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Nürnberg - Der Schock in Nürnberg war groß, als der "Club" am 22. Dezember verkündete, dass Chef-Trainer Dieter Hecking den Verein noch in der Winterpause in Richtung VfL Wolfsburg verlassen wird. Dass ein Ersatz her musste, war klar, doch viel Zeit, einen solchen zu finden, hatten die Franken nicht.

Bereits zwei Tage später, am Heiligen Abend, hatte Sportvorstand Martin Bader einen Nachfolger benannt, oder besser gesagt zwei: Der "Club" präsentierte Michael Wiesinger und Armin Armin Reutershahn als neues Trainergespann.

Ganz nach dem "Modell Leverkusen" teilen sich die beiden die anfallenden Aufgaben. Während Wiesinger, der bis dato die U23 des FCN trainierte, als Ansprechpartner für die Medien fungieren und finale Entscheidungen treffen soll, fällt Heckings ehemaligem Co-Trainer Reutershahn in erster Linie die Arbeit auf dem Platz zu, wie das Gespann im Interview erklärt.

Frage: Ehrt Sie das Vertrauen, das Ihnen von der sportlichen Leitung entgegen gebracht wird?

Michael Wiesinger: Als Martin Bader mich informierte, war ich natürlich positiv überrascht, denn solch eine Beförderung ist eine Bestätigung der geleisteten Arbeit in den vergangenen eineinhalb Jahren in der U23. Ich freue mich, diese verantwortungsvolle Aufgabe gemeinsam mit Armin Reutershahn anzugehen.

Armin Reutershahn: Selbstverständlich, es ist ein Beweis für das Geleistete in den zurückliegenden dreieinhalb Jahren. Die Entscheidung zeigt, dass großes Vertrauen in die Fähigkeiten der handelnden Personen besteht.

Frage: Ist Ihnen die Entscheidung, den Chef-Trainer-Posten anzutreten, leicht gefallen?

Wiesinger: Der Entschluss ist mir leicht gefallen. Der 1. FC Nürnberg ist mein Verein, hier war ich Spieler, hier arbeite ich seit eineinhalb Jahren mit viel Herz und Leidenschaft. Genau in dem Verein nun die Möglichkeit zu bekommen, diese sportliche Herausforderung anzupacken, ist etwas Besonderes. Das motiviert mich sehr. Es ist eine Aufgabe, die ich mir zutraue, denn ich kenne Verein, Umfeld und Mannschaft gut und kann die Situation des Vereins einschätzen. Und zu Dieter Hecking bestand während meiner Zeit als U23-Trainer ein enger Draht.

Frage: Wie gehen Sie das neue Amt an? Wird es unter dem Duo Wiesinger / Reutershahn Veränderungen geben, oder geht es in erster Linie darum, die Arbeit und Spielweise von Dieter Hecking fortzusetzen?

Reutershahn: Die vergangenen drei Jahre unter Dieter Hecking waren keine One-Man-Show. Dirk Bremser (ehemaliger Co-Trainer, Anm. d. Redaktion) und ich waren in alle Entscheidungen involviert, alle Dinge wurden gemeinsam besprochen und meist im Konsens entschieden. Ob das trainingstaktische Maßnahmen oder Dinge, die die Mannschaft betrafen, anging. Dieter Hecking hat uns immer stark in die Verantwortung genommen und Rat eingefordert. Die Vorbereitung der Rückrunde ist im Groben besprochen. Es gibt keinen Grund, großartige Veränderungen herbeizuführen.

Wiesinger: Dieter Hecking hat, was das Team betrifft, ein stabiles Gebilde hinterlassen, das positiv dasteht. Die Mannschaft ist intakt, insofern sehen wir es als unsere Aufgabe, die Arbeit fortzuführen. Wir haben unter Dieter Hecking gearbeitet, seine Philosophie mitgetragen, insofern ist es logisch, dass wir nicht alles herumdrehen und in eine andere Richtung gehen werden. Dennoch habe ich auch eigene, klare Ideen und Vorstellungen, die ich umsetzen will und die in die tägliche Trainingsarbeit einfließen werden. Wir sind sicher, mit einer funktionierenden Mannschaft in der Rückrunde erfolgreich zu sein und die Ziele des 1. FC Nürnberg erreichen zu können.

Frage: Mit Armin Reutershahn haben Sie einen kompetenten Mann an Ihrer Seite. Herr Wiesinger, wie sehr binden Sie ihn in Ihre Arbeit ein?

Wiesinger: Ich bin Team-Player, deshalb ist es mir auch wichtig, im Team aufzutreten. Armin wird eine große Hilfe sein, er bringt als einer der erfahrensten Co-Trainer der Bundesliga ein großes Wissen mit. Er ist lange dabei, kennt die Mannschaft sehr gut und hat viele Phasen mit ihr durchgemacht.

Frage: Herr Reutershahn, welche Herausforderung sehen sie in ihrer veränderten Rolle?

Reutershahn: Die Situation ist sicherlich ungewöhnlich, dass man nach 22 Jahren als Co-Trainer in die Rolle des Chef-Trainers schlüpft. Ich werde meine bewährte, ruhige und positive Art und Weise beibehalten. Ich hoffe, das überträgt sich auf die Mannschaft. Mit Dieter Hecking hatten wir in den vergangenen drei Jahren einige schwierige Phasen, in denen wir immer die Kurve gekriegt haben, weil wir gelassen geblieben sind. Wir haben so schon einige Stürme überstanden, das muss auch unser Ansporn in den nächsten fünf Monaten und für die Zukunft sein.


Das komplette Interview lesen Sie auf der Homepage des 1. FC Nürnberg