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Hamburg - Der Gegner war namhaft, das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und das Stadion war mit 57.000 Zuschauern ausverkauft: Eine bessere Kulisse hätte man sich für das Jubiläumsspiel des Hamburger SV anlässlich des 125. Geburtstages gegen den FC Barcelona nicht wünschen können. Dass die Superstars wie Lionel Messi oder Xavi teilweise sehr kurzfristig abgesagt haben, tat der Stimmung keinen Abbruch. Lediglich das Ergebnis von 1:2 trübte ein bisschen das heitere Bild.

HSV-Mittelfeldrenner Ivo Ilicevic wirkte nach dem Schlusspfiff nach einer anstrengenden Woche mit der Südkorea-Reise - und dem Gewinn beim "Peace Cup" - ziemlich ausgelaugt, stand aber bundesliga.de dennoch ausführlich Rede und Antwort. Die Niederlage wollte er nicht überbewerten: "Die Ergebnisse in den Testspielen sind für uns nicht entscheidend", sagte er.

bundesliga.de: Herr Ilicevic, die Superstars haben beim FC Barcelona gefehlt - war es dennoch das bislang anspruchsvollste Testspiel für den Hamburger SV?

Ivo Ilicevic: Ja, das war es wohl. Auch ohne Messi. Barcelonas Reserve spielt ja in der zweiten spanischen Liga immer oben mit. Und die jungen Talente sind richtig gute Fußballer. Das konnte man deutlich erkennen. Wir haben aber dagegen gehalten. Natürlich hätten wir gerne gewonnen.

bundesliga.de: Steckten die Reisestrapazen vom Trip nach Südkorea noch in den Knochen?

Ilicevic: Auf jeden Fall. Das war eine richtig anstrengende Woche. Wir sind ja erst einen Tag vor dem Spiel wieder in Hamburg gelandet. Körperlich war das schon eine Belastung, aber wir haben uns dennoch gut präsentiert.

bundesliga.de: Immerhin hatte das Team den Siegerpokal im Gepäck und die Impressionen einer rauschenden Siegerehrung noch im Kopf. Motiviert so etwas zusätzlich?

Ilicevic: Jedes Erfolgserlebnis hat einen positiven Effekt auf eine Mannschaft. Aber ich finde, dass das Team sowieso gerade einen tollen Eindruck macht. Die Stimmung ist gut.

bundesliga.de: Wie weit ist der Hamburger SV in der Vorbereitung?

Ilicevic: Konditionell fehlt uns vielleicht noch ein bisschen. Aber das geht wohl allen Teams so. Bis zum Bundesliga-Start ist noch viel Zeit. Bis dahin werden wir alle topfit sein.

bundesliga.de: Trainer Thorsten Fink will in dieser Saison taktisch mehr variieren. Ist das ein Trainingsschwerpunkt?

Ilicevic: Ja, aber das war vorher auch schon so der Fall. Als Spieler muss man immer in verschiedenen Systemen geschult sein. Ich glaube, dass wir die Vorgaben des Trainers in der Vorbereitung bislang gut umgesetzt haben.

bundesliga.de: Nach den Abgängen von David Jarolim, Mladen Petric und Paolo Guerrero wird die Hierarchie im Team neu geregelt. Klappt das?

Ilicevic: Dass Spieler kommen und gehen, ist in der Bundesliga gang und gäbe. Das entwickelt sich dann von selbst. Die Neuen schlagen sich richtig gut und haben sich bei uns bislang auch schon super integriert.

bundesliga.de: Am 4. und 5. August steht in der Imtech Arena das hochkarätige Vorbereitungsturnier mit Bayern, Dortmund, Werder und Ihrem HSV auf dem Programm. Ist das dann eine Standortbestimmung für die Leistungsfähigkeit der "Rothosen"?

Ilicevic: Das ist schwer zu sagen. In den Vorbereitungsspielen wird ja auch immer jede Menge ausprobiert. Und wie schon erwähnt: Wir haben danach immer noch Zeit, an uns zu arbeiten.

bundesliga.de: Aber in der vergangenen Saison hat ein Sieg gegen den FC Bayern für eine unglaubliche Euphorie gesorgt, in der Bundesliga folgte dann der Nackenschlag.

Ilicevic: Das ist häufig der Fall, dass Teams, die in der Vorbereitung sehr gute Leistung zeigen, diese auf einmal in der Liga nicht mehr abrufen können. Die Ergebnisse in den Testspielen sind für uns aber nicht entscheidend. Wir wollen uns bestmöglich auf den Saisonstart vorbereiten. Den Rest werden wir dann sehen.

Das Gespräch führte Michael Reis