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Düsseldorf - Borussia Dortmund hat erstmals unter Trainer Jürgen Klopp das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht. Nach einem packenden Pokalkrimi bei Fortuna Düsseldorf siegte der BVB nach torlosen 120 Minuten etwas glücklich im Elfmeterschießen mit 5:4.

"Wir wussten schon im Vorfeld, dass es hart wird. Aber dass der Kampf so kräfteraubend sein würde, hätten wir auch nicht gedacht", spielte Dortmunds Mannschaftskapitän
Sebastian Kehl auf den Platzverweis seines Mitspielers Patrick Owomoyela an, der schon nach 34 Minuten die Gelb-Rote Karte sah.

Dank einer letzten großartigen Energieleistung in diesem herausragenden Jahr der ganzen Mannschaft konnte der BVB den K.o. abwenden und die Runde der letzten Acht erreichen.

Kapitän Kehl: "Das war ein Ausrufezeichen"

"Ich bin richtig stolz auf die Truppe", freute sich Kehl: "Was wir im letzten halben Jahr wieder geleistet haben, obgleich wir in der Tabelle noch drei Punkte hinter Bayern München stehen, war sensationell und hat einfach richtig geil ins Bild gepasst. Das war ein Ausrufezeichen. Wir haben jetzt schon in der Kabine zwei Kisten Bier geleert."

Abgesehen vom Ausscheiden in der Champions League können die Dortmunder mit der Hinrunde hochzufrieden sein. Das schwierige Jahr nach dem überraschenden Gewinn der Deutschen Meisterschaft ist nach einem etwas holprigen Start blendend gelaufen. In der Bundesliga ist die Borussia seit elf Spielen ungeschlagen und überwintert als Zweiter. Und auch im Pokal bleiben die Schwarz-Gelben im Geschäft.

Großkreutz hilft überall aus und will ins Finale

"Es gab selten einen Trainer, der stolzer auf seine Truppe war als ich heute", jubelte Jürgen Klopp nach dem gewonnenen Elfmeterschießen ausgelassen. "Es war ein unglaublicher Kraftakt, und umso schöner fühlt es sich an." Im Vorfeld der Partie hatte der Meistertrainer bereits anklingen lassen, dass der Pokal in dieser Saison eine hohe Priorität beim BVB besitzen würde. Die Mannschaft hat sich daran gehalten.

"Wir wollen nach Berlin", gab Kevin Großkreutz die Devise aus. Der gebürtige Dortmunder verkörperte in Düsseldorf diesen unbedingten aufopferungsvollen Einsatz für das Team in Person. Im Mittelfeld begann er die Partie. Nach dem Platzverweis wurde er erst als Außenverteidiger gebraucht, später spielte er sogar als Innenverteidiger. Es hat sich gelohnt.

"Das wird schwer zu toppen sein"

So können die Dortmunder einen Haken machen unter ein grandioses Jahr 2011. "Trotz des Champions-League-Ausscheidens war es ein nahezu perfektes Jahr", resümiert Mats Hummels mit einem Strahlen im Gesicht.

"Wie wir die Meisterschaft errungen haben, war so, wie man sich das als kleines Kind erträumt hat: mit einer jungen Mannschaft, mit Leuten, mit denen man sich versteht, im besten Stadion und mit den besten Fans auf der Welt. Dieses Jahr 2011 war mit Sicherheit das beste in meiner Karriere", freut sich der Innerverteidiger: "Das wird schwer zu toppen sein. Aber es ist eine reizvolle Aufgabe, da noch einmal einen draufzusetzen."

Im kommenden Jahr wird der BVB jedenfalls nicht unversucht lassen, genau das zu tun. Das Double scheint durchaus möglich zu sein. Vorher gilt es aber erst einmal, das Jahr 2011 sacken zu lassen. "Ich werde mich jetzt mit einer schönen Flasche Rotwein vor den Weihnachtsbaum setzen und es genießen", kündigte Sebastian Kehl augenzwinkernd an. Er und seine Borussen haben es sich verdient.

Aus Düsseldorf berichtet Tobias Gonscherowski