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Auf der Einladung zur "Sonderflugreise" steht endlich wieder Champions League. Nach einer Saison im UEFA-Pokal kehrt Bayern München nach einem Jahr selbstverursachter Abstinenz zurück in die Champions League - voller Elan, und mit großen Hoffnungen, die nicht zuletzt Jürgen Klinsmann genährt hat.

"Unser Trainer hat hohe Ziele, und ich finde das grundsätzlich wunderbar", sagt Club-Chef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Comeback in der "Königsklasse" beim rumänischen Rekordmeister Steaua Bukarest am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). "Sein Ziel", macht Rummenigge nochmal klar, "ist, irgendwann mal die Champions League zu gewinnen."

Zurück an Europas Spitze

Vereinspräsident Franz Beckenbauer fordert bereits vor der Gruppenphase mit den Gegnern Bukarest, Olympique Lyon sowie dem AC Florenz, dass die Mannschaft "über das Achtel- oder Viertelfinale hinauskommen muss". Rummenigge sagt voller Hoffnung: "Wir wollen zurück an die europäische Spitze." Dort oben stand der FC Bayern zuletzt 2001 nach dem Finalsieg gegen den FC Valencia.

Gleichzeitig warnt der Vorstandsvorsitzende jedoch vor allzu großer Euphorie: "Man darf nicht vergessen, dass wir seit 2001 nicht mehr über das Viertelfinale hinausgekommen sind." So wie beim letzten Auftritt vor knapp anderthalb Jahren, als sich die Bayern am 11. April nach dem 0:2 im Heimspiel gegen den AC Mailand aus der Champions League verabschiedeten.

"Kein Selbstläufer"

Der Club-Chef gibt sich große Mühe, die Erwartungen nicht von vornherein zu groß werden zu lassen. Der FC Bayern werde auch nach einem Jahr UEFA-Cup weiter "ernst genommen" von der internationalen Konkurrenz, berichtet er, gibt allerdings zu bedenken: Den Beweis, dass der deutsche Bundesliga-Primus zur europäischen Elite gehört, "den werden wir in diesem Jahr antreten müssen".

Darüber hinaus mahnt Rummenigge, dass die Gruppe F wahrlich "kein Glückslos" und "kein Selbstläufer" sei - er vertraut jedoch nach diesem einen Jahr ohne Champions League, "das uns allen nicht geschmeckt hat", vor allem auch auf den Ehrgeiz der Spieler. "Das Schönste ist, dass die Mannschaft extrem motiviert ist nach diesem einen Jahr UEFA-Cup."

Toni ist heiß

In der Tat. "Gottseidank ist das Jahr UEFA-Cup vorbei", sagt etwa Bastian Schweinsteiger - und betont: "Ich freue mich auf die Champions League mit allem Drum und Dran." Allerdings weiß auch er, dass es gegen Steaua, 1986 mal Europapokalsieger im Landesmeister-Wettbewerb, "ein Stück anders wird als gegen Köln. Wir müssen jeden Fehler vermeiden."

Große Hoffnungen setzen die Bayern vor allem auch auf Franck Ribery und Luca Toni. Die Einkäufe der vergangenen Saison sind Novizen in der europäischen Elite-Liga. "Luca Toni ist ganz heiß auf die Champions League", sagt Rummenigge und ergänzt, die Kritik in Italien am Bayern-Torjäger sei für ihn nicht maßgebend: "Dort bist du als Torjäger die ärmste Sau."

Ohne Ribery gegen Bukarest

Umso mehr freut sich Toni auf sein Debüt. Seinen Mangel an Erfahrung in der Champions League sieht er nicht als Nachteil: "Es reicht, wenn die Motivation hoch ist. Und wenn man ein Jahr gut spielt und sie gewinnt, dann genügt das ja", sagt der Torjäger. Er werde auf jeden Fall alles dafür tun, dass der FC Bayern am Ende "unter den besten beiden stehe", will heißen: im Finale.

Bis dahin ist es freilich ein weiter, beschwerlicher Weg, der zumindest in Bukarest noch ohne Ribery beschritten werden muss. Rummenigge will deshalb "nur von Schritt zu Schritt" denken - hat aber trotzdem gleich die ersten drei Spiele im Blick. "Wir müssen in Bukarest und in den beiden Heimspielen danach die Basis legen." Zumindest für das Erreichen des Achtelfinales.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Bukarest: Zapata - Ogararu, Goian, Ghionea, Marin - Semedo, Lovin, Tiago Gomes (Petre), Toja (Nicolita) - Dayro Morena - Arthuro

München: Rensing - Lucio, Demichelis, van Buyten - Oddo, van Bommel, Schweinsteiger, Ze Roberto, Lahm - Toni, Klose (Podolski)