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Essen - Die erfolgreiche Qualifikation zur EM 2015 weckte bei den Spielern der deutschen U21-Nationalmannschaft weltmeisterliche Gefühle. Mit dem Sommermärchen-Hit "Auf uns" auf den Lippen lief das Team von DFB-Trainer Horst Hrubesch durch den Kabinentrakt des Essener Stadions und bejubelte das späte 2:0 (0:0) im Playoff-Rückspiel gegen die Ukraine.

Die Stimmung war ausgelassen - obwohl der DFB-Nachwuchs lange nicht an die Leistung vom 3:0-Sieg im ersten Aufeinandertreffen am Freitag angeknüpft hatte. "Es war kein gutes Spiel von uns. Der Unterhaltungswert bis zur 85. Minute war nicht sehr hoch, wir haben extrem schlampig gespielt", sagte Kapitän Kevin Volland (1899 Hoffenheim), der die DFB-Elf in der 89. Minute mit dem Führungstor erlöst hatte, bei "Eurosport".

Hrubesch wollte die über weite Strecken schwache Leistung nicht überbewerten. "Wir haben uns schwer getan und teilweise schlecht gespielt. Aber wir haben das Ziel erreicht. Das ist das, was wir wollten." Für den Schlusspunkt sorgte der eingewechselte Leonardo Bittencourt (Hannover 96/90.+1).

Damit darf die U21 auch weiter von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro träumen. Nur acht Teams nehmen an der EM im kommenden Juni teil, die besten drei qualifizieren sich die Sommerspiele. Seit 1988 war keine deutsche Mannschaft mehr bei einem olympischen Turnier vertreten.

Meyer erstmals in der Startelf

Vor 5.128 Zuschauern lieferte die deutsche Mannschaft besonders vor der Pause eine eher passive Vorstellung ab. Immerhin: Seit der Rückkehr von Hrubesch, der nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2013 den glücklosen Rainer Adrion abgelöst hatte, ist das Team weiter in allen zehn Pflichtspielen unbesiegt. Nächster wichtiger Termin ist der 6. November, wenn in Prag die EM-Gruppen ausgelost werden.

Wie schon im Hinspiel hatte das DFB-Team zu Beginn Probleme mit dem körperbetonten Spiel der Ukraine und fand nur langsam in die Partie. Chancen resultierten meist aus der Distanz, etwa durch Danny da Costa vom FC Ingolstadt (8.) oder Max Meyer (16.). Der Schalker stand nach seiner starken Vorstellung in Tscherkassy erstmals in der Startelf der U21.

In einer Begegnung auf mäßigem Niveau präsentierte sich Deutschland bis zur Pause vor dem Tor harmlos. Viel mehr als ein Schuss von Torjäger Philipp Hofmann (1. FC Kaiserslautern) aus 16 Metern in die Arme des ukrainischen Torhüters (35.) sprang nicht heraus. Die Osteuropäer blieben dagegen ein stets gefährlicher und nicht zu unterschätzender Gegner.

Bittencourt bringt viel Schwung

Zu Beginn des zweiten Durchgangs nahm das Spiel plötzlich an Fahrt auf. Bittencourt und Philipp Hofmann (50.) hatten innerhalb kürzester Zeit zweimal die Führung auf dem Fuß, vergaben aber knapp. Auf der Gegenseite musste Torwart Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona gegen Alexander Karawajew (51.) nach einem schönen Konter sein ganzes Können zeigen.

Im Anschluss verflachte die Partie allerdings wieder. Während die deutsche Mannschaft mit der Gewissheit der geglückten Qualifikation nicht mehr viel riskierte, steckte die Ukraine auf und beschränkte sich auf die Defensive. Weder der Mainzer Johannes Geis mit einem Freistoß (67.), Dominique Heintz (Kaiserslautern) mit einem Kopfball (74.) noch Bittencourt aus kurzer Distanz (84.) konnten diese in der Schlussphase überwinden.

Kurz vor Spielende brachen Volland und Bittencourt den Bann. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff flog der Ukrainer Alexander Karawajew wegen groben Foulspiels vom Platz.