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Viele Clubs nutzen die Winterpause, um sich für die Rückrunde zu verstärken. Bestes aktuelles Beispiel: Borussia Mönchengladbach. Der Tabellenletzte der Bundesliga hat bereits vor Ende des Jahres 2008 vier Neuzugänge für die zweite Hälfte der Saison 2008/09 vermeldet.

Einer, der zu seiner aktiven Zeit selbst ein Mal in der Winterpause den Verein wechselte, ist Arie van Lent. Zudem kennt sich der heutige Trainer des Regionalligisten 1. FC Kleve bestens mit Gladbach aus. Zwischen 1999 und 2004 war van Lent Leistungsträger und Publikumsliebling am Bökelberg.

Im Gespräch mit bundesliga.de erklärt van Lent, wie schwer es ist, im Winter einen echten Rohdiamanten zu finden, und er spricht über die Neulinge der Borussia. Außerdem findet er viele Parallelen zwischen seinem ehemaligen und seinem aktuellen Arbeitgeber.

bundesliga.de: Die Winterpause bietet für die Clubs immer auch die Gelegenheit sich personell nochmal zu verstärken. Welche Erfahrungen haben Sie persönlich mit Wintereinkäufen gemacht? Bringen Sie etwas oder eher nicht?

Arie van Lent: Das kann man nicht so einfach beantworten. Es ist natürlich oft unheimlich schwer, jemanden zu finden, von dem man denkt, dass er einem weiterhilft. Aber manchmal tut es einer Mannschaft schon ganz gut, wenn die Konkurrenz erhöht wird.

bundesliga.de: Ihr ehemaliger Verein, Borussia Mönchengladbach, hat bereits vier Neuzugänge verpflichtet. Als 18. der Tabelle ist man aber auch in der Pflicht, etwas zu tun. Von wem erwarten Sie, dass er der Mannschaft schnell weiterhilft?

Van Lent: Mit Paul Stalteri habe ich in Bremen noch zusammen gespielt. Er hat seinen Weg in Bremen ja absolut gemacht. Er hat viel Erfahrung, genau wie Tomas Galasek. Hans Meyer weiß natürlich, was er an ihnen hat. Ich denke, dass sie beide Gladbach weiterhelfen werden. Die anderen beiden kenne ich nicht gut genug, um etwas über sie zu sagen.

bundesliga.de: Wie sehen Sie generell die Situation in Gladbach? Was muss sich in der Rückrunde ändern, damit der Klassenerhalt gelingt?

Van Lent: Gladbach hat auch gute Spiele gemacht, aber dann die Punkte nicht mitgenommen. Da kommt dann kein Selbstvertrauen rein. Und vielleicht war auch Unruhe da: Erst der Trainerwechsel, dann wurde der Mannschaft Qualität abgesprochen - ich denke, es tut Gladbach gut, dass sie jetzt ein paar neue Leute haben und ein bisschen zur Ruhe kommen. Dann können sie wieder voll angreifen. Denn es ist noch alles drin.

bundesliga.de: Sie haben Gladbach also noch nicht abgeschrieben.

Van Lent: Nein, auf keinen Fall. Elf Punkte sind natürlich nicht viel, aber die anderen Mannschaften machen es ja auch nicht viel besser. Von daher besteht absolut noch Hoffnung. Letztlich reicht ja der 15. Tabellenplatz.

bundesliga.de: Sie selbst sind als Trainer mit Kleve aufgestiegen und stehen jetzt in der Regionalliga auf dem letzten Platz. Dieselbe Situation wie in Gladbach…

Van Lent: Ja, deswegen musste ich vorhin auch schmunzeln. Ich brauche auch Neuverpflichtungen. Nur die finanziellen Möglichkeiten sind bei uns natürlich ganz anders. Aber da muss man halt durch. Man kann nicht immer nur Erfolg haben. Ich hoffe, dass auch wir am Ende auf dem 15. Tabellenplatz stehen.

bundesliga.de: Letzte Frage: Was war für Sie das Fußball-Highlight 2008?

Van Lent: Für mich persönlich war es natürlich der Aufstieg mit dem 1. FC Kleve in die Regionalliga. In der Bundesliga ist es logischerweise Hoffenheim.

Das Gespräch führte Michael Gerhäuser