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Ungeduld, sehnsüchtiges Warten und jeden Tag die Hoffnung, dass der Lieblingsverein einen neuen Spieler verpflichtet oder sich in einem Testspiel in Top-Form präsentiert hat: Die Rede ist von der Winterpause.

Die Unterbrechung des Spielbetriebs der Bundesliga dauert nur knapp sieben Wochen, also nicht einmal zwei Monate, doch sie kann nicht schnell genug vorüber sein.

Am Freitag hat das Warten aber - endlich - ein Ende: Der Ball rollt wieder! Doch wie wird die Rückrunde verlaufen? Wer entscheidet das Rennen um die Meisterschaft für sich? Welche Clubs lösen die Tickets für die europäischen Wettbewerbe und welche Mannschaften müssen am Saisonende den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten?

Um einen Überblick zu verschaffen, hat bundesliga.de die Köpfe zusammengesteckt und beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zur Rückrunde:

Kann 1899 Hoffenheim den Ausfall von Vedad Ibisevic kompensieren?

Als Ersatz für den verletzten Ibisevic wurde Boubacar Sanogo von Werder Bremen ausgeliehen. Ob der 26-Jährige die Lücke ausfüllen kann, darf angezweifelt werden. Bei Werder gehörte er zuletzt nicht zur Stammelf. Bei acht Einsätzen in dieser Saison - sieben Mal eingewechselt - traf er nur ein Mal. Nicht gerade ein Spitzenwert. Für Sanogo spricht jedoch, dass er zu Beginn bei einem neuen Verein immer hervorragend gespielt hat. Beim HSV (2006/07) traf er in den ersten drei Spielen je ein Mal und für Bremen (2007/08) erzielte er sieben Tore und drei Assists in den ersten zwölf Partien. Sollte Sanogo in Hoffenheim ein ähnlich guter Einstand glücken, wäre Ibisevic' Ausfall nicht vergessen, aber weniger fatal.

Warum sind die Bayern schon gefühlter Meister?

Was sich in der Vorbereitung mit fünf Siegen aus fünf Spielen schon angedeutet hatte ist nach dem beeindruckenden 5:1-Sieg im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart Gewissheit: Die Bayern sind in Hochform! Nach der überragenden Leistung gegen die Schwaben fragt man sich, wie es wohl aussieht, wenn der FCB Bastian Schweinsteigers Ansage, dass das Team noch besser spielen könne, umsetzt? Faktum ist: Während Spitzenreiter Hoffenheim durch den Ausfall von Vedad Ibisevic geschwächt in die Rückrunde geht, sind die Bayern stark wie selten zuvor. "Wenn wir so spielen, wird es schwer für die anderen", sagt Manager Uli Hoeneß. Und er dürfte wohl Recht behalten, denn solche Bayern sind kaum zu schlagen.

Verpasst Werder Bremen die "Euro-Tickets"?

Nichts in dieser Saison war so unbeständig wie die Leistung von Werder Bremen. Auf einen Kantersieg im Weser-Stadion folgte eine unnötige Niederlage oder ein vermeidbares Remis in der Fremde. Soll es am Ende aber für ein Ticket zu einem internationalen Wettbewerb reichen, muss sich das Team von Trainer Thomas Schaaf steigern. Immerhin hat Werder im DFB-Pokal in Dortmund gezeigt, dass es auch auswärts gewinnen kann. Das ist für einen Platz unter den ersten Fünf unumgänglich. Naldo und Co. gehen aber mit einem Handicap in die Rückrunde: Stürmer Pizarro und Spielmacher Diego sind noch für zwei bzw. drei Spiele gesperrt. Das Potenzial für ein "Euro-Ticket" hat Bremen, es muss es nur konstant abrufen.

Findet Fred Rutten das Rezept für den Aufschwung bei Schalke 04?

Hinten hui, vorne pfui - so lässt sich der Haken im Schalker Spiel am prägnantesten beschreiben. Während die Abwehr mit nur 16 Gegentreffern die beste der Liga ist, hinkt die Offensivabteilung (24 Tore, Platz 10) hinterher. Allen voran Kevin Kuranyi und Neuzugang Jefferson Farfan haben noch Luft nach oben. Sechs respektive fünf Tore sind nur Mittelmaß. Überdurchschnittlich waren beide im Auslassen von Großchancen. So hätte es etwa gegen den FCB und in Leverkusen (beide 1:2) mindestens einen Punkt geben können, hätten sie ihre hundertprozentigen Möglichkeiten genutzt. Bei S04, das sich offensiv oft ideenlos präsentierte, muss es endlich auch spielerisch klappen, damit sich der Erfolg wieder einstellt.

Hält Hans Meyer Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga?

Die Ausgangslage als Tabellenletzter mit der ligaweit schwächsten Defensive ist nicht optimal für den Klassenerhalt. Positiv ist jedoch, dass der Abstand zum "rettenden Ufer" nur zwei Punkte beträgt. Für Trainer Hans Meyer und die "Fohlen-Elf" ist also alles noch drin, vorausgesetzt, die Löcher in der Abwehr werden gestopft. Daher sind die Verantwortlichen im Winter auf Einkaufstour gegangen und haben neben Torwart Logan Bailly mit Dante, Paul Stalteri und Tomas Galasek drei Defensivspieler geholt. Letzterer ist die Schlüsselfigur im Gladbacher Spiel, da der 36-Jährige durch seine Erfahrung und Übersicht das Bindeglied zwischen Abwehr und Angriff bilden soll. Prognose: Es ist schwer, aber nicht unmöglich!


Zusammengestellt von Gregor Nentwig