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Köln - Die Bilder in München und Kaiserslautern ähneln sich: Im Rampenlicht werden die Torschützen und Offensivkünstler gefeiert, während die Herren Sven und Lars Bender erst einmal durchatmen.

Lange Wege sind die beiden gegangen - Lars für Bayer Leverkusen, sein Zwillingsbruder Sven für Borussia Dortmund. Sie haben dafür gesorgt, dass sich der jeweilige Gegner im Zentrum nicht entfalten konnte. Mit Erfolg: 2:0 für Leverkusen beim 1. FC Kaiserslautern und 1:0 für den BVB bei Bayern München. Es ist wieder eng an der Spitze.

Bender und Bender bald auch gemeinsam?

Mario Götze hat in München das Siegtor erzielt, aber der fleißigste Akteur des Spitzenspiels war der Arbeiter Sven: 13,1 km war der defensive Mittelfeldspieler in der Allianz Arena unterwegs. Nur ein Spieler war an diesem Wochenende noch besser: sein Bruder Lars. Der Leverkusener Mittelfeldmotor legte in der Pfalz sogar 13,4 km zurück und bereitete nebenbei den zweiten Leverkusener Treffer durch Sydney Sam vor. Um mögliche Lücken sofort zu schließen, verschärften die Bender-Zwillinge 62 (Sven) bzw. 63 (Lars) Mal das Tempo. Nur Shinji Kagawa (67) und Kevin Großkreutz (64) waren in dieser Beziehung noch emsiger.

Läuferisch würde ein Mittelfeld mit Lars und Sven Bender seines Gleichen suchen. Joachim Löw wäre in der komfortablen Lage, dies einmal zu testen. Wie wichtig laufstarke Spieler sind, hat dieser Bundesliga-Spieltag wieder einmal gezeigt, denn mit Ausnahme der Schalker und Hamburger liefen alle Siegerteams mehr und häufiger im vollen Tempo als ihre Kontrahenten.

Tag der Premieren

Neben dem BVB hat sich vor allem Borussia Mönchengladbach als Bayern-Jäger hervorgetan und den Rückstand ebenfalls auf zwei Zähler verkürzt. Überragender Mann bei den Gladbachern war wieder einmal Marco Reus, dem gegen Werder Bremen zum ersten Mal drei Tore in der Bundesliga gelangen. Erfolgsrezept für seinen Dreierpack waren einerseits ständige Tempoverschärfungen – kein Spieler sprintete so häufig wie der Borusse (32 Mal) - sowie ein eiskalter Abschluss: drei Torschüsse, drei Tore. Da gibt es nichts zu bemängeln.

Eine doppelte Premiere gelang Stefan Reisinger in Freiburg gegen Hertha BSC: Der Stürmer erzielte zum einen seinen ersten Bundesliga-Doppelpack und stach darüber hinaus als erster Joker der Saison zwei Mal in einer Partie. Mit seinem späten Ausgleichstreffer belohnten sich die Freiburger für ihren enormen Aufwand. Mit 128,7 km waren die Breisgauer das lauffreudigste Team des Spieltages.

Jubiläum für einen Haudegen

Mit seinem 50. Bundesliga-Tor zum 1:0 für den VfL Wolfsburg feierte Hasan Salihamidzic Jubiläum. Weil es so schön war, legte der Bosnier direkt den 51. Treffer nach. Sein erstes Tor gelang ihm 1996. Da waren die Benders gerade einmal acht Jahre alt und spielten in der Jugend des TSV Brannenburg in Oberbayern. Leider gibt es in der E-Jugend keine Laufdaten. Diese wären im Fall der unermüdlichen Zwillinge sicher interessant gewesen.

Florian Reinecke