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München - Sie können den FC Bayern zwar nicht von der Spitze verdrängen, aber den Abstand verkürzen: Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund wollen in ihren Partien am 10. Spieltag nachlegen. Auf dem Betzenberg steigt ein Kellerduell zwischen Lautern und Freiburg (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach

Die "Fohlen" sind mit nur einem Punkt aus den letzten beiden Partien etwas aus dem Tritt gekommen, weisen aber mit 17 Punkten die beste Bilanz seit 24 Jahren auf. Auch wenn die Gladbacher auswärts erst zwei Tore erzielten, hoffen sie auf einen "Dreier" im Kraichgau.

Trainer Lucien Favre plagen in der Offensive Personalsorgen, denn in Igor de Camargo (Teilabriss des Innenbandes im Knie), Raul Bobadilla (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) und Mathew Leckie (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fehlen drei Angreifer. "Wir werden auch so unsere Chancen erspielen", ist Favre überzeugt: "Und wir haben noch genug Leute, die ebenfalls Tore schießen können." Zum Beispiel Marco Reus (drei Treffer), der zusammen mit Mike Hanke wirbeln soll. "Sie haben das beim 2:2 gegen Leverkusen gut gemacht, sie verstehen sich beide schon sehr, sehr gut", so Favre, der eine enge Partie erwartet und durchaus Respekt vor dem Gegner hat: "Hoffenheim hat den Kader umgebaut und wieder eine starke Mannschaft. 1899 ist ein unangenehmer Gegner, der sein Offensivpotenzial vor allem in Heimspielen ausschöpft."

Hoffenheim ist statistisch gesehen mit fünf Siegen aus neun Pflichtspielen gegen die Elf vom Niederrhein zwar der Favorit, für Trainer Holger Stanislawski zählt die Borussia neben den Bayern aber zu den schwierigsten Gegnern in der Bundesliga. Eine "gute Organisation" sowie ein "hervorragendes Umschaltspiel" bescheinigt er den "Fohlen". "Sie betreiben großen Aufwand, arbeiten im Verbund gegen den Ball und verfügen über viel Qualität im Angriff. Gerade bei Kontersituationen müssen wir aufpassen, dürfen erst gar keine schnellen Gegenangriffe zulassen", sagt "Stani". Von seiner Mannschaft fordert er vor allem Geduld und eine verbesserte Chancenverwertung - zuletzt blieb das Team drei Mal ohne eigenen Treffer. "Die Geilheit, unbedingt ein Tor erzielen zu wollen, hat mir gefehlt. Da wurde lieber nochmal ein Haken geschlagen, nochmal quer gepasst", kritisiert der Trainer: "Es ist letztlich egal wie der Ball über die Linie geht, Hauptsache er ist drüber." Vedad Ibisevic könnte gegen die Borussia zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf stehen. Tobias Weis (Fieber), Sejad Salihovic (Aufbautraining) und Tom Starke (Gehirnerschütterung), fallen aus. Daniel Haas ersetzt Starke zwischen den Pfosten.




Borussia Dortmund - 1. FC Köln

Für den Meister heißt es nach der bitteren 1:3-Pleite in Piräus Umschalten auf den Alltag. Sportdirektor Michael Zorc hofft, "dass dieses Spiel keinen Knacks hinterlässt. Wir haben nach den nicht so erfolgreichen Spielen in der Champions League in der Bundesliga jedenfalls immer in die Spur gefunden und zuletzt drei Siege eingefahren." Doch auf die Statistik - auch auf die starke Serie von zuletzt sechs Siegen gegen die Kölner - kann und will man sich im Lager der Borussen nicht verlassen. "Wir müssen unser Bundesliga-Gesicht aufsetzen. Wir haben so lange darum gekämpft, wieder in der Champions League spielen zu dürfen und müssen alles daran setzen, im nächsten Jahr wieder international dabei zu sein", betont Roman Weidenfeller.

