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München - Das nächste Großereignis wirft seine Schatten voraus. Die Olympischen Winterspiele in Sotschi, die eigentlich erst am kommenden Freitag beginnen sollten, starteten bereits eine Woche vorher - am 19. Spieltag der Bundesliga. Von akrobatischen Einlagen, Bruchlandungen und Scharfschützen - darüber spricht die Liga.

Freestyle: Pierre-Emerick Aubameyang

Am Freitagabend eröffnete Pierre-Emerick Aubameyang die Spiele feierlich mit einem perfekt getimten Salto vorwärts. Eine Woche bevor sich die Athleten am Schwarzen Meer verwegen über die Freestyle-Schanze wagen, zeigte der Dortmunder Flügelflitzer bereits seine akrobatischen Qualitäten. Nach seinem ersten Treffer in Braunschweig verzichtete er noch auf die Ausführung, ließ sich dann aber nicht lumpen, als er das 2:1-Siegtor erzielte. Flugphase und Landung waren derart tadellos, dass wir nur die Höchstnote ziehen können.

Skispringen: Bert van Marwijk

Erinnern Sie sich noch an Eddy the Eagle? Der stark kurzsichtige Engländer stürzte sich 1988 in Calgary halsbrecherisch von den olympischen Schanzen und nahm dabei sogar den Spott seiner Konkurrenten in Kauf. Kaum jemand verkörperte allerdings das olympische Motto ("Dabei sein ist alles") so sehr wie der sympathische Freizeitathlet. Dabei ist der HSV in der Bundesliga schon seit 50 Jahren, doch nun könnte es den Dino erwischen. Denn obwohl er weit davon entfernt ist, in die Fußstapfen des größten Außenseiters der Sportgeschichte zu treten, muss man mittlerweile große Sorge um die Flugfähigkeiten von Bert van Marwijks Elf haben. Nach der neuesten Bruchlandung, dem 0:3 in Hoffenheim, ist das Abstiegsgespenst präsenter denn je.

Biathlon: Moritz Leitner, Tobias Werner, Joo-Ho Park

Am 19. Spieltag waren in den Bundesligastadien auch wieder die Scharfschützen unterwegs. Schon bevor sich in Sotschi die Biathleten das Gewehr umschnallen und die Scheiben anvisieren, zielten drei Spieler an diesem Wochenende besonders genau: Stuttgarts Moritz Leitner, Augsburgs Tobias Werner und der Mainzer Jo-Hoo Park trafen allesamt von außerhalb des Strafraums. Während sich die beiden Letztgenannten über drei Punkte freuen durften, war Leitners Schuss in den Winkel am Ende wertlos. Kollege Cacau hatte beim 1:2 in Leverkusen kurz vor Abpfiff die Zielscheibe - in diesem Fall das Gästetor - nur angekratzt. Die Scheibe wackelte, aber sie blieb stehen.

Curling: Lucien Favre

Borussia Mönchengladbach hatte sich den Gegner schön zurechtgelegt. Über 60 Prozent Ballbesitz und eine deutlich bessere Zweikampfquote sprachen in Hannover klar für das Team von Cheftrainer Lucien Favre. Im Curling heißt das, die eigenen Steine so zu platzieren, dass der Gegner es schwer hat, den Mittelpunkt des Zielkreises zu erreichen. Soweit so gut, doch die Borussia vergaß am Ende das Wesentliche - den finalen Stoß. Die richtige Dosierung aus Geschwindigkeit, Drehimpuls des Steins und genauem Zielen fand dagegen Hannover: Torchancen hatten nämlich fast nur die Gastgeber, die am Ende völlig verdient 3:1 gewannen.

Wetter: Tayfun-Alarm!

Ein Tayfun fegt über die Bundesliga hinweg. Der neue Hannover-Trainer, mit Nachnamen Korkut, hat erst als zweiter 96-Übungsleiter zum Einstand zwei Siege gefeiert. 50 Jahre ist es her, dass einem gewissen Helmut Kronsbein das gleiche Kunststück gelang. Und obwohl die Niedersachsen bei beiden Erfolgen zum Rückrundenstart eher zurückhaltend agierten und dem Gegner die Spielkontrolle überließen, brachen sie mit ihrer Kontertaktik wirbelsturmartig zunächst Wolfsburg und dann Gladbach zu Fall. Mit Taifunen ist in Sotschi indes nicht zu rechnen.

Johannes Fischer