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Marseille - Da saß Ivan Perisic nun und starrte ungeduldig auf seine Finger. Frage um Frage hagelte in Richtung Rednerpult im Presseraum des Stade Velodrome in Marseille, an dem der Kroate zusammen mit seinem Trainer Jürgen Klopp saß. Doch für Perisic war vorerst keine gedacht.

Dabei war er es doch gewesen, der im ersten Gruppenspiel der Champions League gegen den FC Arsenal mit einem Traumtor das Remis gesichert hat. Und nun auch bei Olympique Marseille (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) für Furore sorgen soll.

"Tor hat mir viel Selbstvertrauen gegeben"

Doch nach - für Perisic quälenden - zehn Minuten war es dann so weit. Wie er sich nach seinen starken Leistungen der vergangenen Wochen denn so fühle? "Ich bin am Anfang leider immer nur für 20, 30 Minuten zum Einsatz gekommen. Aber das Tor gegen Arsenal hat mir sehr viel Selbstbewusstsein gegeben. Ich hoffe, dass ich das auch gegen Marseille zeigen kann", antwortete der 22-Jährige.

Dass der großgewachsene, beidfüßige Offensiv-Allrounder wie schon am vergangenen Spieltag in Mainz in der Startelf stehen dürfte, sollte durch dessen Teilnahme an der Pressekonferenz klar sein.

Zwar wurde Perisic auch als "Redner" nominiert, weil er durch seine Zeit beim FC Sochaux und dem FC Brügge fließend französisch spricht und somit für die einheimischen Journalisten besonders gefragt war. Doch war das vielleicht auch ein Stück weit eine Wertschätzung des Trainers für die zuletzt gezeigten Leistungen Perisic'.

Klopp fischt noch im Trüben

Klopp selbst war wie immer bester Laune, hat er mit dem 2:1 bei seinem Ex-Club am Samstag nach zuvor vier sieglosen Pflichtspielen endlich wieder einen Dreier eingefahren.

Den Gegner aus Marseille weiß er aber noch nicht so richtig einzuschätzen. "Sie haben einige verletzte und gesperrte Spieler. Und Trainer Deschamps hat zuletzt ein paar taktische Formationen probiert, so dass wir noch nicht wissen, was auf uns zukommt", erklärte Klopp auf Nachfrage von bundesliga.de.

"Auswärtssieg nicht unmöglich"

Zwar seien nur wenige Spieler der Hausherren in Deutschland bekannt, "aber wir stellen unsere Mannschaft nie nach den Spielern im Speziellen, sondern nach dem gegnerischen System auf", meinte der Meistercoach.

Er ließ auch noch offen, ob die wiedergenesenen Sven Bender und Marcel Schmelzer von Beginn an auflaufen, attestierte beiden aber gutes "Heilfleisch". Was übersetzt einer Nominierung für die Startformation gleich kam.

Denn für die Partie gegen Marseille soll die vermeintlich stärkste Elf auflaufen, um die verpassten zwei Punkte zum Auftakt wieder gut zumachen. Denn, so Klopp: "Ich halte einen Auswärtssieg nicht für unmöglich."

Aus Marseille berichtet Michael Reis