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Köln - Vier Teams stehen vor dem achten Spieltag noch ohne Niederlage da - ein absolutes Novum in der Bundesliga-Historie. Der FC Bayern München, die TSG Hoffenheim, Borussia Mönchengladbach und der 1. FSV Mainz 05 sind "Die Unbesiegten". Grund genug für bundesliga.de, diese vier Mannschaften genauer unter die Lupe zu nehmen.

FC Bayern München

Der Deutsche Meister gehört nach sieben Spieltagen nicht nur zu den Unbesiegten, er führt die Tabelle auch souverän mit vier Punkten auf Platz zwei an und weißt mit schon 15 Toren und nur zwei Gegentreffern sowohl die beste Offensive, als auch die beste Defensive der Bundesliga auf. Folgende Faktoren machen den Erfolg der Bayern aus.

Die Topdaten

  • Der Rekordmeister hat die geringste Fehlpassquote der Bundesliga (13 Prozent).

  • Die Bayern gaben bereits 128 Torschüsse ab - so viele wie kein anderes Team.

  • In fünf von sieben Spielen stand beim FC Bayern hinten die Null.

Die Neuverpflichtung

Robert Lewandowski hat sich beim Rekordmeister sehr gut eingefügt. Der Torschützenkönig der letzten Saison führt mit seinen vier Toren nach sieben Spieltagen die interne Torschützenliste gemeinsam mit Mario Götze an. Ligaweit gaben nur Raffael (M'Gladbach / 27) und Bellarabi (Leverkusen / 26) mehr Torschüsse ab. Zuletzt gelang ihm sogar der erste Doppelpack im Trikot der Bayern.

Der Coole

Mario Götze scheint in seiner zweiten Saison beim den Münchenern so richtig durchzustarten. Dem Schützen des goldenen Tores im WM-Finale gelangen erstmals vier Tore an den ersten sieben Bundesliga-Spieltagen. Auch seine Quote beim Verwerten der Großchancen war sehr gut. Er blieb kühl im Abschluss und versenkte drei von vier hundertprozentigen Möglichkeiten (75 Prozent).

Der Ballmagnet

Xabi Alonso


Als er vom FCB verpflichtet wurde, waren einige überrascht. Doch in kürzester Zeit ist Alonso zu einer prägenden Figur des Bayern-Spiels geworden. Mit 204 Ballbesitzphasen im Spiel beim 1. FC Köln stellte er einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Zudem kommen überragende 90 Prozent seiner Pässe beim Gegner an – Ligahöchstwert.

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TSG Hoffenheim

Im Gegensatz zur Vorsaison hat sich bei 1899 vor allem in der Defensive einiges getan. Nur der FC Bayern und Mönchengladbach kassierten weniger Treffer als das Team aus dem Kraichgau. Offensiv wissen die Hoffenheimer ja ohnehin zu überzeugen. Folgende Faktoren machen den Erfolg der TSG aus.

Die Topdaten

  • Hoffenheim ist seit acht Bundesliga-Spielen ohne Niederlage und stellte damit den Vereinsrekord ein.

  • Hoffenheim nutzte sechs Mal einen gegnerischen Ballverlust zum Torerfolg - Ligaspitze.

  • Keine andere Mannschaft erspielte sich so viele Großchancen wie Hoffenheim (16).

Die Neuverpflichtung

Die Verpflichtung des bosnischen Nationalspielers Ermin Bicakcic von Eintracht Braunschweig war ein Top-Transfer. Er konnte zwar verletzungsbedingt erst drei Bundesliga-Spiele absolvieren, gewann dabei jedoch beeindruckende 75 Prozent seiner direkten Duelle. Zuletzt wurde Bicakcic durch einen Muskelfaserriss zwar zurückgeworfen, kommt er allerdings wieder in die Form der ersten drei Spiel, wird er aus der Hoffenheimer Defensive auch weiterhin nicht wegzudenken sein.

Der Schlüsselspieler

Roberto Firmino ist der Schlüsselspieler in Hoffenheims Offensive. Er war an den ersten sieben Spieltagen an vier Toren beteiligt. Seine 21 abgegebenen Torschüsse sind ein Top-Wert für einen Mittelfeldspieler, nur Karim Bellarabi (Leverkusen) versuchte es häufiger (26 Mal).

Der Treffsichere

Tarik Elyounoussi


Der Norweger ist im zweiten Jahr in Hoffenheim angekommen. Er hat an den ersten sieben Spieltagen vier Mal getroffen und war damit Hoffenheims treffsicherster Spieler. Er verwerte sehr starke 80 Prozent seiner Großchancen (vier von fünf). Bemerkenswert, blieb er doch in seiner ersten Bundesliga-Saison gänzlich ohne Tor.

