab es zuletzt sogar vier Heim-"Dreier" am Stück.

Am vergangenen Spieltag gelang es den "Roten Teufeln", einen 0:3-Rückstand gegen dem VfB Stuttgart noch aufzuholen. Am Ende hieß es 3:3. Hecking analysiert daher treffend: "Kaiserlautern ist eine Mannschaft, die erst aufgibt, wenn das Spiel abgepfiffen ist." Vor allem kämpferisch, so Hecking, werden die Lauterer dem "Club" alles abverlangen. "Das 3:3 hat uns Kraft gegeben, der Glaube innerhalb der Mannschaft ist enorm", bestätigt FCK-Coach Marco Kurz die gute Moral in seiner Truppe und lobt fast im gleichen Atemzug die bisherige Saisonleistung der Franken. "Der FCN hat trotz der Niederlage im bayrischen Derby einen gefestigten Eindruck hinterlassen", so der FCK-Cheftrainer über die 0:3-Niederlage der Nürnberger beim FC Bayern.

Personell sieht die Situation auf Nürnberger Seite gut aus, Hecking kann beinahe aus dem Vollen schöpfen. Als Ersatz für den gesperrten Javier Pinola steht Pascal Bieler in den Startlöchern. Per Nilsson zog sich im Training am Donnerstag einen Kapselriss und eine Bänderdehnung im rechten Innenknie zu. Sein Einsatz für Samstag ist fraglich. Noch keine Option für den Bundesligakader ist Stürmer Rubin Okotie, Mike Frantz steht hingegen wieder im Kader. Bei den "Roten Teufeln" ist Clemens Walch nach seinen Muskelproblemen wieder dabei. Rodnei, Jan Simunek und Florian Dick fallen dagegen verletzungsbedingt noch aus.




SC Freiburg - Borussia Dortmund

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