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Mönchengladbach - Mit dem 0:0 in Darmstadt war Dieter Hecking zufrieden. Vor dem Gastspiel bei Bayer 04 Leverkusen spricht der neue Trainer von Borussia Mönchengladbach im großen Exklusiv-Interview mit bundesliga.de über die ersten Maßnahmen, die zu treffen waren, über die Diskussion um Dreier- oder Viererkette und über den FC Bayern München sowie die Überraschungsteams aus Leipzig und Hoffenheim.

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bundesliga.de: Herr Hecking, ich stelle mir das so vor: Bei Familie Hecking herrschte große Vorfreude vor auf ein Weihnachts-Wintermärchen im verschneiten Norwegen. Dann aber läutete das Telefon, und Max Eberl war am Apparat. Waren Sie sofort Feuer und Flamme für die Borussia?

Dieter Hecking: Schon vor Max’ Anruf und Borussias Anfrage gab es Interesse des einen oder anderen Clubs. Mal war mir aber der zeitliche Abstand zu der Zeit in Wolfsburg zu klein, mal haben mich die Anfragen einfach nicht so interessiert. Bei Max’ Anruf aber war mir klar, dass ich mich damit unbedingt auseinandersetzen möchte. Mein Interesse für Borussia Mönchengladbach war sofort geweckt. Wir haben schon zuvor, im kleinen Kreis, der sich aus Leuten zusammensetzt, die mir sehr nahestehen, einmal überlegt, was eine interessante Aufgabe sein und welcher Verein für mich und aus welchen Gründen in Frage kommen könnte. Eine Art Brainstorming also, wie es wohl jeder Trainer immer mal wieder macht. Borussia Mönchengladbach war einer dieser Vereine.

bundesliga.de: War eine längere Auszeit mit der Familie für Sie nie eine Option?

Hecking: Doch, das wäre vielleicht eine Option gewesen. Hätte es sich nicht um Borussia Mönchengladbach gehandelt, sondern um irgendeinen anderen Verein, hätte ich möglicherweise tatsächlich gesagt "Nein, diese Aufgabe möchte ich jetzt nicht übernehmen." Wenn man etwas Neues beginnt – gerade nach einer lange so erfolgreichen Zeit wie in Wolfsburg – möchte man unbedingt vom ersten Moment an das Gefühl haben "Hey, das hier, das könnte richtig gut werden." Dieses Gefühl, dass Borussia Mönchengladbach eine ganz besondere Aufgabe für mich werden könnte, hatte ich nach dem Gespräch mit Max Eberl. Und jetzt sind wir zusammen. (lacht)

bundesliga.de: Hatten Sie nach dieser Entscheidung noch einen Blick für die Schönheit der Winterlandschaft Norwegens, oder waren Sie in Gedanken schon bei der Analyse Ihres zukünftigen Kaders?

Hecking: Max und ich hatten alle relevanten Themen noch vor dem Urlaub besprochen. Mir ist bewusst, dass die Entscheidung für Borussia Mönchengladbach für mein Familienleben einen gravierenden Einschnitt bedeutet. Während meiner Zeit in Wolfsburg konnte ich abends immer nach Hause zur Familie fahren. Das geht in Zukunft nicht mehr. Deshalb habe ich die Tage in Norwegen nochmal intensiv mit der Familie genutzt. Denn in solchen Tagen holt man sich die Kraft, die man benötigt, um in diesem Geschäft erfolgreich seinen Mann stehen zu können.

bundesliga.de: Ihr neues Team überzeugte dann gleich im Trainingslager, enttäuschte aber beim Telekom-Cup und wirkte zum Bundesliga-Start beim 0:0 in Darmstadt recht stabil. Ist dieses etwas zähe Unentschieden exakt das, was man erwarten darf von einer Mannschaft, die sich neues Selbstvertrauen erst erarbeiten muss?

Hecking: Viele Beobachter haben sich nach dem Trainingslager geäußert, jetzt würde alles wieder in die richtige Richtung laufen bei Borussia. Ich selbst habe allerdings nicht gesagt "Nun ist alles wieder gut!" Wir müssen noch viel, viel arbeiten.

bundesliga.de: Und die Leistung in Darmstadt?

