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Hannover - Der Traum ist aus. Die dritte Niederlage im 14. Europa-League-Spiel bedeutete das Aus für Hannover 96. Die Niedersachsen haben es nicht geschafft, ein rein iberisches Halbfinale zu verhindern. Das Star-Ensemble von Atletico Madrid erwies sich bei der 1:2-Niederlage in der heimischen AWD-Arena als eine Nummer zu groß.

Dem Deutschen Meister von 1938 und 1954 bleibt der Trost, dass der Einzug ins Viertelfinale als größter Erfolg auf internationaler Ebene in die Vereinsgeschichte eingeht.

"Können erhobenen Hauptes nach Hause gehen"



"Wir haben gut mitgehalten, aber insgesamt ist Atletico verdient eine Runde weitergekommen", zeigte sich nicht nur Emanuel Pogatetz gegenüber bundesliga.de als fairer Verlierer und betont: "Wir haben viel erreicht und können erhobenen Hauptes nach Hause gehen. Man kennt Hannover 96 jetzt auch international."

Das sehen auch die Mitspieler des östereichischen Nationalverteidigers so. "Natürlich sind wir enttäuscht, wir hatten uns viel vorgenommen. Man muss aber auch sagen, dass Madrid zu Recht weitergekommen ist", gab auch Konstantin Rausch zu.

"Können stolz auf uns sein"



"Madrid war definitiv die stärkste Mannschaft, auf die wir bisher getroffen sind. Klar wären wir gerne weitergekommen, es sollte aber heute nicht sein", so Kapitän Steven Cherundolo. "Wir können stolz auf uns sein."

So ist denn auch Jörg Schmadtke "unterm Strich zufrieden mit dem, was die Mannschaft geleistet hat. Wir hatten viele tolle Momente, und ich bin sicher, das Positive wird haften bleiben.Und ich sehe keine Gefahr, dass uns die Niederlage zurückwirft."

"Ein tolles Jahr"



Wie der Sportdirektor sieht es auch der Trainer: "Trotz der Niederlage bleibt es nach wie vor ein tolles Jahr. Nun werden wir in der Liga alles geben, um auch nächstes Jahr wieder dabeizusein."

Insgesamt habe seine Mannschaft dank der Teilnahme am europäischen Wettbewerb "einen großen Schritt nach vorn" gemacht, so Mirko Slomka. "Auch Spiele wie heute steigern den Reifeprozess enorm. Atletico hat gezeigt, wie wichtig Erfahrung ist."

Duell der Enttäuschten

Negative Auswirkungen durch die Niederlage befürchtet der 44-Jährige nicht. "Die Mannschaft weiß, worum es geht. Wichtig ist, dass wir uns nuir auf die kommenden Aufgaben konzentrieren", hakte Slomka das Kapitel Europa League schon kurz nach Ende der Partie ab - und schaute nach vorn.

Bereits am Sonntag muss Slomka mit seinem Team bei seinem Ex-Club Schalke 04 antreten. In der Veltins Arena treffen damit die Verlierer des Viertelfinals aufeinander. Ausschlaggebend für Schmadtke wird sewin, "wie beide Mannschaften mit dem heutigen Abend umgehen".

Platz 5 das Ziel



Auch wenn es Slomka "egal" ist, ob wir uns als Fünfter oder Siebter für die Europa League qualifizieren, werden wir alles tun, um Platz 5 zu verteidigen", gibt der Coach sich kämpferisch. Damit würde man lästigen Qualifikationsspielen aus dem Weg gehen.

Stellvertretend für "alle im Verein und unsere tollen Fans" gibt Schmadtke das klare Saisonziel Europapokalteilnahme vor: "Da wollen wir wieder hin." Und mit dann mehr Erfahrung im kommenden Jahr erneut Vereinsgeschichte zu schreiben.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöhs