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Daumen rauf für mehr Zivilcourage, Daumen runter bei Diskriminierung. Beim VfL Bochum läuft seit mehr als anderthalb Jahren eine Kampagne unter dem Motto "Dafür! Dagegen! – Für mehr Zivilcourage & gegen Diskriminierung", die Fans, Spieler und Verantwortliche des VfL ausdrücklich mit einbindet.

Und sie läuft mit Erfolg. Größere Probleme mit rassistischen Tendenzen oder einer stärkeren rechten Szene gibt es in Bochum nicht. "Die hatten wir vor der Kampagne zwar auch nicht. Aber es war uns wichtig, dass wir nicht nur gegen Diskriminierung und Rassismus vorgehen.

Sondern auch zu Zivilcourage aufrufen und unsere Fans zum Handeln auffordern, wenn sie irgendwelche Vorfälle oder Strömungen mitbekommen. Und wir wollen mit der Kampagne langfristig präventiv arbeiten und nicht nur eine einmalige Aktion durchführen", erklärt Bochums Fanbeauftragter Dirk Michalowski.

Unterstützung durch VfL-Profis

Die Idee der Kampagne kam im Verein und Umfeld bestens an. Die Mannschaft, der das Projekt auch vorgestellt wurde, beteiligte sich aktiv an der Umsetzung. So standen die Profis Martin Meichelbeck, Thomas Zdebel und Marcel Maltritz sowie der damalige Vorstand Stefan Kuntz Modell für ein gemeinsames Fotoshooting mit VfL-Fans.

Im Frühjahr 2007 wurde die Kampagne im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt; mit Großplakaten, Postkarten und Radiospots warb der VfL für Unterstützung.

"Wenn Spieler ihrer Hautfarbe wegen ausgepfiffen werden, geht das gegen die ganze Mannschaft, das Spiel und den Fußball überhaupt. Und wenn mein Verein sich hier reinhängt und seinen Beitrag leistet, hat das nicht nur für VfL-Fans eine wichtige Wirkung, sondern für die ganze Region", begründete Maltritz sein Engagement.

Außenminister Steinmeier informierte sich in Bochum

Sogar Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier informierte sich im April 2008 persönlich in der Geschäftsstelle des VfL Bochum über die Kampagne.

"Wir sind Stand heute sehr zufrieden. Unsere Fanszene ist für das Thema sensibilisiert und wir gehen jetzt verstärkt auch in Schulen, um dort das Thema näher zu bringen. Zumal auch verstärkt Anfragen von Schulen beim VfL eingegangen sind", sagt Michalowski.

Die präventive Arbeit des VfL macht sich also bezahlt. Eine Strategie, die auf die volle Zustimmung von Marcel Maltritz trifft: "In Bochum gibt es zwar mit Rassismus und Diskriminierungen keine offensichtlichen Probleme, ich finde aber, man muss nicht erst dann etwas unternehmen, wenn es zu spät ist. Rassismus ist eine üble Sache und wenn man präventiv etwas machen kann und die Fans auf seiner Seite hat, dann ist damit schon eine Menge gewonnen."