Hecking: In Darmstadt hat die Mannschaft vieles richtig gemacht und die Vorgabe möglichst wenig zuzulassen, gut umgesetzt. Mit den drei, vier eigenen guten Möglichkeiten würde man ein solches Spiel wahrscheinlich mit 1:0 oder 2:0 gewinnen, wenn man einen Lauf hat. Den kann diese Mannschaft aber noch nicht haben. Jeder muss verstehen, dass man auch nach einem Trainerwechsel nicht erwarten kann, dass alles umgehend wieder gut ist. Zudem haben uns in Darmstadt sieben oder acht potenzielle Stammplatzkandidaten gefehlt. Ich möchte diese Punkte nicht groß thematisieren, aber sie sind in Summe der Grund, warum nicht alles bereits bei hundert Prozent sein kann. Die Leistung in Darmstadt war ein kleiner Schritt in die Richtung, in die wir gehen wollen. Davon aber, was man von uns grundsätzlich erwarten darf, sind wir noch ein Stück weit entfernt.

bundesliga.de: "Die Vorgabe, nichts zuzulassen": War defensive Stabilität, die der Borussia schon lange fehlte, Ihr erster Ansatzpunkt?

Hecking: In den ersten Tagen habe ich sehr viele Informationen bekommen, vor allem von Max Eberl, aber auch von der Scouting-Abteilung, die mir sämtliche Videos zu den Spielen der Hinrunde zur Verfügung gestellt hat. Ich habe aber relativ schnell gesagt "Lasst mich damit erst einmal in Ruhe, ich möchte mir zunächst mein eigenes Bild machen, um möglichst unvoreingenommen an die Aufgabe herangehen zu können." Und natürlich sind da immer auch die Medien, die dir auch alle möglichen Tipps geben, die dazu führen sollen, dass es wieder besser läuft. (lacht) Das ist alles gut gemeint. Letztlich geht es aber darum, wie ein Trainer seine Mannschaft wahrnimmt. Mir diesen Eindruck zu verschaffen, das war deshalb zu Beginn für mich das Allerwichtigste.

Im Video: Erfahrung für die Borussia

bundesliga.de: Diskutiert wurde und wird immer wieder die Frage, ob die Dreier- oder die Viererkette die bessere Variante für dieses Team ist...

Hecking: Jeder sieht das Spiel anders. Der Journalist sieht es anders als der Trainer. Und der Journalist kann nicht alle Gedankengänge des Trainers kennen. Ich glaube aber, dass bei Borussia im letzten halben Jahr tatsächlich eine Diskussion um diese Frage entbrannt ist. Eine Diskussion, die mir allerdings von ein paar Leuten ein wenig oberflächlich und populistisch geführt wird. Bisweilen würde ich mir wünschen, dass das Ganze etwas mehr in die Tiefe geht.

bundesliga.de: André Schubert konnte zuletzt weder mit der einen noch der anderen Variante defensive Stabilität herstellen. Sie haben sich für die Viererkette entschieden...

Hecking: Natürlich spielt der Vergleich mit der Zeit unter Lucien Favre eine Rolle. Ein Trainer hat mit einem System lange großen Erfolg (unter Favre agierte die Borussia mit Viererkette; d. Red.). Dann kommt ein neuer Trainer (Schubert; d. Red.) mit einer anderen Idee, der Dreierkette. Plötzlich aber läuft es nicht mehr rund, und man sehnt sich danach zurück, was in der Vergangenheit den Erfolg garantiert hat. Also hat es mein Vorgänger kurz vor Weihnachten mit der Viererkette probiert, aber auch das war zu diesem Zeitpunkt nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich wollte mir deshalb in den diversen Trainingseinheiten unbedingt selbst ein Bild machen. Mit dem Resultat, dass ich das Gefühl hatte, dass für das Spiel in Darmstadt die Viererkette das richtige Mittel ist.

