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Es ist ein entspannter Wochenbeginn für Klaus Augenthaler. Durch einen 1:0-Sieg gegen den Wuppertaler SV hat der Trainer der SpVgg Unterhaching in der 3. Liga am Wochenende mit seinem Team den Klassenerhalt gesichert. "Der Druck ist jetzt weg", stellt Augenthaler im Gespräch mit bundesliga.de fest.

Ob es für ihn im Münchner Vorort auch in der nächsten Saison weiter geht, kann Augenthaler noch nicht sagen. "Eine Tendenz kann ich noch nicht abgeben", sagt er.

Eine Tendenz sieht er aber im heißen Bundesliga-Titelrennen. Der frühere Bayern-Kapitän sieht seinen Ex-Club im Fernduell um die Schale mit dem FC Schalke 04 im Vorteil - und glaubt auch an ein erfolgreiches Abschneiden der Münchner im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals bei Olympique Lyon (Di., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

bundesliga.de: Herr Augenthaler, sprechen wir über den Titelkampf in der Bundesliga. Glauben Sie an die Meisterschaft für den FC Bayern München?

Augenthaler: Das wird sehr interessant, da Schalke 04 gegen Hertha BSC sehr viel Glück hatte und daher denke ich, dass die Bayern am Ende die Nase vorn haben werden.

bundesliga.de: Warum genau?

Augenthaler: Trotz der Ausrutscher gegen Eintracht Frankfurt und den VfB Stuttgart sind sie nach wie vor vorne dabei, haben ihre Spiele in allen drei Wettbewerben erfolgreich bestritten und zudem das leichtere Restprogramm.

bundesliga.de: Gibt es qualitative Unterschiede zwischen Schalke 04 und den Bayern?

Augenthaler: Die Schalker haben sich den Erfolg hart erarbeitet und auch das Glück, wie am Wochenende gegen Berlin, muss man sich erarbeiten. Bei den Bayern ist eine breite Qualität vorhanden, die sich besonders jetzt bei der harten Belastung durch Champions League, Meisterschaft und DFB-Pokal bemerkbar macht.

bundesliga.de: Gegen Mönchengladbach gelang den Bayern nur ein Remis. Ist es tatsächlich so schwer, den vielzitierten "Fokus" von der Champions League wieder auf die Bundesliga zu richten?

Augenthaler: Leicht ist das nicht. Der FC Bayern steht im Halbfinale der Champions League und muss dann zum verhältnismäßig "kleinen" Gegner nach Gladbach. Den Schalter umzulegen, konzentriert zu spielen, ist eine Kopfsache und gar kein Selbstläufer; Das sieht man immer wieder. Die innere Einstellung ist zwar entscheidend, dennoch schmerzt natürlich nach einem belastenden Spiel wie gegen Lyon auch mal der letzte Meter.

bundesliga.de: Zeigt der FC Bayern in dieser Phase gravierende Schwächen?

Augenthaler: Bis auf den einen oder anderen Durchhänger sehe ich keine wirklichen Schwächen. Die Mannschaft ist trotz diverser Ausfälle eingespielt, auch verletzte Spieler können gut ersetzt werden. Die Leistung der jungen Spieler wie Badstuber und Contento ist bemerkenswert und spricht für die Arbeit von Louis an Gaal, der eine ganz klare Philosophie hat und daran festhält. Jeder in der Mannschaft beherzigt dies und deshalb kam der Erfolg. Beim Spiel in Manchester hat nach 40 Minuten kein Mensch noch einen Pfifferling auf den FC Bayern gewettet, jetzt gehen sie mit einer Führung ins Halbfinal-Rückspiel der Champions League.

bundesliga.de: Wie wird das Spiel gegen Lyon ablaufen?

Augenthaler: Die Bayern sind für mich leichter Favorit, auch weil Lyon im Hinspiel ein bisschen enttäuschend auftrat. Ich war verwundert, dass sie nicht mehr Druck gemacht haben. Dennoch muss man vorsichtig sein, immerhin haben sie Real Madrid aus dem Wettbewerb geworfen. Aber der FC Bayern kommt ins Finale.

bundesliga.de: Und dann?

Augenthaler: Der FC Barcelona und Inter Mailand sind sehr unterschiedliche Mannschaften. Inter würde möglicherweise besser zum Spiel der Bayern passen, aber interessanter wäre natürlich Barcelona.

bundesliga.de: Zum Ende noch ein Blick in die Zukunft und auf Franck Ribery. Würden Sie ihm empfehlen beim FC Bayern zu bleiben?

Augenthaler: Ich denke dass er genau weiß, was er bei Bayern München hat. Mit Arjen Robben hat er einen sehr guten Partner im Spiel, somit muss sich der FC Bayern in Europa vor Mannschaften wie Real Madrid oder den englischen Teams nicht verstecken, das haben sie jetzt bewiesen. Aber man darf dennoch nicht vergessen: Arjen Robben und Franck Ribery könnten ohne die Mannschaft, ohne die "Drecksarbeit", nicht glänzen.

Das Gespräch führte Barnabas Szöcs

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