Ivan Perisic darf nach seiner Gelb-Roten Karten in Bremen nicht mitwirken, Kevin Großkreutz könnte ihn auf links ersetzen. Lucas Barrios, der sich am Montag im Training eine Muskelverhärtung sowie eine Wirbelblockade zugezogen hatte, wird wahrscheinlich nicht zur Verfügung stehen. Robert Lewandowski ist im Sturmzentrum gesetzt - hinter ihm könnte Jürgen Klopp erneut ein bisschen rotieren. Moritz Leitner ist ein Kandidat für die Startelf. Der Trainer warnt vor einer "guten Mannschaft - wenn man sie lässt" und macht klar: "Jetzt ist Bundesliga, und der Fokus liegt auf Köln."

Nachdem sich im Heimspiel gegen Hannover 96 mit Miso Brecko und Andrezinho gleich zwei nominelle Rechtsverteidiger verletzt hatten, musste FC-Trainer Stale Solbakken im Training experimentieren. Unter der Woche trainierten Interimskapitän Sascha Riether, Tomoaki Makino, der gegen Hannover bereits für zwanzig Minuten hinten rechts spielte, und Odise Roshi auf der vakanten Position. "Die endgültige Entscheidung werden wir aber erst nach dem Abschlusstraining treffen", erklärte Solbakken, der aufgrund der Personalprobleme in der Defensive zudem Kevin Pezzoni in den Kader berief. Im Angriff muss erneut Milivoje Novakovic passen. Den Gegner aus Dortmund erwartet Solbakken offensiv und selbstbewusst: "Wir werden in einigen Phasen mit Sicherheit unter Druck geraten. Daher ist es besonders wichtig, dass wir kompakt stehen, in der Defensive gut zusammenarbeiten und sehr konzentriert sind."




1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg

Die "Roten Teufel" wollen den Auswärtssieg auf Schalke nun gegen den SC veredeln. "Die Punkte in Gelsenkirchen waren wichtig für den Kopf, für unsere harte Arbeit haben wir uns belohnt", sagt Pierre De Wit. Das Klima im Kader beschreibt Marco Kurz als "gut und lebendig", damit sieht der Trainer die Voraussetzungen für einen Heimsieg gegeben. "Wir hatten am letzten Spieltag ein Erfolgserlebnis, das merkt man auch an den Spielern. Sie treten mutiger und frecher auf, außerdem spürt man das Vertrauen in Abläufe", meint Kurz, der aber auch den Zeigefinger hebt: "Die Freiburger sind sehr spielstark, zeigen eine gute Technik im Mittelfeld und eine gute Umschaltbewegung."

Personell muss Marco Kurz gegen die Breisgauer mindestens einmal wechseln, da Innenverteidiger Rodnei nach seiner Roten Karte für eine Partie gesperrt ist. Ein Fragezeichen steht außerdem hinter den Einsatz von Linksverteidiger Leon Jessen, den eine Schambeinentzündung plagt.

Freiburg hat unter der Woche sehr konzentriert gearbeitet, um sich für die 1:2-Niederlage gegen den HSV zu rehabilitieren. "Die Mannschaft ist heiß darauf, es wieder besser zu machen - vor allem im Abschluss", berichtet SCF-Coach Marcus Sorg: "Ich erwarte ein sehr engagiertes, ein sehr emotionales und damit ein sehr interessantes Spiel." Vertraut man der Statistik, liegt der FCK den Freiburgern: Zehn SC-Siege in der Bundesliga stehen zu Buche - so viele, wie gegen keinen anderen Verein. Jan Rosenthal und Beg Ferati mussten noch einmal kurze Trainingspausen einlegen, hoffen aber auf ein Mitwirken in der Pfalz. Mensur Mujdza (Mittelfußbruch) wurde am Montag erfolgreich operiert.