>>> Gladbachs Neuzugang Timothee Kolodziejczak im Interview

bundesliga.de: Defensiv war die Borussia unter Schubert anfällig, offensiv aber konnte sie lange begeistern. Eine Fähigkeit dank spielerischer Klasse, die auch das Team des VfL Wolfsburg auszeichnete, das Sie zu Vizemeisterschaft und Pokalsieg führen konnten. Ist das der Fußball, den Sie sich im Idealfall vorstellen?

Hecking: Das ist der Fußball, mit dem Borussia Mönchengladbach seit Jahrzehnten in Verbindung gebracht wird. Diese Art Fußball zu spielen hat diesem Club seine große Popularität eingebracht. Und wenn man das annähernd wieder so hinbekommen würde, hätte wohl keiner etwas dagegen.

bundesliga.de: Kann spielerische Klasse in kritischen Phasen aber auch ein Hindernis sein? In den Tagen vor der Winterpause hatte man in Gesprächen mit Spielern bisweilen den Eindruck, dass der Ernst der Situation noch nicht jedem bewusst war...

Hecking: Mir fällt im Umfeld der Clubs häufig zu schnell der Begriff Abstiegskampf. Natürlich gibt es Vereine, für die es ab dem ersten Spieltag nur darum geht, am Ende Fünfzehnter zu werden. Selbstverständlich ist das nicht der Anspruch von Borussia Mönchengladbach. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass gerade einmal eine Saisonhälfte absolviert, aber noch eine weitere zu spielen ist. Da kann sich noch vieles entwickeln.

bundesliga.de: Wie würden Sie die Situation charakterisieren?

Hecking: Ich schätze die Situation durchaus als gefährlich ein. Gerade weil viele darauf verweisen, dass wir über dieses spielerische Vermögen verfügen und genau genommen gar nicht dort unten stehen dürften. Wie man sieht, stehen wir aber trotzdem dort. Das macht es gefährlich. Deshalb sagen wir den Spielern immer wieder "Wenn ihr das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in eure Qualität habt, seid ihr eine Mannschaft, die die aktuelle Situation sehr schnell auflösen kann. Aber ihr seht auch, dass euer Selbstvertrauen in den vergangenen Wochen gelitten hat und zurzeit eben doch nicht alles so leicht von der Hand geht." Man spricht in solchen Phasen gerne von "harter Arbeit". Gemeint ist letztlich, dass man kompakt stehen und zusammenbleiben muss, um so aus einer guten Grundformation agieren zu können. Wenn das gegeben ist, kann man sich über kleine Erfolgserlebnisse wie in Darmstadt auch wieder Selbstvertrauen holen.

>>> Im Video: Mission Marbella

bundesliga.de: Kommt ein neuer Trainer, ist das immer auch eine große Chance für die, die zuvor hinten dran waren. Wie sehen Sie Spieler wie Jonas Hofmann, Nico Schulz oder Josip Drmic, hinter denen aus verschiedenen Gründen schwierige Zeiten liegen?

Hecking: Der Eindruck ist durchweg sehr positiv. Diese Mannschaft ist eine sehr willige Mannschaft mit vielen jungen, guten Spielern. Allerdings wäre es auch fatal, wenn die Spieler nach einem Trainerwechsel nicht versuchen würden, noch einmal alles abzurufen. Leider haben wir aktuell, wie schon angesprochen, noch eine Reihe von Verletzten. Kommen die nun bald zurück, wird die Konkurrenzsituation noch größer. Allerdings könnte dann auch die Gruppe der Unzufriedenen größer werden.

bundesliga.de: Drmic kann auch auf dem Flügel eingesetzt werden, hat aber seine mit Abstand besten Leistungen als Mittelstürmer in Nürnberg gezeigt...

Hecking: Man darf nicht vergessen, dass Josip nach einer sehr schweren Verletzung zurückkommen musste. In der Vorbereitung hat er Vollgas gegeben und seinem Knie noch einmal alles abverlangt, um zu testen, wie weit es belastbar ist. Im Moment ist er körperlich vielleicht in einem kleinen Loch. Wir hoffen aber, dass er über kurz oder lang in der Verfassung sein wird, in der er uns entscheidend helfen kann. Und dann selbstverständlich im Zentrum, nicht auf dem Flügel.

bundesliga.de: Der Mittelstürmer klassischer Prägung schien schon ein Auslaufmodell zu sein, feiert mittlerweile aber eine Renaissance. Nicht zuletzt Sie haben zu Saisonbeginn in Wolfsburg mit der Verpflichtung von Mario Gomez noch ein solches Zeichen gesetzt...

