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Köln - Es hatte sich bereits angedeutet: In den vergangenen Wochen zeigte die spielerische Leistungskurve des SC Freiburg steil nach oben. Einzig die Ergebnisse stimmten nicht immer. So sprangen aus den vergangenen vier Partien nur fünf Punkte heraus, obwohl die Breisgauer zum Teil sogar die bessere Mannschaft waren.

Diesen Samstag belohnte sich die Truppe von Trainer Christian Streich aber endlich auch mal für ihre Leistung. Den Hamburger SV lief der Sport-Club beim klaren 3:1-Erfolg in Grund und Boden. Mit 120,2 Kilometern legten die Gäste satte zehn Kilometer mehr zurück als die heimischen "Rothosen" - eine Bilanz, die ob des Heimrechts der Hanseaten eigentlich umgekehrt sein sollte.

Am lauffreudigsten war Daniel Caligiuri. Der Schütze des 2:0 legte 11,99 km zurück und rangiert damit unter den Top 5 des Wochenendes. Zweiter des Sport-Clubs ist Sebastian Freis. Der aus Köln gekommene Angreifer stellte sich an der Alster ganz in den Dienst der Mannschaft und lief mit 11.930 Metern beachtlich viel für einen Angreifer. Zum Vergleich: Mladen Petric, vorderste Sturmspitze des HSV, legte 9,58 km zurück, was einem eher durchschnittlichen Wert für einen Stürmer entspricht.

Lautern läuft - Schalke trifft

Richtig reinhängen war auch am Sonntag auf dem Betzenberg angesagt. Der 1. FC Kaiserslautern brauchte durch die Siege der Konkurrenz gegen den FC Schalke 04 ebenfalls ein Erfolgserlebnis, zog am Ende aber den Kürzeren. Die Einstellung stimmte, was die drittbeste Laufleistung des Spieltags bestätigt (121,82 km), doch die nötigen Impulse setzten die Gäste in "Königsblau".

Angetrieben von Lewis Holtby, der mit 12,85 km (Platz 2) an jedem Ende des Platzes zu finden war, kam Schalke zu einem verdienten 4:1-Erfolg. Dabei setzte aber nicht nur der eigentlich defensiv orientierte Holtby Akzente. Auf dem rechten Flügel wirbelte nach dreiwöchiger Pause mal wieder Jefferson Farfan.

Der Peruaner lief zwar nur 9,76 km, hatte aber die viertmeisten Ballkontakte bei den "Knappen" (78), drei Torschüsse und verschärfte 25 Mal das Tempo, das Gegenspieler Adam Hlousek jedes Mal mitgehen musste.

Am Ende zeigt ein Blick auf die Statistik jedoch, dass sich die Mannschaft von Hub Stevens den "Dreier" redlich verdient hat: Wer bei den Torschüssen (20:10), dem Ballbesitz (58,3 Prozent) und den Zweikämpfen (56,2 Prozent) die Nase vorn hat, geht in der Regel auch als Sieger vom Platz.

Diouf macht den Unterschied

Gleiches gilt für die Partie in Hannover zwischen dem HSV von 1896 und dem 1. FC Köln - auf den ersten Blick. Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka hat die "Geißböcke" mit 4:1 deutlich geschlagen und eine sehr ordentliche Zweikampfquote von knapp 56 Prozent. Die restlichen Statistiken zeichnen jedoch ein engeres Spiel, als es das bloße Ergebnis vermuten lässt.

Nicht nur bei Ballbesitz (48,4 Prozent) und Torschüssen (14:20) konnte der FC mithalten, auch der Einsatz auf dem Platz stimmte. Mit 113,68 km liefen die Gäste ein wenig mehr als Hannover (112,12 km), und hatten sich das Remis zur Pause verdient. Nach dem Seitenwechsel drehten die "Roten" dann jedoch auf, was mit einer personellen Veränderung von Slomka zusammenhängt.

Mame Diouf, gerade erst von einem teilweisen Bänderanriss genesen, wurde zum Beginn des zweiten Durchgangs eingewechselt und drehte so richtig auf: 4,88 km, 14 Sprints, drei Torschüsse und zwei Tore - fantastische Werte für einen Joker!

Vom Geschassten zum Goalgetter

Einen tollen Spieltag erwischte auch Patrick Helmes, der in der Partie beim 1. FC Nürnberg der Sieggarant für den VfL Wolfsburg war. Der "Club" fraß zwar mehr Gras als die Niedersachsen (115,18 gegenüber 114,41 km), doch den ehemaligen Nationalspieler bekamen die Franken nicht in den Griff.

Der Angreifer, der mit 33 Sprints den ersten Platz belegt (gemeinsam mit Boris Vukcevic und Lukasz Piszczek) und mit 33,26 km/h drittschnellster Spieler ist, war stets zur rechten Zeit am rechten Ort – und traf auch noch sehenswert. So verwandelte er als nachrückende Spitze Mario Mandzukics Vorlage volley zum 2:1, und beim Treffer zum 3:1-Endstand ergatterte er den blind verlängerten Kopfball des Kroaten und traf so zum bereits sechsten Mal im erst zehnten Saisonspiel.

Bei dem zur Winterpause von Felix Magath noch geschassten 28-Jährigen hat sich der Einsatz am 26. Spieltag sogar doppelt gelohnt - was auch den Trainer doppelt freuen dürfte.

Gregor Nentwig