ANZEIGE

Mit sechs Siegen in sieben Spielen ist der VfL Wolfsburg die "Mannschaft der Stunde" in der Bundesliga. Nur noch zwei Punkte trennen den Titelverteidiger nach dem 4:0 über 1899 Hoffenheim von einem Startplatz in der Europa League.

Dieter Hoeneß ist angesichts des "guten Schlussprogramms" der "Wölfe" zuversichtlich, das Ziel auch noch zu erreichen.

Außerdem ist der Manager überzeugt, auch in der Europa League noch eine große Rolle spielen zu können: "Wir haben dank des Auswärtstores in Fulham eine gute Ausgangsposition" und dann auch "eine realistische Chance, das Finale zu erreichen".

Selbst ein Familien-Duell mit Bruder Uli und dem FC Bayern um den UEFA Super Cup schließt Hoeneß nicht aus.

Frage: Herr Hoeneß,ein klares 4:0 über Hoffenheim. Ihre Analyse?

Dieter Hoeneß: Das klare Ergebnis spiegelt sicher nicht den Spielverlauf wider. Hoffenheim war gerade in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Wir brauchten eine ganze Halbzeit, bis unser Motor warmgelaufen war. Wir müssen uns bei Diego Benaglio bedanken. Er hat zwei, drei Mal super gehalten und uns im Spiel gehalten. Wenn wir in Rückstand geraten wären, hätten wir das Spiel sicher nicht mehr umgebogen. Man merkt der Mannschaft die Belastung der Englischen Wochen an. Das 1:0 für uns fiel aus heiterem Himmel. Nach dem 2:0 war ich dann sicher, dass wir gewinnen.

Frage: Nach dem Spiel in Mainz erneut ein Doppelpack von Edin Dzeko. Wird er auch in der kommenden Saison für den VfL Tore machen?

Hoeneß: Edin träumt davon, für einen der Top-Fünf-Vereine in Europa zu spielen. Und das wird er auch. Wenn ein Klub bereit ist, uns eine Wahnsinnssumme Geld auf den Tisch zu legen, wohl schon in der kommenden Saison. Aber ich würde mir wünschen, dass er noch eine Saison für uns spielt. Und warum auch nicht? Edin fühlt sich in Wolfsburg pudelwohl.

Frage: Sie waren selbst ein Top-Stürmer. Wie erklären Sie, das Dzeko nach Ladehemmung nun wieder trifft und in der Torjägerliste 18 Treffern mit Kevin Kuranyi und Stefan Kießling gleichauf vorn liegt?

Hoeneß: Da gibt es keine Erklärung. Da muss jeder Torjäger mal durch. Da kann man auch nichts erzwingen. Da hilft nur, weiterarbeiten und an sich glauben. Man weiß ja, dass man es kann. Edin ist ein Top-Stürmer und ich bin sicher, dass er sich jetzt auch die Torjägerkanone holt.

Frage: Mit der Erfolgsserie gibt auch Trainer Lorenz-Günther Köstner gute Bewerbungsunterlagen für eine weitere Zusammenarbeit ab.

Hoeneß: Ich freue mich, dass es so gut läuft. Besonders auch für Lorenz-Günther Köstner. Aber ich habe schon vor Wochen gesagt, dass ich diese Diskussion nicht führen möchte. Es ist alles mit Herrn Köstner besprochen. Daran hat sich nichts geändert.

Frage: Mit sechs Siegen in sieben Spielen ist der VfL aktuell eine der stärksten Mannschaften der Liga. Langt es noch für einen Platz im Europapokal?

Hoeneß: Wir haben ein gutes Schlussprogramm. Die ganz Großen haben wir hinter uns. Wir spielen noch im eigenenen Stadion gegen die direkten Konkurrenten Frankfurt und Bremen und in Nürnberg, Dortmund und Freiburg. Platz 6 oder sogar 5 ist da ein realistisches Ziel.

Frage: Auch über die Europa League kann sich der VfL noch qualifizieren.

Hoeneß: Wir haben dank des Auswärtstores in Fulham eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel. Die wollen wir nutzen. Und wir haben natürlich eine realistische Chance, dann auch ins Finale einzuziehen.

Frage: Und wenn Sie das gewinnen, gibt es ein Familientreffen mit Bruder Uli im Spiel um den UEFA Super Cup…

Hoeneß: Warum nicht? Wenn wir das Finale in Hamburg erreichen, wollen wir es auch gewinnen. Und der FC Bayern hat eine starke Mannschaft. Ihm ist alles zuzutrauen.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs