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Am 11. Januar 2008 wurde Jürgen Klinsmann als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld vorgestellt. Ein Coup der Bayern-Verantwortlichen. Vor circa 240 Journalisten und 33 TV-Kameras präsentierte der ehemalige Nationaltrainer bald das Konzept für seine erste Tätigkeit als Coach bei einem Club. fcbayern.de sprach mit Klinsmann über die ersten Schritte.

Frage: Für die Öffentlichkeit war die Meldung, dass sie Bayern-Trainer werden, eine große Überraschung, fast schon eine Sensation. Für Sie auch?

Jürgen Klinsmann: Auch für mich war es überraschend, als ich kurz vor Weihnachten von Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß angerufen wurde, ob ich an der Aufgabe interessiert wäre. Das hatte schon einen Wow-Effekt. Der Schritt, nach Europa zurückzugehen, war für mich jetzt weniger überraschend. Das war nur eine Frage der Zeit, denn ich hatte nach dem Ende meiner Tätigkeit als Nationaltrainer viele Anfragen. Die Sache mit Bayern war dann innerhalb von fünf Minuten besprochen, weil meine Frau spontan auch gleich ja dazu gesagt hat. Auch wenn es sportlich oft turbulent war, hatten wir während meiner Zeit als Spieler beim FCB zwei wunderschöne Jahre in München. Unser kleiner Sohn ist damals zur Welt gekommen.

Frage: Offiziell begann Ihre Tätigkeit beim FC Bayern erst am 1. Juli. Aber die Arbeit ging schon viel früher los, oder?

Klinsmann: Obwohl ich das erste halbe Jahr noch gar nicht unter Vertrag stand, war es schon sehr intensiv, Dinge vorzubereiten, die ab 1. Juli auf uns zugekommen sind. Und dann war ja da noch die Geschichte mit dem Leistungszentrum. Als ich gehört habe, dass im Zuge des Neubaus des ServiceCenters einige Flächen im Altbau frei wurden, kam mir gleich die Idee mit dem Leistungszentrum. Somit war ich gleich ab Januar vollauf beschäftigt.

Frage: Gab es zwischen Ihnen und Ottmar Hitzfeld eine Art Übergabegespräch?

Klinsmann: Ja, das hatten wir aber nicht nach Saisonende, sondern schon irgendwann im März oder April. Da sind wir gemütlich zusammen Essen gegangen und haben dabei natürlich auch über die Mannschaft gesprochen. Ich war neugierig, wie er sie sieht und analysiert. Danach habe ich mit der Klubführung besprochen, dass ich den Kader im Großen und Ganzen so übernehme, wie er war - zumal erst im Jahr zuvor große finanzielle Anstrengungen unternommen worden waren. Außerdem wollte ich mir von jedem einzelnen Spieler selbst ein Bild machen. Ich wollte sehen, welches Potenzial bei jedem einzelnen vorhanden ist und wie wir ihn hoffentlich noch ein Stück besser machen können.