Zusammenfassung

  • Der neue BVB-Trainer sucht nach der Pleite in Essen keine Entschuldigungen
  • Peter Bosz möchte keine Einzelkritik üben
  • Der Niederländer glaubt, dass es noch eine Weile dauern wird, bis die Mannschaft seine Philosophie verinnerlicht hat

Essen - Seine Premiere als Cheftrainer von Borussia Dortmund hat sich Peter Bosz anders vorgestellt. Nach der 2:3-Niederlage im Vorbereitungsspiel bei Regionalligist Rot-Weiss Essen attestiert der Niederländer seiner Mannschaft eine schlechte Leistung, nimmt sich aber von der Kritik auch selbst nicht aus – und richtet den Blick nach vorn.

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Frage: Peter Bosz, wie groß ist die Enttäuschung nach dieser ersten Niederlage bei Ihrer Premiere auf der BVB-Bank?

Peter Bosz: Natürlich bin ich enttäuscht. Der BVB muss bei einem Viertligisten einfach gewinnen. Und das gilt auch, obwohl Essen schon seit zwei, drei Wochen trainiert und wir bisher erst vier Trainingstage hatten. Das war richtig schlecht von uns.

Frage: Wo liegen die Gründe für den schwachen Auftritt? War die Mannschaft zu müde?

Bosz: Ich mag jetzt gar keine Entschuldigungen suchen. Der BVB muss hier einfach gewinnen, auch wenn der Gegner gut gespielt hat. Aber wir müssen das einfach besser machen. Vor allem in der ersten Halbzeit war alles zu langsam und nicht aggressiv genug. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zumindest noch einige Chancen herausgespielt. Aber insgesamt war es nicht gut.

"Der BVB hat insgesamt schlecht gespielt"

Frage: Pierre-Emerick Aubameyang hat seinen Wert für die Mannschaft einmal mehr unter Beweis gestellt, weil er in der ersten Halbzeit quasi an jeder gefährlichen Aktion beteiligt war und auch ein Tor erzielt hat. Sehen Sie das ähnlich?

Bosz: Ich glaube nicht, dass wir nach dieser Partie über einzelne Spieler sprechen sollten. Der BVB hat insgesamt schlecht gespielt. Daran waren wir alle beteiligt – auch mich nehme ich da nicht aus. Es ist zwar klar, dass wir vor allem in den ersten drei Tagen sehr hart trainiert haben. Aber trotzdem müssen wir einen solchen Vergleich am Ende zumindest gewinnen.

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Frage: Glauben Sie eher an körperliche Probleme oder haben die Spieler auch noch nicht richtig verstanden, welche Philosophie Sie verfolgen?

Bosz: Jetzt schon meine Philosophie umzusetzen, das ist gar nicht möglich. Das dauert lange, das kann ich sagen. Das ist nicht möglich nur in drei, vier Tagen. Wir werden aber hart daran arbeiten und dann werden wir das auch hinbekommen.

"Man muss sich erst ein genaues Bild verschaffen"

Frage: Sie haben vorhin betont, dass Sie sich aus der Kritik ausdrücklich nicht ausnehmen. Wie ist das gemeint?

Bosz: Ich bin auch ein Teil dieser Mannschaft. Da stelle ich mich jetzt nicht hin und sage, die Spieler haben dies und das nicht gut gemacht. Ich gehöre auch zu dieser Mannschaft.

Frage: Sie haben sich während der Partie mit dem Coaching auffällig zurückgehalten, haben die Zeit komplett auf der Bank verbracht.

Bosz: Das mache ich am Anfang immer so. Wenn man etwas ansprechen will, muss man sich erst einmal ein genaues Bild verschaffen. Man muss sich genau anschauen, was die Spieler gut machen oder was sie falsch machen. Wenn ich so wie sonst permanent an der Seitenlinie stehe, ist das schwieriger zu beobachten. Von der Bank aus kann ich es zusammen mit meinem Co-Trainer besser einschätzen. 

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte

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