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Bremen - Wie es sich anfühlt, mit Werder Bremen das Derby gegen den Hamburger SV zu gewinnen, dass hat Zlatko Junuzovic in der Rückrunde der vergangenen Saison schon erlebt. Mit 3:1 gewannen die "Grün-Weißen" im Wohnzimmer des Erzrivalen.

Die Erinnerungen daran sind für den österreichischen Mittelfeldstrategen in Reihen der Bremer immer noch frisch. "Das war richtig geil", erklärte Junuzovic im bundesliga.de-Interview. Seine erste Heimpartie gegen den HSV kann er kaum erwarten: "Ich bin mir sicher, dass die Stimmung am Samstag in Bremen richtig kochen wird."

Junuzovic wagte aber nicht nur einen Ausblick auf das Derby, sondern sprach auch über die Chancen der Bremer auf eine Teilnahme am Europapokal und bewertete seinen Stellenwert in der jungen Werder-Mannschaft.

bundesliga.de: Herr Junuzovic, gleich am 2. Spieltag steht das ewig junge Duell zwischen Werder und dem HSV auf dem Programm. Keine Frage: Ein Sieg muss her.

Zlatko Junuzovic: Wir wollen vor heimischem Publikum gegen den Erzrivalen natürlich unbedingt die drei Punkte zuhause halten. Dafür müssen wir an unsere Stärken glauben und unser Spiel durchziehen. Wichtig wird sein, dass wir Tore schießen. Denn das ist momentan ein bisschen unser Manko: Wir nutzen unsere Chancen nicht so konsequent.

bundesliga.de: Beide Teams sind mit Niederlagen in die Saison gestartet. Ist Werder dennoch der Favorit?

Junuzovic: Der HSV hat sich im DFB-Pokal sicherlich nicht von der besten Seite präsentiert. Aber diese Situation ist für uns sehr gefährlich. Denn gegen einen angeschlagenen Gegner kann das Ganze sehr schnell nach hinten losgehen.

bundesliga.de: Hat das Kribbeln vor diesem traditionsreichen Derby schon eingesetzt?

Junuzovic: Ich habe das Derby in der vergangenen Saison in Hamburg erlebt. Da haben wir gewonnen und das war richtig geil. Ich bin mir sicher, dass die Stimmung am Samstag in Bremen auch richtig kochen wird. Und ich hoffe, dass unsere Fans am Ende wieder glücklich und zufrieden nach Hause gehen.

bundesliga.de: Wird sich Werder nach zwei Jahren der Abstinenz wieder fürs europäische Geschäft qualifizieren?

Junuzovic: Von der Qualität des Kaders ist das auf jeden Fall möglich. Ich möchte mich aber nicht auf ein Ziel festlegen. Wir sind aber alle extrem hungrig auf Erfolg. Unser Kombinationsspiel und unsere Aktionen nach vorne funktionieren schon ganz gut. Aber, wie schon erwähnt, müssen wir dann auch die nötigen Treffer erzielen. Denn sonst kann die ganze Euphorie schnell kippen. Wir tun gut daran, uns Woche für Woche immer wieder neu auf das anstehende Spiel zu konzentrieren und zu fokussieren.

bundesliga.de: Nach dem Abgang der vielen Routiniers musste sich in Bremen die Hierarchie neu ordnen. Wie sieht diese jetzt aus und welche Rolle spielen Sie dabei?

Junuzovic: Wir sind eine sehr junge Mannschaft. Da ist es wichtig, dass sich auf dem Platz keiner versteckt und alle ein Stück weit Verantwortung übernehmen. Ich habe in meinem ersten halben Jahr in der Bundesliga viel gelernt, auch wenn wir am Ende nichts zu feiern hatten. Ich möchte mich in diesem Jahr mit meinen Qualitäten einbringen und der Mannschaft so gut es nur geht helfen. Schließlich will und muss ich mich auch weiterentwickeln.

Das Gespräch führte Michael Reis