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München - Zumindest für 90 Minuten ruht die Freundschaft von Jupp Heynckes mit Uli Hoeneß und Co.: Der Chefcoach von Bayer Leverkusen trifft mit seiner Mannschaft auf Titelverteidiger Bayern München, den er einst selbst viele Jahre betreut hatte und zu dem er nach wie vor glänzende persönliche Kontakte besitzt.

Aber für den 65 Jahre alten Trainer-Routinier zählt am Samstag (ab 18 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) nur ein Sieg, um das schon komfortable Punktepolster des Tabellenzweiten von fünf Zählern auf das Starensemble von der Isar weiter ausbauen zu können.

Bayer zuversichtlich

"Warum sollten wir nicht gegen den FC Bayern gewinnen? Wir haben in der letzten Saison zwei Mal unentschieden gegen sie gespielt und waren jeweils die bessere Mannschaft", sagte Heynckes, angesprochen auf die Negativserie der "Werkself" gegen die Münchner in der Bundesliga. Denn seit sechs Jahren warten die Rheinländer auf einen Erfolg. Kapitän Simon Rolfes dreht die Statistik jedoch ins Gegenteil: "Ich sehe das anders. Wir haben zuletzt zwei Mal unentschieden gespielt und davor im Pokal gegen sie gewonnen, sind also drei Spiele ungeschlagen…"

Heynckes sieht seine Mannschaft in "einer guten Verfassung", lobt regelmäßig "die Super-Moral" und den "Teamgeist". Drei Siege in Folge lassen Bayer gegen Bayern mit breiter Brust antreten, und Heynckes kennt den Gegner aus dem Eff-Eff.

Zuletzt stand "Don Jupp" noch 2009 auf der Kommandobrücke des Rekordchampions, konnte allerdings im Saisonendspurt die Deutsche Meisterschaft des VfL Wolfsburg nicht mehr verhindern. "Ich habe kurz unter ihm gearbeitet, wir waren aber sehr erfolgreich. Die Erfolge sprechen für sich. Jupp Heynckes ist ein hervorragender Trainer", lobt Bayern-Torwart Jörg Butt, einst Schlussmann in Leverkusen.

Duo vor Comeback

Personell kann Heynckes wohl wieder mit Sami Hyypiä und Eren Derdiyok planen. Beide haben im Laufe der Woche ihr Trainingspensum kontinuierlich gesteigert und fühlen sich fit. Sollte es dabei bleiben und auch die Ärzte geben grünes Licht, gehören beide zum Aufgebot.

Arturo Vidal werde zwar erst am Freitag vom Länderspiel in Chile zurückkehren, sich aber bis zum Spiel ausreichend regeneriert haben. Heynckes: "Arturo ist da wie eine Katze und schläft im Flugzeug."

Bayerns klare Devise: Abstand verkürzen

Für die Bayern geht es unterdessen darum, die Aufholjagd in Richtung Borussia Dortmund fortzusetzen. "Wir wollen drei Punkte, um den Abstand zu verkürzen", sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger vor dem Gastspiel am Rhein.

Vorbild ist für die momentan sechstplatzierten Bayern in den kommenden Monaten kein Geringerer als Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel. "Wenn man immer an seine Chance glaubt, kann man es schaffen", sagte Franck Ribery.

Bayern-Coach Louis van Gaal nimmt die Ausführungen Riberys in Bezug auf Vettel gerne auf. "Wir müssen mit dem Druck umgehen, aber ich finde es gut, dass der erste Spieler schon drauf angesprungen ist. Jetzt ist es noch die erste Runde, quasi das Qualifying, aber der Knockout ist was ganz anderes", sagte der Niederländer.

Van Bommel und Demichelis angeschlagen

Verzichten muss van Gaal möglicherweise auf Mark van Bommel, der seine Nationalmannschaftsreise wegen neuerlicher Knieprobleme vorzeitig abbrach, und Martin Demichelis (Muskelverhärtung im Oberschenkel). "Wir müssen bei beiden abwarten", sagte van Gaal vor dem Abschlusstraining seines Teams.

Anstelle von Demichelis könnte Breno erstmals von Beginn an in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen. Der Brasilianer konnte unter der Woche im Testspiel gegen die SpVgg Unterhaching wichtige Wettkampfpraxis sammeln und ist eine wertvolle Alternative für van Gaal. "Mit seiner Schnelligkeit ist er gut für uns, da wir in jedem Spiel weit vor unserem Tor agieren", fand der Coach lobende Worte für den Innenverteidiger.