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München - Für die meisten Bundesligaclubs gibt es nur eine kurze Atempause: Schon zwei Tage nach dem Abschluss des 10. Bundesligaspieltags steht am Dienstag die 2. Runde des DFB-Pokals an. Bereits um 19 Uhr sind unter anderem Borussia Mönchengladbach und der FC Augsburg am Ball, die ein Pokal-Fiasko gegen unterklassiege Clubs mit allen Mitteln verhindern wollen. Doch Heidenheim und Co. planen schon den nächsten "Zwergenaufstand" (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

1. FC Heidenheim - Borussia Mönchengladbach

Die Borussen haben zuletzt etwas den Schwung aus der Anfangsphase der Saison verloren. Nach dem 0:1 in Hoffenheim sind die "Fohlen" jetzt schon drei Spiele ohne Sieg geblieben - klar, dass beim Drittligisten aus Heidenheim die Wende geschafft werden soll. "In den letzten drei Partien haben wir zwar nur einen Punkt geholt, doch es waren auch zwei Auswärtsspiele und ein Heimspiel gegen Leverkusen", sagt Abwehrchef Dante. "Wir müssen weiter an uns arbeiten und zusammenhalten. Der Fokus darf nicht verloren, gegen Heidenheim müssen wir uns nach einer Revanche sehnen." Immerhin kann Coach Lucien Favre mit Juan Arango, der seine Rückenprobleme auskuriert hat und Filip Daems (Grippe überstanden) rechnen.

Dass es bei den Gladbachern im Moment etwas stockend läuft, davon will man in Heidenheim nichts wissen. Trainer Frank Schmidt und sein Team erwarten eine druckvoll agierende Gladbacher Mannschaft, die nichts dem Zufall überlassen will. Dennoch sieht der Coach durchaus eine Außenseiterchance für sein Team: "Wir sind seit sechs Pflichtspielen ungeschlagen und haben uns in den letzten Spielen das nötige Selbstvertrauen geholt, dass man braucht, wenn man überhaupt gegen einen Bundesligisten bestehen will. Natürlich haben wir eine Chance, auch wenn diese gering ist und wir, wie gegen Bremen, krasser Außenseiter sind. Es liegt an uns, an eine weitere Sensation zu glauben und couragiert aufzutreten, nur dann ist eine weitere Sensation möglich".

Bereits vor der Saison standen sich die beiden Teams in einem Testspiel gegenüber - damals siegten die "Fohlen" mit 3:1 in Heidenheim.


RB Leipzig - FC Augsburg

Steht für den Regionalligisten der nächste Feiertag auf dem Programm? Nachdem die Sachsen in der ersten Pokalrunde den VfL Wolfsburg aus dem Rennen kegelten, soll nun der FC Augsburg dran glauben. "Wir freuen uns auf den Dienstag und ein tolles Fußballfest mit vielen Zuschauern", sagt Kapitän Daniel Frahn, dreifacher Torschütze gegen den VfL Wolfsburg und auch im letzten Punktspiel erfolgreich. Da mussten sich die "Bullen" jedoch mit einem 1:1 gegen St. Pauli begnügen und gaben damit die Tabellenführung an Holstein Kiel ab.

Vor dem Spiel gegen Augsburg ließ der Angreifer in Anlehnung an die Kino-Figur "Shrek" eigens Aufkleber anfertigen. Mit seinem Abbild und großen Händen greift "Pokal-Shrek" Frahn nach der Sensation. Die Badelatschen werden die Spieler gegen Augsburg übrigens nicht tragen. `Wir hoffen, dass wir uns die Schlappen nach dem Spiel um die Ohren hauen", sagte Frahn.

"Wir haben in diesem Spiel gar nicht zu verlieren", sagt auch Mittelfeldantreiber Tom Geißler. "Es ist eine ganz andere Partie als am Freitag gegen St. Pauli. Es ist ein Erstligist, der nach Leipzig kommt und Augsburg will unbedingt weiterkommen. Wir werden den Fans ein gutes Spiel zeigen."

Die Reise nicht mit antreten konnten zwei Spieler, die gegen Bremen noch in der Starformation standen und entscheidend am Punktgewinn beteiligt waren. Torhüter Simon Jentzsch muss aufgrund seiner Fingerverletzung ebenso passen wie Mittelfeldspieler Axel Bellinghausen aufgrund von muskulären Problemen. "Ich hoffe, dass beide nach dem Spiel in Leipzig wieder ins Training einsteigen können", sagt FCA-Trainer Jos Luhukay zu diesen beiden Ausfällen.

Fortuna Düsseldorf - TSV 1860 München

Nachdem die Fortuna in der 2. Bundesliga auch nach dem 12. Spieltag immer noch unbesiegt ist, soll nun auch die 2. Pokalrunde schadlos überstanden werden. "Für uns ist das ein besonderer Wettbewerb", sagt Präsident Peter Frymuth. "Jeder will die Chance miterleben, das Achtelfinale zu erreichen." Entsprechend rechnet Düsseldorf gegen den Ligakonkurrenten mit über 30.000 Zuschauern. Fortuna-Coach Norbert Meier muss allerdings auf Ken Ilsö verzichten, der sich beim 2:0-Sieg gegen Rostock einen Bänderriss im Knöchel zugezogen hatte.

Weil die Fortuna ihre furiose Heimserie auch gegen Hansa hielt und nun schon seit 13 Monaten in der heimischen Esprit-Arena unbesiegt ist, geht sie als klarer Favorit in das Duell gegen die "Löwen". Den Münchnern kommt diese Rollenverteilung entgegen. "Wir haben in Düsseldorf gar nix zu verlieren", sagt Benny Lauth. "Da können wir jetzt ganz befreit aufspielen." Daniel Bierofka stößt ins gleiche Horn: "Düsseldorf hat seit Ewigkeiten zu Hause nicht mehr verloren. Wir sind krasser Außenseiter, können dort ohne Druck auftreten. Vielleicht gelingt uns ja die Überraschung."


SpVgg Unterhaching - VfL Bochum

Für den VfL Bochum läuft es in der Liga immer noch nicht rund. Nach dem 0:0 beim Karlsruher SC liegen die Westfalen nur auf dem 13. Platz - zudem zog sich Slawomir Freier einen Bänderriss am rechten Sprunggelenk zu. "Das ist bitter", so VfL-Trainer Andreas Bergmann. Da auch Mimoun Azaouagh (Kniereizung) passen muss, fehlt Bergmann seine die Flügelzange gegen den von Ex-VfL-Coach Heiko Herrlich trainierten Drittligisten.

Drittligist Unterhaching musste nach starkem Saisonstart zuletzt etwas Federn lassen. Nach dem 1:2 in Bielefeld stehen die Münchner Vorstädter aber immer noch besser da, als man vor der Saison erwarten konnte. Zudem heuerte in der vergangenen Woche mit Emmanuel Krontiris ein gestandener Profi bei den Hachingern an. Ein Joker-Einsatz des ehemaligen Aacheners ist durchaus denkbar.