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Köln - Mädchen und Frauen sind in den Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga längst ein vertrautes Bild. In den Fanclubs dominieren dagegen noch immer die männlichen Fans. Der 1. FC Kaiserslautern darf sich aber seit mehr als fünf Jahren der Unterstützung eines reinen Frauen-Fanclubs erfreuen.

Die "Betzemääd" haben sich am 15. September 2006 in einer Kaiserlauterer Gaststätte gegründet, knapp zwei Monate später gab es die offizielle Fanclub-Urkunde und einen Wimpel vom FCK.

"Noch stärker Flagge für unseren FCK zeigen"

Das Motiv für die zehn Gründungsmitglieder war aber keineswegs die Party- und Event-Stimmung, die die WM gerade bei vielen weiblichen Fans in Deutschland seinerzeit ausgelöst hatte – im Gegenteil.

"Wir sind 2006 aus der Bundesliga abgestiegen, die meisten unserer späteren Mitglieder sind mit zum letzten Spiel nach Wolfsburg gefahren. Wir haben schon auf der Rückfahrt überlegt, wie wir jetzt noch stärker Flagge für unseren FCK zeigen können und haben über einen eigenen Fanclub nachgedacht", sagt Christine Wetz, Vorsitzende der "Betzemääd".

Augenzeugin auf dem "Betze" beim legendären 7:4-Sieg gegen Bayern

In Kaiserslautern gebürtig wurden ihr der Fußball und der FCK quasi in die Wiege gelegt. So wie viele ihrer Fanclub-Freundinnen ist Christine Wetz Vereinsmitglied, Dauerkarten-Besitzerin seit den siebziger Jahren und stolze Augenzeugin des legendären 7:4-Triumphs des FCK gegen den FC Bayern im Oktober 1973 auf dem Betzenberg. "Mit der Fanclub-Gründung wollten wir auch demonstrieren, dass es uns wirklich um den Verein und um Fußball geht."

Inzwischen haben sich die "Betzemääd" vermehrt; exakt 24 Mitglieder im Alter zwischen Ende 20 und 73 unterstützen die "Roten Teufel" regelmäßig bei Heimspielen und nicht ganz so vollzählig bei Auswärtsspielen. "Uns kommt es nicht in erster Linie darauf an, möglichst viele Mitglieder zu bekommen. Wer bei uns mitmachen und den FCK unterstützen möchte, ist natürlich herzlich willkommen. Aber man muss uns schon eher finden, wir machen keine Mitglieder-Werbung für unseren Fanclub."

Unterstützung für das Kinderhospiz Sterntaler

Werbung haben die "Betzemääd" auch gar nicht mehr nötig. Man kennt die Frauen samt ihrer Zaunfahne schließlich schon länger in der großen Lauterer Fanszene und man schätzt sie auch. "Die Männer wissen, dass es uns um Fußball geht und dass wir Sachverstand haben. Der überwiegende Teil der FCK-Fans steht uns sehr positiv gegenüber", meint Christine Wetz.

Außer Fußball und dem FCK liegt den "Betzemääd" auch soziales Engagement am Herzen. Mit dem Verkauf von FCK-Buttons erlösten die Frauen bei den jährlichen Stadionfesten der Lauterer stolze Summen, die sie an das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen weiterreichten: 2010 waren es 1000 Euro, 2011 kamen 600 Euro zusammen.

Männer müssen draußen bleiben

Es steckt also viel Herz und Leben in den "Betzemääd", die auch weiterhin ein reiner Frauen-Fanclub bleiben wollen. Zum Bedauern einiger Männer: Deren Wunsch nach einer Mitgliedschaft konnte leider nicht erfüllt werden.