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Gelsenkirchen - Paukenschlag am Dienstagmorgen! Via Twitter bestätigte der FC Schalke 04 um kurz vor 9:00 Uhr die Trennung von Trainer Jens Keller. Auch ein Nachfolger ist schon gefunden.

Wie der Verein mitteilite, wird der Italiener Roberto Di Matteo sein Nachfolger, der 2012 mit dem FC Chelsea die Champions League gewann, seit seiner Entlassung in London am 21. November 2012 aber keinen Club mehr trainiert hat (Steckbrief von Roberto Di Matteo).

Keller legt Fehlstart hin

Noch am Sonntag hatte Keller bei "Sky90" gesagt, er sei "gerne Trainer bei Schalke" und habe einen Job, um den ihn "viele Trainer beneiden" würden. Diesen ist er keine 48 Stunden nach seinen Aussagen nun los.

Nachdem Schalke unter Keller im Vorjahr die beste Rückrunde der Vereinsgeschichte gespielt hatte, leisteten sich die Königsblauen in dieser Saison einen Fehlstart und gewannen nur zwei von zehn Pflichtspielen. Nach dem Sieg im Revierderby gegen Borussia Dortmund, bei dem Keller noch erleichtert gejubelt hatte, folgten das Remis in der Champions League gegen NK Maribor (1:1) und die Pleite bei der TSG 1899 Hoffenheim (1:2).

Schalke fehlt die Konstanz

"Die Leistungen der Mannschaft in den vergangenen Wochen sind immer wieder starken Schwankungen unterlegen gewesen. Auch positive Ansätze wie die sieben Punkte aus der Englischen Woche mit dem i-Tüpfelchen des Derbysiegs haben leider keine nachhaltige Wirkung gezeigt", erklärt Schalke-Manager Horst Heldt. "Es fehlt die notwendige Konstanz, um unsere gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen. Daher haben wir uns dazu entschieden, einen Schnitt zu vollziehen." (Die Bilanz von Jens Keller)

Der neue Trainer Roberto Di Matteo wird am Mittwoch um 13 Uhr der Öffentlichkeit vorgestellt. "Mit dem Trainerwechsel möchten wir einen neuen Impuls setzen", sagt Heldt. "Wir sind der festen Überzeugung, dass Roberto Di Matteo das Team stabilisiert und es schafft, unsere Ziele in der Bundesliga und der Champions League zu erreichen."

Großes Lob von Löw

Zum Cheftrainer-Posten bei den Blues kam der heute 44-Jährige damals über Andre Villas-Boas, der Di Matteo zunächst in sein Trainerteam lotste und einige Zeit später von ihm abgelöst wurde. Di Matteo, eigentlich als Interimstrainer gedacht, führte das Team dann sensationell zum Titel im FA-Cup und in der Königsklasse.

Dass di Matteo alles mitbringt, um ein erfolgreiche Trainer zu werden, hatte einer schon früh erkannt: Joachim Löw. Der Bundestrainer, mit dem di Matteo zu Beginn seiner aktiven Karriere beim FC Schaffhausen spielte, sagte der Zeitung "Schweiz am Sonntag" einst in einem Interview: "Er war sehr gut ausgebildet und hat das Spiel durchschaut. Als 18-Jähriger hat er mir als 28-Jährigem erklärt, wie ich im Mittelfeld laufen muss. Ich wusste: Wenn es jemand schafft, aus der Schaffhauser Mannschaft ein großer Trainer zu werden, dann er." (Di Matteos Karriere in Bildern)

Kein Schnellschuss

Vor der Bekanntgabe der Trennung, die in der laufenden Spielzeit die zweite Entlassung eines Trainers nach dem Aus für Mirko Slomka beim Hamburger SV bedeutet, wollte Schalke offenbar zunächst noch die bereits im vergangenen Winter im Gespräch gewesene Verpflichtung Di Matteos in trockene Tücher bringen. "Wir wollten keinen Schnellschuss, sondern einen Trainer, der uns nachhaltig weiterbringt", sagte Schalkes Aufsichtsrats-Boss Clemens Tönnies zu "Sport1".

Horst Heldt dankte Keller in der Pressemitteilung des Vereins ausdrücklich für dessen Arbeit: "Wir sollten nicht vergessen, dass Jens Keller in den vergangenen 22 Monaten gute Arbeit geleistet hat. Er hat unsere Mannschaft im Dezember 2012 in einer schwierigen Situation übernommen, zweimal hintereinander in die Gruppenphase der Champions League geführt und dort jeweils das Achtelfinale erreicht. Dazu hat Jens weiteren Talenten aus unserer Knappenschmiede zum Sprung in die Bundesliga verholfen. Dafür gebührt ihm der Dank des FC Schalke 04.“

Linksammlung:

Kurz-Portrait: Das ist Roberto Di Matteo

Bildergalerie: Roberto Di Matteos Karriere

Steckbrief: Alle Fakten zu Roberto Di Matteo

Die Bilanz von Jens Keller als Schalke-Trainer