Hecking: Ich denke, man braucht solche Typen, wenn man in der Spiel-Systematik auch einmal etwas verändern will. Wir haben in Deutschland zu lange den Fehler gemacht, nur noch spielende Stürmertypen haben zu wollen. Das fällt uns im Moment ein wenig auf die Füße. Sandro Wagner etwa zeigt seit der vergangenen Saison tolle Leistungen. Hätte man ihn vor anderthalb Jahren aber in die engere Wahl für die Nationalmannschaft gebracht, hätten die meisten wohl verständnislos mit dem Kopf geschüttelt. Ich denke, dass Positionen wie die des Außenverteidigers oder des Mittelstürmers bei uns in der Vergangenheit ein wenig vernachlässigt worden sind. Ich selbst bin schon immer Freund eines Strafraumstürmers gewesen, der dort seine ausgewiesenen Qualitäten hat. Und ein Spieler, wie Robert Lewandowski, ist selbst in einem solchen Top-Kader, wie ihn der FC Bayern hat, noch einmal etwas ganz Besonderes.

bundesliga.de: Der Spielplan will es, dass Borussia am Samstag erneut auswärts antreten muss, bei Bayer 04 Leverkusen. Wie erklären Sie sich, dass eine so spielstarke Mannschaft wie die Borussia schon seit mehr als einem Jahr auswärts große Probleme hat?

Hecking: Da möchte ich mir kein Urteil anmaßen. Ich sage lieber "Wir sind seit der Winterpause auswärts immer noch ungeschlagen, und das sogar ohne Gegentor". (lacht herzhaft)

>>> Zum Matchcenter #B04BMG

bundesliga.de: "Ohne Gegentor" – das könnte sich in Leverkusen allerdings ändern, weil Bayer 04 gegen Borussia häufig spektakulären Fußball bietet...

Hecking: Das habe ich genauso im Kopf. Leverkusen gegen Gladbach, das waren in meiner Erinnerung meist Spiele, bei denen den Zuschauern wirklich etwas geboten wird. Und das erwarte ich auch am Samstag. Leverkusen glaubt nach dem 3:1-Erfolg gegen Hertha wieder fest an die Aufholjagd auf die Champions League-Plätze und muss gewinnen. Wir müssen unbedingt von unten weg und wollen ebenfalls gewinnen. Das sind normalerweise Voraussetzungen, unter denen man ein gutes Spiel erwarten darf. Allerdings werden solche Erwartungshaltungen nicht immer eingelöst. Sollte es am Ende ein so genanntes "Drecksspiel" gewesen sein, das wir aber 1:0 gewinnen konnten, würden wir das selbstverständlich auch sehr gerne annehmen.

bundesliga.de: Ähnlich wie die Borussia ist Bayer 04 eine Mannschaft, die sich bisher mehr versprochen hatte von dieser Saison. Auch auf Schalke trifft das zu...

Hecking: Das stimmt. Das sind aber genau die Clubs, die international unterwegs sind und dabei viele Körner lassen müssen. Ob Gladbach, Leverkusen, Schalke oder auch der BVB, der in der Vorrunde ebenfalls nicht so unantastbar war, wie man das vielleicht erwartet hatte – bis auf die Bayern, und selbst die wirken nicht ganz so souverän wie in den vergangenen Jahren, haben alle ihre Problemchen. Und das ist die große Chance von Frankfurt, Hertha, Hoffenheim, Köln, oder wen haben wir noch...?

bundesliga.de: ...RB Leipzig...