1. FC Nürnberg - VfB Stuttgart

Der "Club" will nach dem 1:2 in Wolfsburg gegen die Schwaben zurück in die Erfolgsspur. Aber der VfB zeigte sich mit zuletzt zwei Siegen sehr effektiv. "Stuttgart wird nach den bisherigen guten Ergebnissen mit viel Selbstvertrauen anreisen. Aber wir können den Gegner vor Probleme stellen. Wir haben eine intensive Trainingswoche hinter uns, die notwendig war, um an ein paar Stellschrauben zu drehen", sagt Dieter Hecking: "Wir sind heiß!" Zwei Akteure werden dem Trainer nicht zur Verfügung stehen: Christian Eigler wird nach seiner Kapselbandverletzung am Sprunggelenk nicht rechtzeitig fit, und auch Markus Feulner, der sich im Training eine Oberschenkelprellung zugezogen hat, fällt aus.

"Von den letzten fünf Spielen haben wir vier gewonnen. An diese guten Resultate wollen wir anknüpfen", gibt Bruno Labbadia das Motto für die Stuttgarter Reise nach Franken aus. Der VfB-Trainer freut sich über zwei Rückkehrer: "Zdravko Kuzmanovic und Timo Gebhart konnten zuletzt wieder voll mitmachen und sind einsatzbereit." Allerdings muss Pavel Pogrebnyak passen. Der Russe knickte am Freitag um und zog sich einen doppelten Bänderriss sowie eine Zerrung des Syndesmosebandes im rechten Sprunggelenk zu. Rund vier Wochen wird der 27-Jährige wohl ausfallen. "Sowohl für Pavel als auch für die gesamte Mannschaft ist das eine richtig schlechte Nachricht", erklärt Labbadia, der außerdem auf Torhüter Marc Ziegler (grippaler Infekt) verzichten muss. Für ihn wird Andre Weis (VfB II) als Ersatztorhüter auf der Bank sitzen.




Hertha BSC - 1. FSV Mainz 05

Die Berliner wollen das deutliche 0:4 in München mit einem weiteren Heimerfolg wettmachen. Dem Aufsteiger stehen jetzt wichtige Wochen bevor - mit Mainz, Wolfsburg, Gladbach und Freiburg kommen Gegner, "mit denen wir uns auf Augenhöhe befinden. Das sind die wichtigen Spiele, da müssen wir punkten", sagt Manager Michael Preetz. Trainer Markus Babbel glaubt an seine Spieler: "Meine Mannschaft ist hingefallen, aber ich bin überzeugt, dass sie gegen Mainz wieder aufstehen wird." Auch Kapitän Andre Mijatovic rechnet mit einem dreifachen Punktgewinn und will "nach dem Spiel wieder mit den Fans zusammen feiern". Bei der Hertha sind alle Spieler an Bord. Ob Babbel nach der Pleite in München die Startelf umbaut, ließ er offen. Er ist kein Freund von purem Aktionismus und wirft nach einer Niederlage nicht sofort alles über den Haufen.

Auch wenn die Punktausbeute der Mainzer deutlich steigerungsfähig ist, ist die Stimmung im Trainerstab und innerhalb der Mannschaft positiv. "Wer unsere Trainingseinheiten sieht, der kann die Tabellensituation daran nicht ablesen", meint Trainer Thomas Tuchel: "Es gibt keine abwertenden Gesten, keine Grüppchen und niemanden, der beleidigt ist. Ich bin sehr positiv gestimmt." Es gehe um Kleinigkeiten. "Je besser wie die machen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit auf einen Sieg", erklärt Tuchel. Sein Gefühl sage ihm, dass der nicht mehr lange auf sich warten lasse. Bo Svensson (Kniereizung) wird in der Hauptstadt fehlen. Eugen Gopko (Zerrung), Fabian Schönheim (im Aufbau) und Adam Szalai (wird ans Mannschaftstraining rangeführt) sind noch nicht regelmäßig im Teamtraining und daher aktuell keine Alternativen. Deniz Yilmaz ist dagegen Training zurückgekehrt.