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Köln - Gleich im zweiten Spiel der EM-Qualifikation wartet auf die deutsche Elf die wahrscheinlich schwerste Aufgabe. Mit einigen Personalproblemen muss die Mannschaft von Joachim Löw in Warschau (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) bestehen. In jenem Stadion, in dem Neuer, Hummels und Co. das EM-Halbfinale 2012 gegen Italien verloren, sollen die schlechten Erinnerungen verdrängt werden. "Ich bin mir sicher, dass wir eine gute Mannschaft aufbieten und bin optimistisch, dass wir unsere Aufgabe lösen", so Joachim Löw. 

Natürlich hat auch der Bundestrainer das Spiel gegen Italien noch im Kopf. Mittlerweile sieht er sie als wichtigen Entwicklungsschritt seiner Elf. "Im Nachhinein war diese Niederlage vielleicht ganz hilfreich. Auch wenn sie schmerzlich war, haben wir bei der WM in Brasilien vielleicht sogar von ihr profitiert", sagte Löw, dem in Polen 15 der 23 Weltmeister zur Verfügung stehen.

Schürrle und Draxler können spielen

Trotz des Ausfalls von Mesut Özil gibt es auch gute Nachrichten aus dem Lager der Nationalmannschaft. Joachim Löw kann im Kampf um wichtige Punkte auf die angeschlagenen André Schürrle und Julian Draxler zurückgreifen. "André Schürrle ist fit, seine muskulären Probleme sind behoben, er ist einsetzbar. Das Gleiche gilt für Draxler. Ich gehe davon aus, dass er im Vollbesitz seiner Kräfte sein wird", versicherte der Bundestrainer. Draxler war wegen einer Grippe verspätet zur Mannschaft gestoßen.

Die Alternativen zu Draxler und Schürrle sind Lukas Podolski und Karim Bellarabi. Beide sind hoch motiviert. Für den im polnischen Gliwice geborenen Podolski ist es eine ganz besondere Partie. "Mein Traum wäre es", sagte Podolski in perfektem Polnisch, "dass wir Erster werden und Polen Zweiter. Dann feiern wir bei der EM 2016 zusammen." Debütant Bellarabi hatte schon im Vorfeld erklärt, dass für ihn mit einem Länderspieleinsatz ein Traum in Erfüllung gehen würde. Joachim Löw könnte dem Senkrechtstarter von Bayer Leverkusen diesen Wunsch erfüllen. 

Egal, welche Formation Löw aufbietet - die Aufgabe in der polnischen Hauptstadt hat es in sich. "Das wird ein heißes Spiel. Wir treffen auf einen hartnäckigen und aufsässigen Gegner, der nicht nur aus Lewandowski und Lukasz Piszczek besteht", sagte der Bundestrainer, der vor allem vor den schnellen und gefährlichen Kontern der Polen warnte. Der Erfolg im Sommer macht es nicht einfacher: "Wir wissen, dass wir als Weltmeister jetzt die Gejagten sind."

Polen wollen historischen Sieg

Die Bilanz spricht allerdings eindeutig für Deutschland. In 18 Partien gegen Polen ging die DFB-Elf noch nie als Verlierer vom Feld (12 Siege). Entmutigen lässt sich der Gastgeber von der verheerenden Statistik aber nicht. "Wir haben Respekt, aber keine Angst. Wir brennen darauf, unser Bestes zu zeigen - und werden alles geben, um diesen historischen Sieg zu erreichen", versprach Trainer Adam Nawalka. 

Auch Bayern-Star Robert Lewandowski gibt sich vor dem Duell mit seinen Teamkameraden verhalten optimistisch: "Wenn wir unser Topniveau erreichen, können wir gewinnen." Dafür müsste er aber Manuel Neuer überwinden, der vor dem Duell versicherte, dass er schon in einigen Trainingseinheiten die Null gegen Lewandowski halten konnte. Gelingt Neuer das heute Abend auch, stehen die Chancen sehr gut, dass die DFB-Elf ihre Serie gegen Polen ausbauen kann.

Florian Reinecke