ANZEIGE

Freiburg - Der Schalker Coach hatte keine gute Laune. Huub Stevens Mannschaft hatte schließlich zum zweiten Mal in Folge verloren. Und das auch noch unter dem Strich verdientermaßen. Beim SC Freiburg wie in der Vorwoche bei den Bayern.

Dabei hatte eigentlich alles recht vielversprechend angefangen für die Schalker, die von gut 5.000 Fans ins Südbadische begleitet worden waren. Die "Königsblauen" übernahmen von Anpfiff weg die Initiative, wohlwissend, dass der SC Freiburg zuletzt einige Gegentore gleich in den ersten Spielminuten bekommen hat.

Starke Anfangsphase bleibt ohne Erfolg

Prompt erspielte sich auch Schalke einige gute Möglichkeiten. Als Stevens nach dem Spiel von den "guten Gelegenheiten" sprach, die man doch gehabt habe, meinte er nicht zuletzt, die aus den ersten sechs Minuten, als zuerst Ciprian Marica (4.) und dann Raùl (6.) nur knapp gescheitert waren.

Wenn es allerdings am Schluss nicht zu mehr reichte als zum 1:2-Anschlusstreffer durch Teemu Pukki (72.), lag das daran, dass der SC vor allem im ersten Durchgang das engagiertere von zwei kampfstarken Teams gewesen war.

"Tor hat Spiel kaputt gemacht"

Manager Horst Heldt fand nach der enttäuschenden auch klare Worte: "Nach 18 Minuten bekommen wir quasi aus dem Nichts das Gegentor. Danach haben wir aufgehört, Fußball zu spielen, sind zeitweise gar nicht mehr ins Spiel gekommen. Gemessen an unseren Ansprüchen war das heute zu wenig."

Auch Mittelfeld-Arbeiter Jermaine Jones sprach nicht lange um den heißen Brei herum. "Das Tor hat unser Spiel kaputt gemacht. Bei unseren Ansprüchen dürfen wir hier nicht gegen den Tabellenletzten verlieren."

Abwehrsorgen

Nun war es allerdings nicht so, dass man den Schalkern den Einsatz hätte absprechen können. Im Gegenteil: So gut wie jeder Zweikampf wurde erbittert ausgefochten.

Kurz vor Schluss musste Kyriakos Papadopoulos mit Gelb-Rot vom Platz (86.). Das dürfte die Sorgenfalten der Schalker Verantwortlichen weiter vergrößern, denn langsam aber sicher gehen dem Champions-League-Aspiranten die Innenverteidiger aus.

Neben Christoph Metzelder und Papdopoulos fällt wohl auch Benedikt Höwedes für die kommenden drei Wochen aus. In Freiburg erlitt der Kapitän, der das Feld nach 65 Minuten verlassen musste, einen Muskelfaserriss.

"Werden noch enger zusammenrücken"

Stevens zählte in der Pressekonferenz dann auch all die Spieler auf, die "uns heute nicht helfen konnten", die verletzten Christoph Metzelder, Christian Fuchs und Klaas-Jan Huntelaar sowie den nicht berücksichtigten Jefferson Farfan.

Um dann, ohne mit der Wimper zu zucken, fortzufahren, es habe darüberhinaus noch einige andere Spieler gegeben, die dem Team heute nicht hätten helfen können: "Nur standen die leider auf dem Platz." Für Lewis Holtby, der das Spiel seiner Elf nach seiner Einwechslung belebte, ist der Rückschlag in Freiburg dennoch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: "Wir haben schon oft bewiesen, dass wir ein gutes Team sind. Jetzt werden wir einfach noch enger zusammenrücken."

Am kommenden Sonntag hat Schalke die Gelegenheit, den Worten Taten folgen zu lassen. Dann empfängt man vor heimischer Kulisse den Hamburger SV.

Aus Freiburg berichtet Christoph Ruf