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München - Einen "Sahnetag" erwischte am vergangenen Samstag Dorge Kouemaha. Der Angreifer des 1. FC Kaiserslautern holte nicht nur den Elfmeter zum 1:0 heraus, sondern schoss in der 72. Minute auch den umjubelten 2:1-Siegtreffer.

Im Interview mit bundesliga.de gibt der Kameruner Einblicke in seine Gefühlswelt nach seinem ersten Bundesliga-Tor und blickt auf das nächste Spiel gegen den SC Freiburg voraus.

bundesliga.de: Was war das für ein Gefühl als Sie Ihr erstes Bundesligator und damit den Siegtreffer zum 2:1 auf Schalke schossen?

Dorge Kouemaha: Ich war natürlich sehr glücklich, mein erstes Bundesligator erzielt zu haben. Aber mein Tor war nicht nur für mich, sondern auch für die ganze Mannschaft wichtig. Für uns war das Spiel auf Schalke von großer Bedeutung und wir haben uns alle sehr gefreut, dass wir die drei Punkte geholt haben.

bundesliga.de: Sie sind aus Brügge auf Leihbasis in die Pfalz gewechselt. Was waren die Gründe?

Kouemaha: Die Chance in die Bundesliga zu wechseln, konnte ich nicht ablehnen. Im Vergleich zu Belgien wird in Deutschland besserer Fußball gespielt, zudem ist die Bundesliga ausgeglichener und stärker. Ich stand ja bereits beim MSV Duisburg unter Vertrag und wollte unbedingt wieder zurück nach Deutschland. Als das Angebot vom FCK, einem Verein mit riesiger Tradition und diesem tollen Stadion kam, habe ich daher nicht eine Minute gezögert und zugesagt.

bundesliga.de: Welche Ziele haben Sie mit dem 1. FC Kaiserslautern?

Kouemaha: Mein Ziel mit dem FCK ist ganz klar der Klassenerhalt. Persönlich möchte ich ganz einfach das Fußballspielen in der Bundesliga genießen und möglichst viele Tore erzielen.

bundesliga.de: Sie spielten bereits in Deutschland für den MSV Duisburg in der 2. Bundesliga und erzielten 15 Tore. Wie viele werden es diese Saison?

Kouemaha: Das ist eine schwierige Frage, schließlich weiß man nie was diese Saison noch alles passiert. Mit meinem ersten Bundesligatreffer habe ich für mich eine große Hürde genommen, da es für einen Stürmer nach dem ersten Tor meist leichter ist, weitere Tore zu erzielen. Natürlich wäre ich glücklich, wenn ich an die Duisburger Zeit anknüpfen und vielleicht sogar noch mehr Tore schießen könnte, aber eine genaue Anzahl zu nennen, das will ich nicht. Ich will mit meinen Mitspielern Spiele gewinnen, egal wer die Tore macht.

bundesliga.de: Was macht den Betzenberg so besonders?

Kouemaha: Fast das erste, was ich hier gelernt habe, ist, dass das Stadion auch "Betzenberg" heißt (lacht). Der FCK und sein Stadion zeichnen sich besonders durch seine tollen Fans aus, die ihre Mannschaft auch in schwierigen Situationen und nach Niederlagen unterstützen. Das ist in Belgien anders, dort wirst du als Spieler sofort ausgepfiffen, wenn du mal ein schlechtes Spiel ablieferst.

bundesliga.de: Sie spielten bereits in Griechenland, Ungarn und Belgien. Was unterscheidet diese Ligen von der Bundesliga?

Kouemaha: Der Unterschied zur Bundesliga ist riesig. In Griechenland und Ungarn sind die Ligen, Vereine und auch Stadien nicht so groß und das mediale Interesse ist viel geringer als hier. Der FC Brügge ist zwar der größte Verein in Belgien, aber generell hat der Fußball weniger Bedeutung. Das ist in Deutschland natürlich anders.

bundesliga.de: Es gibt in Deutschland Spieler wie zum Beispiel Joel Matip oder Maxim Choupo-Moting, die Spiele für das Nationalteam Kameruns absolvierten. Besteht Kontakt untereinander?

Kouemaha: Mit Maxim Choupo-Moting verstehe ich mich sehr gut und wir stehen auch öfters in Kontakt. Zudem telefoniere ich öfter mit Georges Mandjeck, der früher auch für den FCK gespielt hat.

bundesliga.de: Roger Milla ist seit der WM 1990 weltweit berühmt und wird in Kamerun immer noch als Nationalheld gefeiert. Welches ist Ihr Idol?

Kouemaha: Das stimmt, jeder in Kamerun liebt Roger Milla und sicher gehört er auch zu meinen Vorbildern. Mein Lieblingsspieler ist allerdings Didier Drogba. Mir gefällt seine Spielweise, zudem ist er wie ich sehr robust und zweikampfstark. Von Didiers Technik kann sich jeder Stürmer noch einiges abschauen.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die Chancen Kameruns auf eine Teilnahme bei der WM 2014 in Brasilien ein?

Kouemaha: Wir sind bei der WM 2010 in Südafrika bereits in der Vorrunde ausgeschieden und haben alle drei Spiele verloren. Das war für unser Land eine große Enttäuschung. Derzeit befindet sich das Nationalteam mitten in einer Findungsphase, aber wenn die Mannschaft weiter so konstant spielt, werden wir auch die Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien schaffen.

bundesliga.de: Am kommenden Samstag empfängt Kaiserslautern den Tabellen-Vorletzten aus Freiburg. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes "Sechs-Punkte-Spiel". Was muss der FCK tun, um diese Begegnung zu gewinnen?

Kouemaha: Freiburg ist ein Mitkonkurrent im Abstiegskampf. Wir müssen an das Spiel in Schalke anknüpfen und genauso kampfbetont und konzentriert in die Partie gehen. Unser Fokus ist voll auf Freiburg gerichtet und wir müssen erneut alles geben, um daheim zu gewinnen. Ich erwarte ein sehr enges Spiel, das wir mit dem nötigen Willen aber für uns entscheiden können.

Die Fragen stellte Thomas Hübert