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Kaum war der Abpfiff ertönt, ballte Robin Dutt die Faust wie Boris Becker zu seinen besten Zeiten. Ganz im Stil des dreimaligen Wimbledon-Siegers hatte der Coach des SC Freiburg mit seinem Team die Gunst der Stunde genutzt und einen "Big Point" gelandet.

Während alle anderen Abstiegskandidaten am 32. Spieltag der Bundesliga verloren hatten, machte der Aufsteiger durch das 1:0 (1:0) gegen den entthronten Deutschen Meister VfL Wolfsburg einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt.

Drei Zähler Vorsprung

"Nach den anderen Ergebnissen haben wir gewusst, dass das unser Spieltag werden kann. Wir mussten einfach einen Sieg landen - das haben wir geschafft, das war ganz wichtig", sagte Mittelfeldspieler Julian Schuster, der mit seinen Teamkollegen vom Relegationsplatz auf den 14. Rang kletterte und nun drei Punkte vor dem Drittletzten VfL Bochum liegt.

"Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns", äußerte auch Torschütze Cedric Makiadi, der mit seinem dritten Saisontreffer in der 38. Minute zudem dafür sorgte, dass sein Ex-Club aus Wolfsburg die Hoffnungen auf einen Platz in der Europa League begraben konnte.

"Vielleicht wollen wir gar nicht in die Europa League. Anders kann ich mir so eine Leistung wirklich nicht erklären", sagte der bosnische VfL-Torjäger Edin Dzeko und schimpfte nach dem schwachen Auftritt der Niedersachsen, bei denen der verletzte Spielmacher Zvjezdan Misimovic (Wadenzerrung) an allen Ecken und Enden fehlte.

Dutt: "Haben jetzt alles in der eigenen Hand"

Die Probleme der Wolfsburger waren den Freiburgern egal. Dutt nahm bereits kurz nach dem Schlusspfiff die ausstehenden Partien beim 1. FC Köln und gegen Borussia Dortmund ins Visier.

"Der Erfolg war ein wichtiger Schritt nach vorne, denn wir haben jetzt alles in der eigenen Hand", sagte der Coach: "Aber wir haben noch zwei ganz schwere Aufgaben vor uns. Wir haben in Köln nur ein Endspiel, wenn uns die anderen Mannschaften wieder in die Karten spielen."

Mehr Regenerationszeit

Trotz aller Vorsicht konnte sich Dutt, dessen Schützlinge in den zurückliegenden sechs Spielen elf Punkte holten, eine verbale Spitze in Richtung der schwächelnden Konkurrenten nicht verkneifen.

"Es ist gut, dass wir unsere Krise in der Mitte der Saison hatten, und unsere Konkurrenz ihre Krise zum Ende der Saison hat", äußerte der Trainer, dessen Profis in der kommenden Trainingswoche etwas weniger als sonst schwitzen müssen: "Ich habe ihnen in der Pause vermehrte Regenerationszeit versprochen, wenn sie nochmal an ihre Grenzen gehen."