Hecking: ...und RB Leipzig. Für die Liga ist das sehr gut, das nun mal ein paar andere dort oben dabei sind. Das macht die Bundesliga noch spannender und noch attraktiver. Ich bin überzeugt, dass es eine sehr spannende Rückrunde werden wird, in allen Bereichen der Tabelle. Und das tut der Bundesliga auf jeden Fall gut.

bundesliga.de: Den Bayern sagt man in den vergangenen ein, zwei Spielzeiten ihren vielleicht stärksten Kader aller Zeiten nach. Warum tun sich die Münchner dann schwerer, als vor drei, vier Jahren, als man bisweilen mit 25 Punkten Vorsprung führte?

Hecking: Sie haben bereits wieder 42 Punkte auf dem Konto. Und ich denke, dass es immer eine außergewöhnliche Leistung ist, die der FC Bayern München abliefert. In jeder Saison an jedem Spieltag stets er Gejagte zu sein und dennoch wieder mit 42 Punkten die Tabelle anzuführen, das ist eine außergewöhnliche Leistung. Sie peilen die fünfte Meisterschaft in Serie an, und ich glaube, dass sie das auch schaffen werden. Dass man auf diesem Weg auch mal ein Spiel verliert, das ist normal. Dann aber treten Sie zum Spitzenspiel gegen RB Leipzig an und gewinnen locker 3:0. Daran sieht man, dass diese Mannschaft noch immer über allen anderen steht. Und dass sie aktuell nur drei Vorsprung auf den Tabellenzweiten hat, das ist für die Bundesliga eine sehr gute Sache.

bundesliga.de: Wird Leipzig der hartnäckigste Verfolger bleiben, bzw. haben Sie geahnt, dass RB so stark auftrumpfen würde?

Hecking: Nein. In dieser Form konnte man das nicht erwarten. Dass RB kein gewöhnlicher Aufsteiger sein würde, ist tausendmal thematisiert worden. In Leipzig wird herausragende Arbeit abgeliefert, aber die Mannschaft hat auch den Flow erwischt, den man als Aufsteiger erwischen muss, um so selbstbewusst auftreten zu können. Wenn sie das bis zum Saisonende durchhalten kann, ziehe ich meinen Hut – wobei es selbstverständlich auch jetzt bereits eine richtig gute Saison für RB ist. Ich glaube durchaus, dass es RB gelingen kann, am Ende der Saison einen internationalen Wettbewerb zu erreichen.

>>> Im Video: Dieter Heckings Karriere in 99 Sekunden

bundesliga.de: Wie sehen Sie die TSG 1899 Hoffenheim, das einzige noch ungeschlagene Team?

Hecking: Auch Hoffenheim hat mich überrascht. Am dritten Spieltag habe ich dort mit Wolfsburg 0:0 gespielt. Das war ein Spiel, dass Hoffenheim eigentlich hätte verlieren müssen. Und damals hätte ich nicht gedacht, dass die TSG so schnell so stabil werden würde. 17 Spiele in Folge ungeschlagen – das ist fantastisch und ähnlich hoch zu bewerten wie die Leistung von Leipzig. Man muss abwarten, was passieren würde, wenn einmal die erste Niederlage kommen sollte. Ich glaube jedenfalls, dass Leverkusen und Dortmund noch ein gehöriges Wörtchen mitsprechen werden im Kampf um die internationalen Plätze.

bundesliga.de: Wie muss sich Ihr Team in der Rückrunde entwickeln, damit Sie am Ende rundherum zufrieden sind?

Hecking: Es wäre schön, wenn es uns noch richtig weit nach oben spülen würde. Einen solchen Lauf würden wir sehr gerne mitnehmen. Ich bin aber niemand, der drei oder vier Wochen oder noch weiter in die Zukunft schaut. Jedes Spiel kann eine neue Situation ergeben. Wir sollten wirklich nur von Samstag zu Samstag schauen. Und sollte es so kommen, dass wir nach der schwierigen Hinrunde relativ ruhig durch die Rückrunde gehen, werden wir das sehr gerne annehmen. Die Bundesliga ist nun einmal wahnsinnig eng. In jedem einzelnen Spiel wirst du voll gefordert. Und erlaubst du dir eine Schwächephase, kann es sehr ungemütlich werden.

Das Gespräch führte Andreas Kötter