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Mönchengladbach - Die Borussia schöpft wieder Hoffnung. Nach dem 3:3-Unentschieden gegen Rekordmeister Bayern München sehen die "Fohlen" Licht am Ende des Tunnels. Jetzt geht es zum rheinischen Derby zum 1. FC Köln, zum Duell der beiden Kellerkinder der Bundesliga.

Mit einem Sieg gegen die Domstädter könnte die Borussia weiteren Boden gutmachen. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht, reist die "Fohlenelf" doch zum Lieblingsgegner. In 38 gemeinsamen Bundesliga-Jahren gewann Mönchengladbach 20 Mal in Köln, nur zwölf Spiele gingen verloren. Auch in den beiden Vergleiche nach dem gemeinsamen Wiederaufstieg der beiden Traditionsvereine im RheinEnergieStadion punktete die Borussia beim 1:1 und 4:2.

"Können positiv auf das Spiel in Köln blicken"

Allerdings spricht die Formkurve trotz des Remis gegen die Bayern nicht unbedingt für die Elf von Trainer Michael Frontzeck. Seit neun Liga-Spielen ist der Tabellen-Letzte sieglos, in den letzten vier Spielen kassierte die Truppe immer mindestens drei Gegentore, mit 33 Gegentreffern ist Gladbach ohnehin derzeit mit Abstand die Schießbude der Bundesliga.

Doch das alles zählt im Derby nicht. Zumal auch die Kölner turbulente Wochen hinter sich haben. Und vielleicht war der Punktgewinn gegen die Bayern ja die erhoffte Trendwende. Die Spieler jedenfalls glauben daran.

"Wir können aufgrund der zweiten Hälfte gegen die Bayern positiv auf das Spiel in Köln blicken", glaubt Borussia-Angreifer Marco Reus: "Wir fahren mit einem positiven Gefühl nach Köln. Wir haben dort in der vergangenen Saison eine gute Leistung abgeliefert und ich hoffe, dass wir das wiederholen können."

Nur drei Punkte Rückstand

So sieht es auch Kollege Tobias Levels. "Wenn wir so wie gegen die Bayern in Köln spielen, haben wir alle Chancen, dort zu gewinnen", ist sich der Außenverteidiger sicher: "Ein Sieg wäre nicht nur sportlich eminent wichtig, sondern auch für das Umfeld. Wir müssen den Ball aber flachhalten. Wir sind in einer schwierigen Situation und brauchen so schnell wie möglich Punkte."

Gerade einmal sieben Zähler hat die Borussia auf ihrem Konto. Doch noch beträgt der Abstand zum rettenden Ufer lediglich drei Punkte. Es gibt noch keinen Grund, in Panik zu verfallen, auch wenn die Situation nicht zu unterschätzen ist. Denn die Borussia ist auch weit davon entfernt, das vorgegebene Saisonziel zu erreichen, frei von Abstiegssorgen eine solide Saison im gehobenen Mittelfeld zu spielen.

"Aber das Bayern-Spiel war ein Schritt in die richtige Richtung", glaubt Borussias Mittelfeldabräumer Michael Bradley: "Wir tun uns im Moment schwer, aber wir kämpfen. Wir wissen, dass wir nicht genügend Punkte haben. Aber wie wir gegen die Bayern zurückgekommen sind, zeigt die starke Mentalität des Teams."

Mehr Stabilität dank Brouwers

Hoffnung macht, dass Innenverteidiger Roel Brouwers gegen die Bayern wieder einsatzbereit war und nach seiner Einwechslung der wackligen Hintermannschaft mehr Halt gab. Auch Christofer Heimeroth, die neue Nummer eins im Borussia-Kasten, strahlt mehr Sicherheit aus als sein unglücklich agierender Vorgänger.

Wenn die Borussia ihre Defensivprobleme behebt, ist die Mannschaft auf alle Fälle konkurrenzfähig. Denn im Spiel nach vorne offenbarte die "Elf vom Niederrhein" mit bislang 17 Saisontreffern die wenigstem Schwächen. Reus hat sein kurzes Formtief überwunden und Igor de Camargo bei seinem 45-Minuten-Einsatz inklusive Tor gegen die Bayern gezeigt, dass er nach überstandener Verletzung in die Startelf drängt.

"Ich freue mich auf das Derby, ich mag diese großen Spiele", sagt de Camargo. "Die Derbys gegen Köln sind immer große Spiele. Die Atmosphäre wird großartig sein", fügt Bradley hinzu. "Ich mache keine Versprechungen für das Spiel in Köln", stapelt dagegen Levels tief. "Auch wenn es ein Derby ist, geht es da auch nur um drei Punkte." Wenn er sich da mal nicht täuscht ...

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski