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München - Bundestrainer Joachim Löw hat Marco Reus diesmal zur Sicherheit persönlich unter die Lupe genommen, auf eine gemeinsame Anreise zum Treffen der Fußball-Nationalmannschaft am Dienstag in Mainz haben der Coach und sein bisher verhinderter Debütant aber verzichtet. So bleibt die spannendste Frage vor den sportlich bedeutungslosen EM-Qualifikationsspielen am Freitag in Istanbul gegen die Türkei sowie vier Tage später gegen Belgien in Düsseldorf: Kommt Reus oder kommt er nicht?

"Diesmal wird Marco kommen, da bin ich ganz sicher", sagte Löw, der Reus am Samstag in Freiburg bei seiner unglücklichen Vorstellung beim 0:1 von Borussia Mönchengladbach gegen den SC beobachtet hatte. Auch der Jungstar, der Löw zuletzt vier Mal verletzungsbedingt absagen musste, will den "Running Gag" nach seinen Berufungen endlich beenden. "Diesmal ist alles okay. Wann ich spiele ist egal. Die Hauptsache ist, dass ich überhaupt irgendwann mein Debüt feiere", äußerte sich Reus, der in Freiburg große Schwächen im Abschluss offenbarte. So vergab der gebürtige Dortmunder in der Nachspielzeit die große Chance zum Ausgleich.

Löw lobt Reus

Löw, dessen Auswahl sich bereits vor den ausstehenden beiden Partien für die EM-Endrunde im kommenden Jahr in der Ukraine und Polen qualifiziert hat, ging gnädig mit den Unzulänglichkeiten des Offensivspielers um. "Marco hat bei seinen Schussversuchen einfach kein Glück gehabt", sagte der Bundestrainer der "Bild am Sonntag": "Aber er sucht immer den Abschluss, ist trickreich und kann eine Abwehr ganz alleine beschäftigen."

Diese Eigenschaften vereinigt auch der wiedererstarkte Miroslav Klose derzeit in Italien auf sich. Der 33-Jährige präsentierte sich beim 2:1 von Lazio Rom beim AC Florenz erneut in bestechender Form. Den ersten Treffer der Römer bereitete der gebürtige Pole vor, den Endstand stellte er selbst per Kopf her. Nach seinem dritten Saisontor wurde Klose in den italienischen Medien zum wiederholten Mal gefeiert.

Klose wird gefeiert in Italien

"Fantastischer Klose, ganz Italien feiert ihn", schrieb die Sportzeitung Corriere dello Sport. "Klose ist auf dem Spielfeld wie ein Killer", titelte die Mailänder Tageszeitung Il Giornale. Auch Lazios Trainer Edy Reja lobte seinen Stürmer: "Klose ist ein großartiger Spieler. Er opfert sich für seine Kollegen und ist vor dem Tor gefährlich wie noch nie."

Die Topform Kloses dürfte Rückkehrer Mario Gomez, der neben Sami Khedira und Dennis Aogo nach überstandener Verletzung wieder zum Nationalteam stoßen wird, den Weg in die Startelf erschweren. Schließlich möchte Löw, der insgesamt 24 Profis berufen hat, auf Experimente verzichten und sein bestes Team aufbieten. Der 51-Jährige hat sich das Ziel gesetzt, alle zehn Qualifikationsspiele zu gewinnen. Ähnlich erfolgreich verlief für eine deutsche Mannschaft bislang nur die Qualifikation für die WM 1982, als in acht Spielen acht Siege gelangen.

Özil im Blickpunkt

Auf weitere Erfolge hofft auch Mesut Özil, der während der am Mittwoch beginnenden Reise in die Türkei im Blickpunkt stehen wird. "Ungeschlagen zu bleiben, ist ein Ziel, das wir alle haben", betonte der Deutsch-Türke dem "Kicker-Sportmagazin". Für den Spielmacher ist die Partie "natürlich" etwas Besonderes. "Es ist das Land meiner Vorfahren", sagte Özil der "Welt am Sonntag".

Angst vor Pfiffen, wie beim 3:0 der deutschen Auswahl im Hinspiel im Oktober 2010 in Berlin, hat Özil nicht. "Es ist gut möglich, dass wieder Leute pfeifen. Aber das belastet mich nicht. Ich kann mich in solchen Situationen professionell verhalten und das ausblenden. Das ist mir ja auch beim Hinspiel gelungen", äußerte sich der Profi des spanischen Rekordmeisters Real Madrid, der einen Wechsel zum türkischen Verband nie in Erwägung gezogen hat: "Mir war immer klar, dass ich für Deutschland spielen möchte. Auch wenn der türkische Verband alles gegeben hat, um mich zu bekommen."