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München - Die Zeit der Vorbereitung ist auch die Phase, in der grundlegende Entscheidungen zur Zusammenstellung der Stammelf getroffen werden müssen.

Anders als bei den Feldspielern wird auf der Torwartposition nicht rotiert und somit müssen sich die Trainer schon frühzeitig auf einen festen Rückhalt ihres Teams festlegen. bundesliga.de gibt einen Überblick über die offenen Torwart-Stellen in der Bundesliga und den daraus resultierenden Konkurrenzkampf.

FC Schalke 04

Der härteste und gleichzeitig ausgeglichenste Kampf um die Position hinter der Abwehrreihe findet derzeit in Gelsenkirchen statt. Mit Timo Hildebrand, Lars Unnerstall und Ralf Fährmann bewerben sich gleich drei Torhüter um den Platz in der Startelf. "Die drei präsentieren sich sehr engagiert. Es ist eine Aufteilung, die man sich als Torwarttrainer nur wünschen kann", sagt Schalkes Torwarttrainer Holger Gehrke.

Für den 33-Jährigen Hildebrand spricht neben der persönlichen Erfahrung von 265 Bundesliga-Spielen auch die Tatsache, dass der Routinier nach der Verletzung von Lars Unnerstall in der vergangenen Saison zur Stelle war und in seinen neun Einsätzen überzeugte. Der Druck bei einem Bundesligisten mit solcher Qualität sei laut Hildebrand immer vorhanden. Im Härtetest gegen den AC Mailand stand Hildbrand 45 Minuten auf dem Platz und kassierte kein Gegentor.

Lars Unnerstall hat alle seine 21 Bundesliga-Partien in der Saison 2011/12 absolviert und damit am häufigsten von allen drei Konkurrenten im Kasten gestanden. Ihm gebürte auch das Vertrauen der Veranwortlichen an den letzten sieben Spieltagen, was ihn aber nicht zum Favoriten macht. Ralf Fährmann hat mit 73 Prozent abgewehrter Torschüsse den besten Wert aller drei Konkurrenten und sagt selbstbewusst: "Der mit der Nummer 1 spielt." Was demnach er selbst wäre. Außerdem sicherte Fährmann den "Königsblauen" 2011 mit seinen Paraden im Elfmeterschießen gegen Dortmund den Supercup-Titel 2011. "Noch haben wir genug Zeit und damit noch viele Trainingseinheiten bis zum Saisonstart", sagt Gehrke und will sich nicht in die Karten schauen lassen.

Eintracht Frankfurt

In Frankfurt wiederholt sich hingegen ein Klassiker. Der zur neuen Saison verpflichtete Kevin Trapp will sich den Status der Nummer 1 verdienen und muss dabei keinen geringeren als "Altmeister" Oka Nikolov ausstechen.

"Was nächste Saison ist, weiß kein Mensch", sagte der 38-Jährige nach dem Aufstieg der Eintracht vielsagend über seine Rolle. Seit 18 Jahren steht der Mazedonier im Kader der Eintracht und absolvierte 2011/12 für die Hessen 31 Partien. Auch letzte Saison startete der Routinier nur als zweiter Mann hinter Thomas Kessler, fand sich aber bereits am 3. Spieltag in der Anfangsformation wieder.

Sein Herausforderer Kevin Trapp kassierte in Diensten des FCK 2011/12 in 23 Spielen 32 Gegentore und musste ab dem 23. Spieltag für Tobias Sippel Platz machen. Auch wenn der U21-Nationalspieler der Wunschtransfer von Trainer Veh ist, kann sich der 1,90 Meter große Schlussmann nicht sicher sein, am 1. Spieltag im Tor zu stehen. In der Vorbereitung testete Veh beide Keeper gleichermaßen (Sommerfahrplan) und lässt weiterhin offen, wer Stammtorwart wird.

Fortuna Düsseldorf

Dass nach einem Bundesligaaufstieg die Karten meist vollkommen neu gemischt werden, gilt auch für Fortuna Düsseldorf. Die Fortunen bestritten die Relegationsspiele noch mit Ex-Torwart Michael Ratajczak. Jetzt stehen Robert Almer und Fabian Giefer im Mittelpunkt um den Posten zwischen den Pfosten.

Almer lief 2011/12 insgesamt zwölf Mal für den Aufsteiger in der 2. Bundesliga auf. Neun Spiele am Saisonende stand der 28-Jährige sogar in Serie auf dem Platz, bis ihn ein Muskelfasereinriss stoppte und er seinen Stammplatz verlor. Dabei spielte er solide und beendete sogar vier Spiele zu Null. Zudem hielt der Österreicher gute 68 Prozent der parierten Torschüsse fest.

Sein neuer Konkurrent nach dem Abgang von Ratajczak heißt Fabian Giefer, kommt von Bayer Leverkusen (Transferbörse) und hat bereits internationale Erfahrung sammeln dürfen. In der vergangenen Bundesliga-Spielzeit stand er lediglich einmal auf dem Platz und musste verletzt ausgewechselt werden. Nach der Verpflichtung von Bernd Leno rückte Giefer wieder in die 2. Reihe. Zuvor hatte der 22-Jährige keines seiner fünf Bundesliga-Spiele verloren.

1. FSV Mainz 05

Ähnlich wie in Frankfurt wiederholt sich auch in Mainz ein fast schon klassisches Duell um die Torwartposition. Die Protagonisten sind wie in den Jahren zuvor Heinz Müller und Christian Wetklo.

Wetklo stand in 22 Spielen der Saison 2011/12 im Kasten der Mainzer und wehrte 69 Prozent der Schüsse auf sein Tor ab. Bei Großchancen hat der 32-Jährige eine beeindruckende Quote von 36 Prozent abgewehrter Bälle vorzuweisen. Zudem wurden drei der letzten sechs Elfmeter gegen ihn verschossen.

Müller wurde unmittelbar vor Saisonbeginn 2011/12 von Trainer Tuchel zur Nummer 1 erklärt. Obwohl er nicht patzte, verlor er aber seinen Stammplatz wieder an Wetklo. In den Spielen gegen Bayern München (31. Spieltag) und gegen Borussia Mönchengladbach (34. Spieltag) sprach Tuchel seinem Torwart nochmals sein Vertrauen aus und verdeutlichte damit, dass sich beide Konkurrenten auf Augenhöhe befinden.



Zusammengestellt von Steffen Hoss