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Köln - Schon am frühen Morgen herrscht Hochbetrieb am Kölner Geißbockheim. Mehr als 120 talentierte Kinder plus Trainer und Eltern tummeln sich am Trainingsgelände des 1. FC Köln, wo seit Montag, 31. Oktober das einwöchige Herbstferien-Trainingscamp stattfindet.

Zwei Trainingseinheiten stehen auf dem täglichen Plan. Die erste Einheit dauert von etwa 10 bis 12 Uhr. Es folgt die Mittagspause mit gemeinsamen Essen im Restaurant des Geißbockheims, ehe von 14 bis 16 Uhr das zweite Training des Tages durchgeführt wird. Macht unterm Strich zehn Extra-Trainingseinheiten und tausende Extra-Ballkontakte für die U8- bis U15-Talente der Kölner.

Gäste aus Schweden und den USA

"Wir führen diese Feriencamps mit unseren jüngeren Teams durch. Immer eine Woche in den Oster-, Sommer- und Herbstferien. Jeder Ballkontakt ist wichtig für die Kinder. In Brasilien haben die Kinder auf der Straße an einem Tag so viele Ballkontakte wie wir hier sonst in einer Woche", erklärt Stephan Engels, sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des 1. FC Köln. Neben den Kölner Kindern nehmen diesmal auch Gäste aus dem schwedischen Partnerklub Boo FF sowie Kids vom FC Orlando aus Florida (USA) teil.

Die Idee mit den Feriencamps für seine Talente hat der FC 2005 in Angriff genommen. "Wir haben damals gegen ältere Jahrgangsmannschaften der Aspire Academy aus Katar gespielt, die bei uns zu Gast waren. Im ersten Jahr haben wir locker gewonnen, ein Jahr später gegen die gleichen Mannschaften nur mit Müh und Not. Da haben wir gesehen, dass sich die Talente aus Katar dank der hervorragenden Möglichkeiten und einem höheren Trainingsumfang in ihrer Akademie erheblich weiterentwickelt haben", ergänzt Klaus Pabst, der den Basis- und Aufbaubereich der Kölner Nachwuchsspieler verantwortet.

"Feriencamps unter verschiedenen technisch-taktischen Schwerpunkten"

Dem Startschuss für die FC-Feriencamps ging erst mal eine sportmedizinische Entscheidung der Kölner Vereinsärzte voraus, dass es nicht zu einer Überlastung der Talente kommen könne. Ohnehin sind die Zeiten der Konditionsbolzerei ohne Ball vorbei im Bereich der Nachwuchsleistungszentren. Klaus Pabst: "Wir führen unsere Feriencamps unter verschiedenen technisch-taktischen Schwerpunkten durch. Diesmal geht es um das Defensivverhalten. Das geht von Eins-gegen-Eins-Situationen bis zum Spiel in Über- und Unterzahl in verschiedenen Situationen."

Grundsätzlich hat sich laut Pabst die Trainingsarbeit in den Leistungszentren der Bundesliga geändert. "Vor zehn Jahren stand in Deutschland das Verteidigen im Mittelpunkt. Heute konzentrieren wir uns mehr auf die Offensive; zum Beispiel das Spiel Eins-gegen-Eins, das vertikale Spiel in die Spitze oder das Verhalten im Ballbesitz. Denn eins ist klar: Wer das Eins-gegen-Eins in Ballbesitz beherrscht, findet auf dem Platz immer eine Lösung."