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München - Wenn am Samstag das Borussenduell zwischen Mönchengladbach und Dortmund steigt, geht es um nichts weniger als die Tabellenspitze. Mit einem Sieg wären beide Teams jeweils Spitzenreiter, bei einem Remis würde der BVB oben bleiben, falls der FC Bayern gegen Bremen patzt.

Sowohl Gladbach als auch Dortmund gehen nach den Siegen vom vergangenen Wochenende mit einer großen Portion Selbstvertrauen in den West-Schlager. Doch welche Mannschaft ist in den Schlüsselpositionen besser besetzt? bundesliga.de wirft einen genauen Blick auf die Leistungsdaten der entscheidenden Spieler.

Marc-Andre ter Stegen - Roman Weidenfeller

Beide Torhüter spielen bislang eine hervorragende Saison und kassierten bis zu diesem Zeitpunkt erst jeweils neun Gegentreffer. Der Gladbacher Keeper Marc-Andre ter Stegen knüpft nahtlos an die guten Leistungen aus der letzten Spielzeit an und wehrte sehr gute 83 Prozent der Torschüsse, die auf seinen Tor kamen, ab - Bestwert der Liga. Zudem fing ter Stegen bereits 37 hohe Bälle ab, ligaweit die meisten. Roman Weidenfeller parierte ebenfalls starke 81 Prozent der Torschüsse, die auf seinen Kasten kamen. Der BVB-Keeper wehrte sogar einen Elfmeter gegen Augsburgs Sankoh ab. 2010/11 hatte er so oft zu Null gespielt wie kein anderer Keeper (14 Mal), in der laufenden Saison gelang ihm das sieben Mal (nur Neuer öfter, neun Mal). Der größte Unterschied zwischen den beiden Torhütern: Ter Stegen ist wesentlich aktiver ins Spiel eingebunden (im Schnitt 60 Ballkontakte pro Spiel, Weidenfeller hat nur 34).

Dante - Mats Hummels

Gladbachs Dante ist einer der stärkeren Innenverteidiger der Liga, organisiert vielsprachig die Abwehr und baut das Spiel in der Regel gut von hinten auf - er schlug nach ter Stegen die meisten langen Pässe aller Borussen (83, gute 48 Prozent kamen an). In dieser Saison gewann er allerdings bislang nur durchschnittliche 59 Prozent seiner Zweikämpfe - 09/10 lag er noch bei 69 Prozent. Mats Hummels wirkt durch sein ruhiges und selbstsicheres Auftreten sowie das gute Stellungsspiel wie ein Routinier. Der 22-Jährige gewann starke 66 Prozent seiner Zweikämpfe (10/11 waren es 63 Prozent) und fing ligaweit die zweitmeisten Zuspiele ab. Hummels beging in seiner Bundesliga-Karriere im Schnitt nicht einmal ein Foul pro Spiel (71 in 102 Einsätzen) und kassierte nur elf Gelbe Karten.

Roman Neustädter - Sebastian Kehl

Gladbachs lauffreudiger Roman Neustädter ist in der aktuellen Saison absoluter Stammspieler im zentralen Mittelfeld und dort als einziger Akteur gesetzt. Neben ihm wechseln sich Nordtveit und Marx ab, wobei der Norweger in den letzten Spieltagen die Nase vorn hatte. Neustädter gewann ordentliche 55 Prozent der Zweikämpfe. An einem Tor war er diese Saison zwar noch nicht beteiligt, doch zuletzt "schnupperte" er mehrmals daran. So vergab der 23-Jährige gegen Köln freistehend die Führung für die "Fohlen". Sebastian Kehl kam in dieser Saison neun Mal zum Einsatz und ging dabei nie als Verlierer vom Platz (acht Siege, ein Remis). Kein anderer Spieler hat ligaweit so oft gespielt und nie verloren. Während Neustädter trotz höherer Einsatzzeit erst eine Gelbe Karte gesehen hat, stehen bei Kehl bislang vier zu Buche.

Juan Arango - Mario Götze

In der derzeit guten Form ist Juan Arango ein begnadeter Offensivspieler, der von der linken Seite für Impulse sorgt und tolle Pässe sowie Standards schlagen kann. Der Linksfuß gab diese Saison schon genauso viele Torvorlagen wie in der kompletten letzten Spielzeit (acht), ist aktuell damit gemeinsam mit Franck Ribery bester Vorlagengeber der Liga. Kein Bundesligaspieler bereitete auch so viele Großchancen vor wie der Linksfuß (neun). Der Venezolaner schlug die meisten Flanken aller Borussen (23), zwei davon führten zu Toren. Mario Götze war an neun der 29 BVB-Treffer dieser Saison beteiligt (fünf Tore, vier Vorlagen). Die beiden Partien, in denen der 19-Jährige gesperrt war, verlor Dortmund - Götze ist schon in jungen Jahren unersetzlich. Kein anderer Dortmunder bereitete so viele Torschüsse vor wie der Jungstar (43).

Marco Reus - Robert Lewandowski

Marco Reus spielt mit bislang zehn Toren und gab drei Torvorlagen eine ganz starke Saison. Elf seiner 13 Scorer-Punkte sammelte er in den sieben Heimspielen (an elf der 16 Heimtore Borussias beteiligt). Ligaweit schoss Reus am häufigsten aufs Tor (60 Mal) und gab 42 Torschussvorlagen - das ist die höchste Torschussbeteiligung der Liga. Größtes Manko: Reus vergab sieben von zwölf Großchancen. Falls Reus wegen seines gebrochenen Zehs ausfällt, kann Mike Hanke in die Bresche springen. Dessen Torjäger-Gen blieb allerdings lange auf der Strecke - Hanke traf für Borussia erst drei Mal in 27 Spielen, war mit seinen ersten 27 Torschüssen dieser Saison erfolglos, um dann in Köln doppelt zu treffen. Robert Lewandowski war als Torschütze und Vorbereiter an 14 Toren direkt beteiligt (neun Tore, fünf Torvorlagen) und ist damit Dortmunds Topscorer.