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München - Eine seiner Stärken ist bereits an seinem Namen abzulesen: David Angel Abraham heißt er, 1,88 Meter Körpergröße misst er und der Luftraum von 1899 Hoffenheim ist ab sofort sein bevorzugtes Revier. Dort soll der Innenverteidiger der Hoffenheimer Defensive im Kampf um den Klassenerhalt zu mehr Stabilität verhelfen.

Abraham wechselt vom FC Getafe aus der spanischen Primera Division in den Kraichgau - und bringt laut TSG-Manager Andreas Müller die richtige Einstellung für den Abstiegskampf mit. "David Abraham hat vom ersten Gespräch an eine hohe Bereitschaft gezeigt, diese schwierige Mission hier in Hoffenheim anzunehmen", sagt Müller.

Champions-League-Erfahrung mit Basel



Acht Punkte fehlen dem Tabellen-Sechzehnten derzeit zum rettenden Ufer. Vor allem die mit 41 Gegentoren anfälligste Defensive der Bundesliga (Tabelle) war eine Schwachstelle in der Hinrunde - immerhin stand zum Rückrundenauftakt gegen Mönchengladbach hinten die Null. Neuzugang Abraham soll mit seiner Erfahrung dafür sorgen, dass dies in der Rückrunde noch häufiger gelingt.

Vor seiner Zeit in Spanien spielte der gebürtige Argentinier von 2008 bis Sommer 2012 beim FC Basel. In der Schweiz feierte er von 2010 bis 2012 drei Mal in Folge den Gewinn der Meisterschaft und zwei Pokalsiege. Auch auf internationaler Ebene konnte Abraham bereits auf sich aufmerksam machen. In der vergangenen Saison erreichte er mit Basel das Achtelfinale in der Champions League.

Zweikampfstark mit fairen Mitteln



Allerdings war der FC Bayern München dort trotz eines 1:0-Hinspielsieges des FC Basel eine Nummer zu groß für die Schweizer - das Rückspiel gewann der Bundesligist mit 7:0. So bitter diese Niederlage auch war, Abraham selbst kann mit jener CL-Saison insgesamt sehr zufrieden sein. Er stand in jedem Spiel der Königsklasse auf dem Feld und hatte mit 66 Prozent gewonnenen Zweikämpfen den besten Wert im Kader des FC Basel vorzuweisen.

"David hat für sein Alter sehr viel Erfahrung auf höchstem Niveau", sagt sein neuer Trainer Marco Kurz. "Besondere Stärken sehe ich in seiner Schnelligkeit und in der Lösung von Eins-gegen-Eins-Situationen." Und diese Duelle löst er zumeist mit fairen Mitteln: In 18 CL-Spielen sah Abraham nur zwei Mal Gelb.

Traumtor gegen Zürich



Dass er seine Stärken in der Luft auch im gegnerischen Strafraum einzusetzen weiß, belegt seine Trefferquote in der Schweizer Super League. In der Saison 2010/11 erzielte der Innenverteidiger fünf Tore, in der darauffolgenden Spielzeit waren es drei - sechs dieser Acht Treffer markierte er per Kopf.

Den spektakulärsten Treffer erzielte er allerdings mit dem Fuß: Am 5. Spieltag der vergangenen Saison netzte er gegen den FC Zürich per Fallrückzieher zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung ein. Der "Angel" kann also nicht nur wuchtig, sondern auch ästhetisch fliegen.

Maximilian Lotz