München - Seine persönliche Trophäe hatte Bojan Krkic bereits sicher verstaut. Das Trikot von Thiago befand sich schon bei seinen Sachen in der Kabine. Dass sein früherer Weggefährte beim FC Barcelona mit seinem Tor zum 2:2-Ausgleich für den FC Bayern München Krkic‘ Freude über sein Premierentor für den 1. FSV Mainz 05 etwas trübte, konnte der 26-Jährige verschmerzen. Schließlich war es insgesamt für die Mainzer ein gewonnener Punkt, der im Abstiegskampf noch viel Wert sein kann - so wie Krkic nach seinem Tordebüt.

"Das Spiel war von Anfang an sehr hart", sagte Krkic. "Wir haben mit einer guten Einstellung gespielt und haben früh getroffen. Wir waren über die gesamten 90 Minuten richtig stark." (Stimmen zum Spiel) Mit viel Leidenschaft und Laufbereitschaft legten die Rheinhessen beflügelt vom 1:0-Sieg vor einer Woche gegen Hertha BSC von der ersten Minute an auch in der Allianz Arena mutig los.

Nächstes Tor in der internationalen Sammlung

Und wurden in der dritten Minute gleich für ihren Einsatz belohnt: Nach einem Fehler von Arturo Vidal war Krkic zur Stelle und erzielte in seinem achten Bundesligaspiel für Mainz seinen ersten Treffer. Der im Winter von Stoke City ausgeliehene Spielmacher erweiterte damit seine Sammlung: Krkic ist der siebte Spieler, der in jeder der vier Topligen Europas getroffen hat.

Angefangen beim FC Barcelona, für den er in 104 Spielen in der Primera Division 26 Tore erzielte, war Krkic auch bei seinen folgenden Stationen in der Serie A für den AS Rom und den AC Mailand, sowie in der Premier League für Stoke City erfolgreich. Hinzu kommen noch die vier Tore bei seiner fünften Erstligastation in der niederländischen Eredivisie für Ajax Amsterdam. "Am Ende bin ich stolz darauf", sagte Krkic. "In diesem Moment bin ich einfach nur glücklich, dass ich mein erstes Tor in der Bundesliga geschossen habe."

In seinen bisherigen Einsätzen hat der frühere spanische Nationalspieler, der auch einen serbischen Pass besitzt, seine Klassen allenfalls punktuell angedeutet. Nachdem Krkic gegen Hertha noch 90 Minuten auf der Bank saß, schenkte ihm Trainer Martin Schmidt im Spiel gegen die Bayern mal wieder von Beginn an das Vertrauen. "Das Wichtigste ist, dass ich mitgeholfen habe, hier einen Punkt mitzunehmen", hob Krkic die Bedeutung seines Treffers für das Team hervor.

Video: Owo meets Bojan Krkic

Dass in seinem fünften Startelfeinsatz endlich der Knoten platzte, sorgte auch bei den Verantwortlichen für Erleichterung. "Wir freuen uns für ihn, denn er hat es sich verdient. Das zeigt, dass wir alle zusammenstehen", sagte der Mainzer Manager Rouven Schröder und lobte Krkic‘ Reaktion darauf, dass er häufiger mal auf die Bank musste. "Er hat sich nie beschwert, er war immer im Team integriert und hat daran gearbeitet."

Balogun: "Eine Bereicherung für uns"

Auch innerhalb der Mannschaft wurde Krkic‘ erstes Tor besonders bejubelt. "Ich freue mich riesig für ihn, weil er es sich absolut verdient hat", sagte Verteidiger Leon Balogun. "Er ist sehr intelligent und weiß eigentlich immer, was er mit dem Ball machen muss. Wenn er seine Ballkontakte hat und in sein Spiel findet, ist er definitiv eine Bereicherung für uns."

Von seinem Tor erhofft sich auch Krkic selbst einen Schub für die kommenden Wochen. "Wenn ich treffe, bekomme ich mehr Selbstvertrauen - besonders wenn ich gegen Bayern München treffe", betonte er. Weitere Tore im Liga-Endspurt gegen Mönchengladbach, beim HSV, gegen Eintracht Frankfurt und in Köln könnten die Mainzer im Kampf um den Klassenerhalt gut gebrauchen.

Nach zuvor fünf Niederlagen in Serie holten die 05er zuletzt vier Punkte aus zwei Spielen und vergrößerten so den Abstand zum Relegationsplatz zumindest um einen Punkt. Der Wille war zwar auch schon vorher vorhanden, nun belohnt sich Schmidts Team aber auch für seinen Aufwand. Gegen die Bayern lief seine Elf am Ende fast zehn Kilometer mehr. Trotz des verpassten Überraschungssiegs beim Rekordmeister sieht auch Krkic die Mainzer für die kommenden Spiele gerüstet: "Ich bin sicher, wenn wir so spielen, bleiben wir in der Bundesliga."

Aus München berichtet Maximilian Lotz