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Wie im Vorjahr, als der VfL Wolfsburg in der Rückrunde die Meisterschaft gewann, bliesen die "Wölfe" in den letzten Wochen zur Jagd auf die Europa-League-Qualifikation. Nach sieben Siegen in acht Spielen saß man der Konkurrenz auf den begehrten Plätzen 4 bis 6 im Nacken.

Mit dem 2:4 im eigenen Stadion gegen Werder Bremen gab es einen Rückschlag. Trotzdem gibt der VfL den Kampf um einen Startplatz im Europapokal noch nicht auf.

"Die Chance ist noch da", ist Sascha Riether überzeugt, auch wenn sie "natürlich nicht größer geworden ist".

Ratlos ist der Defensivspieler bei der Frage nach der Schwäche des amtierenden Meisters gerade im eigenen Stadion: "Im Meisterjahr waren wir noch die stärkste Heimmannschaft. Da müssen wir wieder hinkommen."

Frage: Herr Riether, nach drei Siegen in Folge wieder eine Niederlage. Wie beurteilen Sie die Partie gegen Werder?

Sascha Riether: Die Zuschauer haben ein gutes Fußballspiel gesehen. Die Niederlage hat mich tief getroffen.

Frage: Sie haben zur Halbzeitpause 2:1 geführt. Fehlt es der Mannschaft an psychischer oder physischer Stärke?

Riether: Weder noch. Wir haben von den letzten acht Partien sieben gewonnen. Das schafft man nicht ohne das nötige Selbstbewusstsein. Und konditionell sind wir gut drauf.

Frage: Woran lag es dann?

Riether: Wir haben in der zweiten Halbzeit gedacht, es würde so weitergehen wie in der ersten Halbzeit. Auch da war Bremen ja optisch überlegen, aber wir haben bis auf den unglücklichen Elfmeter keine Chancen zugelassen. Aber dann hat Bremen den Druck wahnsinnig erhöht. Wir dürfen hier nicht vergessen, dass wir gegen eine Top-Mannschaft gespielt haben. Der Sieg war für Bremen im Endeffekt verdient.

Frage: Der VfL spielt wie im Vorjahr eine starke Rückrunde. Was hat sich gegenüber der Vorrunde verändert?

Riether: Wir sind in der Abwehr sehr viel stabiler geworden, auch wenn die vier Gegentore heute eine andere Sprache sprechen.

Frage: Mit 26 Punkten liegt der VfL in der Auswärtstabelle punktgleich hinter dem FC Bayern und vor Schalke 04 auf Rang 3. Im eigenen Stadion gab es dagegen bereits acht Niederlagen und mit 20 Punkten steht nur Rang 11 zu Buche. Woran liegt das?

Riether: Auswärts profitieren wir davon, dass wir schnell von Abwehr auf Angriff umschalten können und mit Edin Dzeko und Grafite schnelle und gefährliche Angreifer haben. Die Heimbilanz gibt uns allen Rätsel auf. Im Meisterjahr waren wir noch die stärkste Heimmannschaft. Da müssen wir wieder hinkommen.

Frage: Mit einem Sieg wäre der VfL am HSV vorbeigezogen. Ist der Zug in die Europa League abgefahren?

Riether: Nein, die Chance ist noch da, aber bei nur noch drei Spielen ist sie natürlich nicht größer geworden, zumal Stuttgart gewonnen hat. Aber wir waren vor diesem Spiel auf fremde Hilfe angewiesen und sind es auch jetzt noch. Aber wie man am Beispiel HSV heute wieder sehen konnte: In dieser Liga ist alles möglich.

Aufgezeichnet von Jürgen Blöhs

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