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Bremen/Hamburg - Vor der Abfahrt am Samstag zum Pokalspiel nach Münster ließen es sich die Werder-Profis nicht nehmen, den Auftritt von Borussia Dortmund im Weser-Stadion gegen den FC Oberneuland zumindest bis zur 60. Minuten genau unter die Lupe zu nehmen. Beim souveränen Auftritt des Deutschen Meisters gegen den Regionalligisten gab es bis dahin von den Bremern aber weder Applaus noch nennenswerte andere körperliche Reaktionen.

Ob der Auftaktgegner des BVB vor dem Saisoneröffnungsspiel seine Lehren gezogen haben könnte? "Nein, das wird am Freitag im Signal Iduna Park ein ganz anderes Spiel", erklärte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc kurz und knapp auf Nachfrage von bundesliga.de.

"Eine Schippe drauflegen"



Doch die Spieler von der Weser werden sicherlich erkannt haben, dass der Titelverteidiger im Gegensatz zu manch anderem Bundesligisten schon früh die nötige Ernsthaftigkeit an den Tag gelegt hat.

"In so einem Spiel musst du einen Klassenunterschied sehen. Und den hat man gesehen. Gegen Werder Bremen müssen wir aber am Freitag in allen Bereichen eine Schippe drauflegen", meinte Mittelfeldroutinier Sebastian Kehl.

Sollte auch Marco Reus noch eine Schippe drauflegen, dann hätten die Bremer aber ein großes Problem. Denn der Neuzugang von Borussia Mönchengladbach zeigte im Weser-Stadion seine Klasse.

Reus hat Lust auf mehr



Nach einer tollen Vorarbeit von Robert Lewandowski brachte der Nationalspieler seine Farben mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für "Schwarz-Gelb" auf die Gewinnerstraße. Und Reus hat Lust auf mehr.

"Ich habe mich gefreut, dass mir das 1:0 gelungen ist. Freitag wird in Dortmund die Hütte wieder brennen. Ich freue mich auf mein erstes Heimspiel im Signal Iduna Park", so Reus.

Wieder mit dabei sein wird dann wohl auch Mats Hummels, der nach seiner Halswirbel-Verletzung aus dem Freundschaftsspiel gegen Argentinien im Pokal eigentlich schon wieder auf der Bank sitzen sollte. Wegen erneuter Schwindelgefühle nach dem Aufwärmprogramm nahm er dort aber doch lieber nur im Trainingsanzug Platz.

Hummels ist zuversichtlich



Für einen Einsatz gegen die "Grün-Weißen" ist er aber sehr zuversichtlich: "Ich habe vor dem Spiel ein paar Kopfbälle probiert. Danach war mir ein bisschen schwindelig und ich habe entschieden, dass es besser ist, nicht dabei zu sein. Wäre es ein Bundesliga-Spiel gewesen, hätte ich es wohl versucht. Freitag bin ich auf jeden Fall wieder fit."

Diese Vorhersage musste Hummels auf dem Familientag des BVB wohl etliche Male kundtun. Rund 37.000 Besucher kamen am Sonntag, um ihre Idole hautnah zu erleben. Der Hype um den "Double"-Gewinner nimmt kein Ende. Vor den Autogrammtischen bildeten sich bei tropischen Temperaturen bis zu 100 Meter lange Warteschlangen.

Aber die Profis zeigten auch mit dem Kugelschreiber Durchhaltevermögen und erfüllten alle Kartenwünsche. Die Dortmunder nehmen ihren Auftrag also nicht nur auf dem Platz richtig ernst.

Klopp zufrieden



Es läuft alles nach Plan. BVB-Coach Jürgen Klopp dürfte die Arbeit mit seinen Spieler im Training daher auch richtig Spaß machen. Für Freitag hofft er, seinen Aussagen vom Samstag nach zu urteilen, wohl nur auf niedrigere Temperaturen.

"Ich bin mit dem Pokalsieg zufrieden. Von den Abläufen, die wir gezeigt haben, war ganz, ganz viel richtig. Was noch nicht geklappt hat, war dem Wetter geschuldet", analysierte Klopp.

Die Werder-Profis müssen sich für Freitag dagegen noch extrem steigern, um den Meister in die Knie zu zwingen. Vielleicht würde eine erneute Analyse des Pokalspiels des BVB helfen. Denn die Bremer haben im Weser-Stadion scheinbar nicht richtig hingeschaut. Bei Preußen Münster kam das Aus wie schon 2011/12 in der 1. Runde.

Michael Reis