Borussia Mönchengladbach

Bei den "Fohlen" stimmt es ebenfalls sowohl in der Defensive (erst 4 Gegentore, nur der FC Bayern hat weniger), als auch in der Offensive. Besonders die Achse zwischen den zumeist gesetzten Martin Stranzl (Abwehr), Christoph Kramer (Mittelfeld) und Max Kruse (Sturm) funktioniert im Team von Lucien Favre exzellent. Folgende Faktoren machen den Erfolg von Borussia Mönchengladbach aus.

Die Topdaten

  • Einzig Bayern hat eine geringere Fehlpassquote (13 Prozent) als Mönchengladbach (17,2 Prozent).

  • Mit durchschnittlich 120 Kilometer pro Spiel gehört das Team vom Niederrhein zu den lauffreudigsten der Bundesliga.

  • Kein Bundesliga-Spieler gab mehr Torschüsse ab als BMG-Stürmer Raffael (27).

Der Eckpfeiler

Mönchengladbach kann sehr froh sein, dass Martin Stranzl seinen Vertrag nochmals verlängert hat. Der Kapitän ist der Eckpfeiler in der Defensive. An den ersten sieben Spieltagen war er mit 77 Prozent gewonnener direkter Duelle der zweikampfstärkste Spieler der Bundesliga.

Der Selbstbewusste

Christoph Kramer merkt man das gestiegene Selbstbewusstsein durch den WM-Titel extrem an. Kramer hat eine starke Präsenz auf dem Platz und traut sich auch fußballerisch noch mehr zu als vergangene Saison. Mit seinen durchschnittlich knapp 13 Kilometern pro Spiel war er der laufstärkste Stammspieler der Bundesliga. Seine Sicherheit im Passspiel war ebenfalls beeindruckend: 88 Prozent seiner Pässe kamen beim Mitspieler an, nur Xabi Alonso hatte von den Stammspielern eine noch bessere Passquote.

Der Passstarke

Max Kruse


Verletzungsbedingt absolvierte Max Kruse erst fünf Bundesliga-Spiele in der laufenden Saison. In denen unterstrich er einmal mehr seine Wichtigkeit fürs Team. Der spielstarke Borusse erzielte bereits drei Treffer, hat mit 85 Prozent angekommener Pässe die beste Passquote aller Bundesliga-Stürmer und war 63 pro Spiel am Ball – von allen Stammstürmern der Bundesliga am häufigsten.

1. FSV Mainz 05

Das die Mainzer nach dem siebten Spieltag noch ungeschlagen sind, hätten nach dem frühen Aus in DFB-Pokal und Europa League wohl die Wenigsten gedacht. Dafür verantwortlich ist aber nicht nur die stabile Defensive (erst sechs Gegentore), sondern vor allem die eiskalte Offensive. Mainz münzte 80 Prozent seiner Großchancen (acht von zehn) in Tore um - ein absoluter Top-Wert. Folgende Faktoren sind außerdem für den Mainzer Erfolg verantwortlich.

Die Topdaten

  • Mainz kassierte als einziges Team zu Hause noch kein Gegentor.

  • Mainz gehört zu den laufstärksten Teams der Liga, nur drei Mannschaften liefen durchschnittlich mehr pro Spiel als Mainz (118,5 Kilometer).

  • Aus 67 Torschüssen der Mainzer resultierten zehn Tore - ein sehr guter Wert.

Der Abwehrchef

In Abwesenheit von Nikolce Noveski ist Niko Bungert in die Verantwortung gerutscht und hat sich zum Abwehrchef gemausert. In vier der letzten sechs spiele führte er die Mainzer als Kapitän aufs Feld. Mit 71 Prozent gewonnener Zweikämpfe befindet er sich unter den Top Five der Bundesliga.

Der Aktivposten

Johannes Geis war an 27 Torschüssen beteiligt, gab nach Shinji Okazaki die meisten Torschüsse bei Mainz ab (zehn) und legte seinen Mitspielern die mit Abstand meisten Torschüsse auf (17). Er zeigt immer vollen Einsatz und hat schon 20 Fouls begangen (nur zwei Spieler ligaweit mehr), dabei aber erstaunlicherweise nur eine Gelbe Karte gesehen.

Der Top-Torjäger

Shinji Okazaki


Mit fünf Treffern führt er die Torschützenliste nach dem fünften Spieltag an. Okazaki stellte einen neuen Japan-Rekord auf und löste Yasuhiko Okudera als Rekordtorschützen ab. Besonders beeindruckend ist die Kaltschnäuzigkeit von Okazaki: Er verwertete 100 Prozent seiner Großchancen (alle vier).

Dennis-Julian Gottschlich und Tobias Anding