ANZEIGE

München - Drei Teams, ein Ziel: Klassenerhalt. Doch für den Hamburger SV, den 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig ist der Ligaverbleib nur noch über die Relegation möglich. Alle drei Clubs haben noch Chancen auf den Platz, den aktuell der HSV inne hat. Allerdings hat das Trio am Tabellenende am letzten Spieltag schwere Aufgaben vor der Brust.

Der Hamburger SV gastiert bei den heimstarken Mainzern, die mit einem Sieg EL-Platz 7 sichern wollen. Der "Club" steht beim FC Schalke 04 unter Zugzwang, aber S04 braucht seinerseits noch einen Punkt für die sichere Teilnahme an der Champions League. Und die auswärtsschwachen Braunschweiger treten bei den offensivstarken Hoffenheimern an (alle Spiele ab 15 Uhr im Live-Ticker).

"Der Dino darf nicht absteigen", sagte HSV-Trainer Mirko Slomka vor der Partie bei Mainz 05. "Wir haben die Nase vorn und wollen uns das nicht mehr nehmen lassen." Die Hanseaten gehen mit ihren 27 Punkten zwar als Favorit in den Showdown im Tabellenkeller, doch der 1. FC Nürnberg (26 Zähler) und Eintracht Braunschweig (25) sitzen dem Bundesliga-Urgestein im Nacken und sind selber heiß auf den Relegationsplatz. In Mainz müsse sich Slomkas Team auf das Wesentliche besinnen. "Wir müssen die Partie gewinnen, weil wir nicht wissen, was auf den anderen Plätzen passiert." Mut schöpft der Trainer trotz der ernüchternden Serie von zuletzt acht Auswärtspleiten in Folge aus den letzten Auftritten in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt: Dort holte der HSV in den vergangenen sechs Partien drei Siege und drei Remis.

Zudem gab Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga nach überstandenen Oberschenkelproblemen grünes Licht für einen Einsatz. "Er steht zur Verfügung und macht Hoffnung", sagte Slomka. Auch Innenverteidiger Johan Djourou kehrt nach seiner Adduktorenverletzung zurück. Ob Marcell Jansen (Entzündung im linken Knöchel) und Dennis Diekmeier (Oberschenkelzerrung) auflaufen können, entscheidet sich kurzfristig.

Mainz 05 bangt vor dem Fernduell um die Europa League mit dem FC Augsburg um den Einsatz von Maxim Choupo-Moting. Hinter der Nominierung des Stürmers stehe wegen einer Grippe "ein dickes Fragezeichen", sagte Trainer Thomas Tuchel. Auch Niko Bungert (Oberschenkelprobleme) droht auszufallen. Ein überraschendes Comeback könnte Nationalspieler Nicolai Müller feiern. Der 26-Jährige ist nach seiner Knie-OP wieder im Training. Eine Option für die Startelf sei Müller aber nicht, sagte Tuchel, für den es sich anfühle "wie ein Europapokalspiel, das man 3:4 auswärts verloren hat und das man jetzt zuhause gewinnen muss". Die bisherige Top-Saison könne man nun "vergolden".

Fakten zum Spiel und mögliche Aufstellungen

Schiedsrichteransetzungen

Mit einem emotionalen Auftritt hat Interimstrainer Roger Prinzen den Glauben an den Verbleib des "Clubs" in der Bundesliga beschworen. "Ihr könnt mich für verrückt erklären, aber ich glaube an diese Chance, dass wir es schaffen. Wir müssen Krieger sein", sagte der FCN-Trainer. Nürnberg braucht auf Schalke einen Sieg, um noch eine Chance auf den Relegationsplatz zu haben. Gleichzeitig darf der Hamburger SV sein Spiel in Mainz nicht gewinnen. Der "Club" hat die letzten sechs Spiele verloren sowie zehn der vergangenen elf. Im Fußball, wiederholte Prinzen, "ist immer alles möglich". Er erinnerte an 1899 Hoffenheim, das in der vergangenen Saison völlig unerwartet mit einem Last-Minute-Sieg bei Borussia Dortmund die Relegation erreicht hatte.

Allerdings ereilte die Franken am Freitag eine Hiobsbotschaft: Torwart Raphael Schäfer fällt aus. Der Kapitän zog sich eine schwere Muskelverletzung in der Schulter zu. Zudem fehlen mit Javier Pinola, Timothy Chandler und Marvin Plattenhardt drei Spieler gelbgesperrt. Markus Feulner wird wieder zum Kader gehören, Ondrej Petrak und Makoto Hasebe stehen noch auf der Kippe.

Bei den Königsblauen kehrten in dieser Woche Kaan Ayhan und Jefferson Farfan ins Mannschaftstraining zurück. Kapitän Benedikt Höwedes steht vor seinem Comeback. "Ich bin voll belastbar, fühle mich richtig gut und traue mir durchaus zu, von Anfang an zu spielen", sagt Höwedes. Die Zielsetzung für das sichere Erreichen der Königsklasse ist klar: "Wir benötigen nur noch einen Punkt, aber werden trotzdem offensiv und voll auf Sieg spielen." Dann ist den Schalkern auch egal, was Leverkusen gegen Bremen macht.

Fakten zum Spiel und mögliche Aufstellungen

Schiedsrichteransetzungen

Trainer Torsten Lieberknecht glaubt fest an den Klassenerhalt seiner Braunschweiger. "Die Mannschaft will den Sieg und das Wunder schaffen. Endspielstimmung ist definitiv da", sagte Lieberknecht. Braunschweig benötigt als Tabellenletzter einen Sieg, um an Hamburg und Nürnberg vorbeizuziehen. Der letzte und in dieser Saison bislang einzige Erfolg der Eintracht auf fremdem Platz liegt allerdings über sieben Monate zurück. Am 5. Oktober (8. Spieltag) gewannen die Löwen beim VfL Wolfsburg mit 2:0. "Mit den Fans im Rücken werden wir das Auswärtsspiel zu einem Heimspiel machen und alles abrufen", ist sich Lieberknecht sicher. Etwa 6.000 Anhänger werden die Eintracht nach Sinsheim begleiten.

Der 40-Jährige hofft auf die Wiederholung der Ereignisse von 2008, als die Eintracht am letzten Spieltag den Absturz in die 4. Liga verhinderte. "Vielleicht wiederholt sich ja am Samstag die Geschichte", meinte Lieberknecht, der mit seiner Mannschaft bereits seit Donnerstag im Kraichgau weilt. Nicht dabei ist Oumar Elabdellaoui aufgrund von Bauchmuskelproblemen.

Gastgeber Hoffenheim steckte vor einem Jahr selbst noch in einer ähnlichen Situation, kann aber aktuell als Tabellenneunter den Schlussstrich unter eine größtenteils sorgenfreie Saison ziehen. "Wir wollen noch einmal ein Ausrufezeichen setzen", sagt Trainer Markus Gisdol. "Wir haben bisher eine sehr gute Saison gespielt. Mit einem Sieg zum Abschluss wäre sie sehr, sehr gut." Die Personalsituation ist im Vergleich zur Vorwoche unverändert: Anthony Modeste fehlt weiterhin wegen seiner Rotsperre, auch die Langzeitverletzten Sven Schipplock und Koen Casteels müssen passen.

Fakten zum Spiel und mögliche Aufstellungen

Schiedsrichteransetzungen