ANZEIGE

München - Wenn am Freitag der Ball in der Bundesliga wieder rollt, stehen sich Borussia Mönchengladbach und Bayern München gegenüber (ab 20 Uhr im Live-Ticker). Der Tabellendritte empfängt den Tabellenführer. Ein Duell zweier Teams mit viel Qualität - auch zwischen den Pfosten. Mit Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen werden auch zwei Keeper im Blickfeld stehen.

Der eine ist Welttorhüter, Champions-League-Sieger und auch im Tor der Nationalmannschaft unangefochten - der andere begegnet ihm zumindest statistisch schon auf Augenhöhe und hat seine großen Erfolge wohl noch vor sich. Bayern-Trainer Pep Guardiola schwärmt vom Borussen Keeper ("Er ist ein super Torwart, für mich einer der besten in der Welt"), sieht ihn aber hinter Manuel Neuer. Doch was sagen die Zahlen? bundesliga.de vergleicht die beiden Torhüter...

Im direkten Duell

Die Bilanz von ter Stegen gegen die Bayern und Manuel Neuer ist ausgeglichen. Bei zwei Siegen und zwei Niederlagen gab es zwei Remis gegen die Münchner. Im Hinspiel der beiden Traditionsvereine konnte der Gladbacher Schlussmann die Niederlage zwar nicht verhindern, parierte aber einen Elfmeter von Müller. Auch Manuel Neuer musste in der Partie hinter sich greifen, was aber nicht ins Gewicht fiel. Überhaupt hat der Welttorhüter das Gefühl einer Niederlage wohl fast vergessen. Seit 38 Bundesliga-Spielen mit Neuer im Tor hat der FCB nicht mehr verloren. Ob das im Borussia-Park bei den heimstarken Fohlen so bleibt, wird auch von den beiden Keepern abhängen.

Stark auf der Linie

Die beiden Torhüter glänzen durch ihre starke Strafraumbeherrschung und ihre Präsenz. Ter Stegen gilt als Prototyp des modernen Torwarts: Er verlässt häufig mutig und sicher die Linie. In dieser Saison fing der Gladbacher die meisten Flanken ab (42). Auch auf der Linie steigerte sich ter Stegen auf 78 Prozent abgewehrte Torschüsse in dieser Saison - besser ist nur Manuel Neuer. Der Münchner ist reaktionsschnell, nicht nur zwischen den Pfosten, sondern auch im offensiven Umschalten.

Schnell im Umschalten

Mit seinen schnellen, weiten Abwürfen und seinen langen Pässen sorgt Neuer immer wieder für Akzente im Offensivspiel. Das kann einen vielversprechenden Konter einleiten, geht aber auch schnell mal nach hinten los. Im FCB-Trikot verschuldete er schon fünf Gegentore durch überhastete Abspiele. Ter Stegen ist ebenfalls ein handlungsschneller Keeper. Fußballerisch ist der 21-Jährige Neuer sogar schon einen Schritt voraus. Ob mit links oder rechts, der Schlussmann schlug ligaweit die meisten langen Pässe. Für einen Torhüter landeten gute 49 Prozent der 268 langen Bälle beim Mitspieler. Auch deshalb wird ter Stegen viel ins Spiel eingebunden.

Immer anspielbar

Der 21-Jährige hat ligaweit die meisten Ballkontakte aller Keeper (1025). Ter Stegen spielt also mit, ist zwischen den Innenverteidigern immer anspielbar. Selbst sein Teamkollege und Turbo-Dribbler Raffael kommt nur auf 980 Ballkontakte. Manuel Neuer bringt es in der Ballbesitzstatistik gerade mal auf 621 Kontakte. Der FCB-Keeper hat jedoch auch die sicherste Abwehr vor sich. Die Bayern kassierten in der Hinrunde gerade mal acht Gegentore. Ter Stegen musste 19 Mal hinter sich greifen.

Weniger Gegentore als Spiele

Überhaupt ist Manuel Neuer hinsichtlich der Gegentore einsame Spitze. Der 27-Jährige ist statistisch gesehen sogar der beste Bundesliga-Keeper aller Zeiten. Als einziger Torwart mit über 100 Bundesliga-Spielen hat Neuer weniger Tore kassiert (202) als er Partien bestritten hat (236). Selbst Oliver Kahn kassierte im Schnitt mehr Gegentore (1,04) als Neuer (0,86). Der aktuelle Bayern-Keeper blieb in 106 Spielen ohne Gegentor, die Quote von 45 Prozent ist Rekord unter den Torhütern mit mindestens 100 Spielen. Ter Stegen bekam bei seinen 91 Einsätzen 93 Gegentore. 33 Mal spielte das Gladbacher Eigengewächs zu null.

Sebastian Blome