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Einen dicken Blumenstrauß gab es aus dem Kreis der Journalisten, als sich Verteidiger Ömer Toprak vom SC Freiburg am Freitag erstmals nach seinem schlimmen Kart-Unfall am 9. Juni öffentlichen Fragen stellte.

Der Profi berichtete auf der Pressekonferenz im badenova-Stadion von seinen Fortschritten in der Reha genauso wie über sein Erleben des Saisonstarts. Vor allem aber blickt er optimistisch in die Zukunft.

Frage: Herr Toprak, wie geht es Ihnen?

Ömer Toprak: Soweit gut. Wenn ich überlege, dass mein Unfall eigentlich erst vier Monate her ist, würde ich sogar sagen: richtig gut.

Frage: Wie schlimm waren Ihre Verletzungen?

Toprak: Sehr schlimm. Ich bin sieben Mal operiert worden, das waren hauptsächlich Hauttransplantationen, und ich lag zwei Monate im Krankenhaus. Mein Fußgelenk schmerzt weiterhin, auch aufgrund der Narben. Aber auch das ist bereits besser geworden.

Frage: Denken Sie schon wieder ans Fußballspielen?

Toprak: Mit dem Ball etwas zu machen, ist noch nicht drin. Die Ärzte haben mir ein Reha-Programm zusammengestellt, das die Belastungen Schritt für Schritt steigert. Sie müssen sich vorstellen, dass ich in den ersten zwei Monaten ausschließlich im Bett lag und außer Narbenmassage und Lymphdrainage nicht viel gemacht werden konnte.

Frage: Wer hat Ihnen in dieser Zeit am meisten Kraft gegeben?

Toprak: Alle haben mir Kraft gegeben. Meine Eltern, meine Familie, der Trainer oder unser Sportdirektor, die mich schon auf der Intensivstation besucht haben, meine Mitspieler und meine Freunde. Vor allem aber haben mich auch die vielen Genesungswünsche der Fans aufgebaut. Da bedanke ich mich besonders bei Tim Schütz, der die Internetseite für Genesungswünsche an mich eingerichtet hat. Aber auch bei allen anderen Fans, denen des SC und den Fußballfans aus ganz Deutschland, die mir dort Gute Besserung gewünscht haben.

Frage: Was die Fans neben Ihrer Genesung bewegt, ist die Frage, ob Sie bald wieder für den SC Freiburg Fußball spielen werden?

Toprak: Ich bin recht optimistisch, dass es wieder klappt. Die Ärzte bekräftigen mich in dieser Hinsicht auch regelmäßig. Es hat auch noch kein Arzt gesagt, dass es nicht klappen würde. Deshalb bin ich zuversichtlich. Aber es gibt dafür keine bestimmte Frist. Ich hatte einen schweren Unfall und bin froh, dass ich wieder gehen und jeden Tag Sport machen kann. Die Ärzte in Tübingen und auch hier in Freiburg haben hervorragende Arbeit geleistet.

Frage: Beim ersten Saisonspiel gegen den Hamburger SV waren auch Sie wieder im Stadion und saßen auf der Ersatzbank zwischen Ihren Kollegen.

Toprak: Ja, ich habe alle Heimspiele im Stadion verfolgt und mir auch die Auswärtsspiele angesehen. Ich versuche, so oft wie möglich beim Team zu sein. Meine Mitspieler waren in der schlimmsten Phase meines Lebens bei mir, jetzt versuche auch ich wieder zu helfen, wenn es nötig ist. Es ist eigentlich bereits genauso wie vorher, nur das ich nicht spiele.

Frage: Und wie hat Ihnen der Saisonstart gefallen?

Toprak: Ich finde, wir machen es als Mannschaft gut. Wir konnten spielerisch auch in den Partien mithalten, in denen das Ergebnis nicht gestimmt hat. Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben und ich bin davon überzeugt, dass uns das gelingt.

Frage: Wovon hängt es denn vor allem ab, wann Sie wieder selbst spielen können?

Toprak: Sehr wichtig dafür ist der Heilungsprozess in meinem rechten Sprunggelenk. Der Verein lässt mich in Ruhe arbeiten und jetzt wieder zum Laufen auf dem Rasen des Trainingsplatzes zu sein und nicht in der Halle oder auf dem Laufband, das ist bereits ein klasse Gefühl.