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In einem Punkt besteht vor dem Aufeinandertreffen des Tabellenvierten Borussia Dormund mit den fünftplatzierten Gästen von Werder Bremen (Samstag ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) keinerlei Zweideutigkeit: Auch nach Abpfiff, ganz gleich wie das Endergebnis lautet, sind noch lange keine endgültigen Tabellenplätze vergeben.

Einen vorentscheidenden Charakter will BVB-Trainer Jürgen Klopp dem Europacup-Gipfel daher nicht zuschreiben. "Das ist es erst, wenn danach nichts mehr geht. Aber es kommen ja noch fünf Spiele", bemerkt er. Es sei allein Anreiz genug, vor Bremen bleiben zu können.

In Schlagdistanz zur "Königsklasse"

Doch brisant und wegweisend ist die Partie allemal, schließlich hat der BVB mit 49 Zählern gerade mal ein Pünktchen Vorsprung auf die Norddeutschen. Es geht somit im direkten Duell darum, wer in der kommenden Saison am internationalen Wettbewerb teilnehmen darf. Tabellenplatz 3, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt und den derzeit Bayer Leverkusen mit 53 Punkten innehat, ist auch noch nicht außer Reichweite.

"Wir treffen auf eine Mannschaft, bei der sich alle einig sind, dass sie gut ist. Die Bremer reden sogar davon, dass sie über uns noch in die Champions League wollen", beschreibt Klopp den Gegner aus der Hansestadt. Doch ganz so einfach werden es seine Schützlinge, die in den vergangenen vier Bundesliga-Spielen zehn Punkte sammelten und nur ein Gegentor kassierten, den Bremern nicht machen.

Klopp will "der unangenehmste Gegner der ganzen Liga sein"

"Bremen ist offensiv stark. Wenn wir da einfach nur mitspielen wollen, bekommen wir Probleme", warnt Klopp. Deshalb sei es wichtig, in der taktischen Vorgabe eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten. Oberste Priorität habe die eigene Grundordnung. "Bremen ist eine der spielstärksten Mannschaften der Liga, vielleicht die spielstärkste, wenn man sie lässt. Wir müssen daher unsere defensive Stabilität auf allen Positionen abrufen. Dann werden wir unsere Möglichkeiten bekommen, selbst gefährlich zu werden", betont Klopp.

Schließlich habe die Saison bisher gezeigt, dass seine Mannschaft in Heimspielen gegen spielstarke Teams gut aussieht. "Wir müssen der unangenehmste Gegner der ganzen Liga sein, gegen den Ball arbeiten, und dann kommt unsere nicht wenige fußballerische Klasse zum Tragen", fordert der BVB-Coach von seiner Mannschaft rastlos-aufsässige Intensität und Balleroberungs-Mentalität.

"Wir streben immer das Optimale an", unterstrich derweil Werders Geschäftsführer Klaus Allofs die Ambitionen, "vorausgesetzt, wir spielen gut und holen die Punkte." Ergo geht es für die "Grün-Weißen" zunächst darum, "auf den 4. Platz zu kommen", erläuterte Allofs: "Es nützt nichts, sich irgendwelche Dinge vorzunehmen, aber die unmittelbaren Aufgaben nicht lösen zu können." Dabei passe es wunderbar, auf den "vor uns platzierten" Club zu treffen.

Hummels mit Mundschutz wieder einsatzfähig

Bei Borussia Dortmund sah es personell schon lange nicht mehr so rosig aus wie derzeit. Aller Voraussicht nach kehrt Mats Hummels nach überstandenem Kieferbruch in die Startformation zurück. "Er ist relativ weit, und er hat keine Bedenken bei Kopfballduellen", versichert Klopp über den Gesundheitszustand des 21-Jährigen. Der Knochen sei stabil, und Hummels habe keinerlei Schmerzen. Den Rest Sicherheit wird der eigens angefertigte Mundschutz liefern.

Sollte Hummels dennoch passen müssen, hat Klopp mit Felipe Santana "einen richtig guten Mann" in der Hinterhand und sieht sich mit einem kleinen Luxusproblem in der Innenverteidigung gegenüber. Ähnlich gestaltet sich die Situation im defensiven Mittelfeld. Nuri Sahin ist fit und wohl gesetzt. Sven Bender und Sebastian Kehl mussten zwar am Donnerstag das Training auslassen, melden sich aber für das Duell gegen die Hanseaten einsatzbereit und streiten sich um die Rolle als zweiter "Sechser".

Wiese wieder zwischen den Pfosten

Bei den Bremern muss Kapitän Torsten Frings Rot-gesperrt zuschauen. Für ihn wird wohl Philipp Bargfrede ins defensive Mittelfeld rücken. Auch Tim Borowski fällt kurzfristig aus, der am Freitag wegen eines grippalen Infekts nicht trainieren konnte und für das Wochenende ausfällt. Für ihn rückt Daniel Jensen in den Kader. Peter Niemeyer fehlt wegen Sprunggelenksproblemen. Torhüter Tim Wiese hat seine Wadenprobleme hingegen auskuriert und kehrt zwischen die Pfosten zurück.

Und so zog Werder-Cheftrainer Thomas Schaaf ein positives Fazit dieser Trainingswoche. "Alle freuen sich auf die Partie in Dortmund. Wir werden dort topvorbereitet auflaufen. Wir sind konditionell sehr gut dabei. Wir hatten kein Spiel in dieser Woche und endlich mal Zeit, etwas Druck raus zu nehmen, den Kopf frei zu bekommen und sind jetzt voll fixiert auf diese Partie."


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