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Hamburg - Schon mehrfach hatte Peter Knäbel mit einem Engagement beim Hamburger SV geliebäugelt. Jetzt hat es geklappt. Am Mittwochnachmittag ist der 47-Jährige offiziell als neuer Direktor Profi-Fußball vorgestellt wurden. Lange hatte Beiersdorfer um Knäbel gebuhlt, jetzt hat er sein Dreigestirn endlich beisammen.

Etwas verschnupft und heiser, aber hocherfreut durfte Beiersdorfer Peter Knäbel vorstellen. "Wir haben jetzt eine Konstellation geschaffen, wie ich es mir zu Beginn meiner Amtszeit vorgestellt habe. Das Dreigestirn ist mit Peter Knäbel nun komplett." Man wolle jetzt so schnell wie möglich den Umbau vorantreiben und mit aller Macht eine fußballerische Identität entwickeln, so Beiersdorfer weiter. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der gebürtige Wittener Knäbel.

Kaderplanung und Scouting im Fokus

Den ersten Arbeitstag nutzte der ehemalige St. Pauli-Spieler dazu, so viele Gespräche wie möglich zu führen. "Damit ich weiß, wo ich anfangen soll", scherzte Knäbel, "es ist wichtig die richtigen Fragen zu stellen, die Antworten werde mir die Spieler dann geben." In den vergangenen Wochen und Monaten ging es mit dem HSV rauf und runter.

Jedes Spiel wurde als Sein oder Nichtsein hochstilisiert, so Knäbel, wichtig sei es fortan, Stabilität in den Alltag zu bringen. Er soll die vertikalen Strukturen verbessern. Im Fokus steht die Kaderplanung und das Scouting. Knäbel wird am Samstag beim Auswärtsspiel in Dortmund auf der Bank sitzen, auch um die Nähe zur Mannschaft zu symbolisieren. Auf die Partie in der alten Heimat freue er sich unheimlich. "Ich habe da in der Jugend gespielt und war dort auch Balljunge."

Endlich in der Lieblingsstadt

Im vierten Anlauf hat es endlich mit der Beziehung Knäbel - HSV geklappt. "Klick gemacht, hatte es schon lange", berichtete Knäbel. Schon dreimal stand er kurz vor einem Engagement bei den Rothosen, doch erst jetzt sei der richtige Moment gewesen.

"Ich hatte immer mal wieder Kontakt mit Bernd Hoffmann, Frank Arnesen und Oliver Kreuzer, aber über ein erstes Gespräch ist es nie hinausgekommen. Jetzt bin ich froh, endlich wieder in meiner Lieblingsstadt zu sein", freute sich Knäbel, der zuvor fünf Jahre als Technischer Direktor beim Schweizer Fußballverband gearbeitet und mit der WM in Brasilien sein Projekt, die Schweiz als Fußballnation zu etablieren, abgeschlossen hat. "Es war Zeit, die Komfortzone zu verlassen und mir war klar, dass ich nicht bei einem Verband in Rente gehen möchte, sondern bei einem Verein als Sport Direktor arbeiten will", erklärte Knäbel.

Zusammen mit Trainer Josef Zinnbauer will er jetzt endlich wieder sportlich positive Schlagzeilen beim HSV produzieren. "Als aktueller Tabellenletzter müssen wir schneller und besser arbeiten als die anderen Bundesligisten", erklärt Knäbel, es sei essenziell, dass "die Entscheidungsträger mit einer Sprache sprechen."

Neues Hoch im Norden etablieren

Der neue Direktor Sport des HSV will sich unter anderem auch um die ausgeliehenen Spieler, wie zum Jonathan Tah (aktuell Fortuna Düsseldorf) intensiv kümmern. "Sie sollen wissen, dass sie weiterhin Teil des Teams sind und wir sie nicht vergessen", so Knäbel. Bei einem konkreten Saisonziel hielt sich der 47-Jährige bedeckt. "Ich kann in der kurzen Zeit noch keine Diagnose erstellen. Der HSV soll als sportliche Nummer eins in der Hansestadt wieder einen guten Job machen. Wir müssen den Südrutsch in der Bundesliga entgegenwirken und ein neues Hoch im Norden schaffen", fordert Knäbel.

Für den Anfang würde ihm ein Sieg in Dortmund sicherlich auch schon reichen. "Drei Punkte beim BVB würde ich mir als Geburtstagsgeschenk von der Mannschaft wünschen", so Knäbel, der am morgigen Donnerstag 48 Jahre als wird.

Aus Hamburg berichtet Alexander Barklage