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Köln - Ob der Rekord von Karl-Heinz Körbel jemals gebrochen wird? Der "treue Charly" absolvierte mit 602 Spielen nicht nur die meisten Partien in der Bundesliga. Er trug dabei auch das Trikot eines einzigen Vereins - das von Eintracht Frankfurt. Eine solche Vereinstreue ist heute sehr selten geworden, aber es gibt noch Beispiele.

Bastian Schweinsteiger ist aktuell das leuchtendste Beispiel für Vereinstreue. Alle seine 342 Bundesliga-Spiele bestritt er für den FC Bayern. In der Liste der 20 aktiven Profis, die momentan die meisten Bundesliga-Spiele auf dem Buckel haben, ist er neben Gonzalo Castro (286 Spiele für Leverkusen) der einzige Spieler, der alle Partien für einen einzigen Verein spielte. Und Castro hat nun in Dortmund eine neue Herausforderung angetreten.

Schweinsteiger rangiert hinter Roman Weidenfeller und Stefan Kießling (je 345 Spiele) auf Platz 3 der Liste der aktiven Profis mit den meisten Einsätzen. Historisch gesehen trennen Schweinsteiger noch minimal acht Jahre, um zu Karl-Heinz Körbel noch aufzuschließen. Das scheint kaum machbar zu sein.

Frankfurter besonders vereinstreu

Auffallend ist, dass in den Top Ten der Spieler mit den meisten Einsätzen für nur einen Verein vier Frankfurter zu finden sind. Jürgen Grabowskis 441 Spiele bedeuten Rang 6, Bernd Nickels 426 Platz 9 und Bernd Hölzenbeins 420 Rang 10. Weiter in den Top Ten platziert sind Hamburgs Manfred Kaltz (581) auf Position 2, Bochums Michael Lameck (518) auf Platz 3, Münchens Sepp Maier (473) auf Rang 4, Dortmunds Michael Zorc (463) auf Platz 5, Düsseldorfs Gerd Zewe (440) auf Platz 7, Bayerns Gerd Müller (427) auf Rang 8 sowie Bremens Horst-Dieter Höttges (420) auf Position 10.

Von den 20 aktiven Bundesliga-Spielern mit den meisten Bundesliga-Einsätzen sind sechs Spieler unter 30 – Castro (28), Gentner (29), Hunt (28), Neuer (29), Rafinha (29) und Russ (29). Der jüngste in der Liste ist der Neu-Dortmunder Gonzalo Castro, der gerade erst 28 Jahre alt geworden ist. Sein Bundesliga-Debüt gab er einst schon mit 17 Jahren und sieben Monaten für Leverkusen.

Der älteste dieser 20 Spieler ist Ivica Olic (229 Spiele) mit knapp 36 Jahren, der für die Hertha, Hamburg, Bayern und Wolfsburg Bundesliga-Spiele absolvierte. Mit Martin Stranzl (254 Spiele) befindet sich nur noch ein weiterer Ü-35 Spieler unter den Top 20 der Aktiven mit den meisten Bundesliga-Einsätzen. Der Mönchengladbacher spielte zuvor noch für Stuttgart und 1860 München in der Bundesliga.

Weidenfeller geht in seine 14. Saison beim BVB

Wenn wir die Juniorenjahre außer Acht lassen, haben auch weitere Profis ihrem aktuellen Verein über viele Jahre die Treue gehalten. Roman Weidenfeller etwa ist BVB-Rekordkeeper. Nur Michael Zorc (463 Spiele) bestritt mehr Spiele für Dortmund als der Torwart (339). Weidenfeller ist seit 2002 beim BVB, seit 2004 war er die Nummer Eins. In der vergangenen Saison wackelte dieser Status.                

Seit 2004 ist Alex Meier bei der Frankfurter Eintracht gesetzt. Er spielte 2014/15 bereits die elfte Saison bei der Eintracht, erlebte einen Ab- und zwei Aufstiege mit. Mit seinen 19 Toren im Vorjahr avancierte er zum Torschützenkönig der Bundesliga.                       

Bremens Clemens Fritz (seit 2011 Kapitän) geht in seine zehnte Saison bei Werder Bremen. Er hat seinen Vertrag Anfang Mai noch einmal um ein Jahr bis 2016 verlängert. Mit Werder geht es aufwärts (Fritz sieht für die nächste Saison gute Perspektiven), körperlich fühlt er sich gut. Sein Ziel für die neue Saison sind 34 Einsätze, er sieht sich nicht als Standby-Profi.

Kießling traf 122 Mal für Bayer 04

Auch Leverkusens Stefan Kießling bestreitet seine zehnte Spielzeit im gleichen Trikot. Er hat bei der Werkself einen Vertrag bis 2017. Dann wäre er elf Jahre bei Bayer. Stefan Kießling erzielte 122 Bundesliga-Tore für Leverkusen (nur Ulf Kirsten schoss mehr: 182)

Seit acht Jahren läuft Elkin Soto für den 1. FSV Mainz 05 auf. Er erlitt am 31. Spieltag gegen den HSV in einem Zweikampf mit Rafael van der Vaart eine vollständige Ausrenkung des linken Kniegelenks. Soto wollte eigentlich nach der Saison in die Heimat zurückkehren, nach der schweren Verletzung wurde sein im Sommer auslaufender Vertrag nun aber um ein Jahr verlängert.

Auch Wolfsburgs Marcel Schäfer geht in seine neunte Saison mit seinem aktuellen Verein. Seit 2007 spielt er für die Wölfe, er wurde Meister und Pokalsieger. Im gleichen Jahr debütierte auch Benedikt Höwedes bei den Profis des FC Schalke 04, dessen Kapitän er seit 2011 ist. Der Weltmeister spielte zuvor bereits sechs Jahre in den Juniorenteams der Knappen.

Tobias Gonscherowski